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Waldlandschaften und Klimaerwärmung
In Gebirgstälern verhilft das Wiss en um die naturräumlich abweichenden
Erwärmungsverhältnisse zumindest in der Freizeit zu Ausweichmöglich-
keiten in weniger hitzebelastete T eilgebiete. Die Klimaerwärmung macht
sich zwar auch in der kühleren Luft von Hochlagen und stärker beschat-
teten Waldgebieten bemerkbar, sie ist jedoch messbar gemildert.
Es sind aber auch innerhalb der Waldgebiete deutliche Unterschiede
nicht zu übersehen. Hier verfügen zudem nicht alle Baumarten über
eine hinreichende Hitzeverträglichkeit. Dies zeigt sich am auffälligsten
in Fichten-Monokulturen der unteren Höhenstufen. Die flachwur zeln de
Fichte erträgt nämlich keine lang anhaltende Bodentrockenheit. Sie
ist überdies gegenüber Extremwetterlagen mit Stürmen und gelegent-
lichen Starkschneefällen weniger widerstandsfähig. Zu den witterungs-
bedingten Schädigungen kommt vermehrter Befall mit Borkenkäfern.
Im Unterschied zu den erst ab dem 19. Jahrhundert ausgeweiteten
Fichtenbeständen haben die früher vorherrschenden wärmeliebenden
Baumarten größtenteils gute Chancen, sich in einigermaßen naturge-
mäßen Mischwäldern auch bei zunehmender Erwärmung zu behaupten.
So kann ein forstwirtschaftliches „Zurück zur Natur“ dem Ökosystem
Wald in vielerlei Hinsicht gu ttun.
Wenn in vereinfachten B etra chtungsweise n von „Waldklima“ gesprochen
wird, geschieht dies normalerweise in Zuordnung zum Schonklima
der Mittelgebirgslagen zwischen 700 und 1000 m ü. M. und dessen
Bedeutung für das
Heilklima-Wandern.3
Wird dabei konkreter nach den
Wirkungen für Körper, Geist und Seele gefragt, müssen für solche über-
fachliche Zusammenhänge aber immer wieder ungenügend fundierte
Kenntnisse eingestanden werden.
Im Wahrnehmen der wechselnden Voraussetzungen lassen die Unter-
schiede unter Einbeziehung des „bloß subjektiven“ Erlebens viele
Fragen offen. Es fehlt immerhin nicht an Möglichkeiten für ein Min imum
an nachvollziehbaren Unterscheidungen.
Für die auf heilklimatische Forschungen spezialisierte Professorin
Angela Schuh kann vorweg von einfach feststellbaren Befunden land-
schaftlicher Eigenart ausgegangen werden. „Jedes Waldgebiet hat je
nach Baumarten, Belaubung, Höhe der Bäume und Dichte des Baum-
bestandes jeweils andere klimatische Gegebenheiten. Das Kronendach
eines Waldes ist eine sehr aktive Oberfläche, mit der sich der
Wald gegenüber der Atmosphäre abgrenzt; es reguliert den Energie-
und Sauerstoffaustausch und führt zur Ausbildung eines eigenen
Innenklimas.“4
Wälder Waldwege
Im Bregenzerwald wird künftig noch mehr als in der Vergangenheit als
Vorteil erkannt we rden, wenn Einhe imische und von auswärts k omm ende
Gäste schattenkühle Naherholungsgebiete aufsuchen können. Wer mit
diesen näher vertraut wird, weiß bald aus eigener Erfahrung, wo an
Hitzetagen auf Waldwegen das gesuchte Wohlfühlklima am leichtesten
zu finden ist.
In keiner anderen Vorarlberger Talschaft sind so vielfältige Waldland-
schaften anzutreffen. Zunächst lassen sich hier wie anderswo höhenbe-
dingte Unterschiede erkennen. Da können es Wanderer erleben, dass
sie im feuchten Talgrund von einem Erlen-Auwald oder Ahorn-Eschen-
wald ausgehen, an einem Sonnenhang einen Buchenmischwald queren
oder in kühleren Schattenlagen in einem Fichten- und Tannenwald
bergauf gehen und sich im Krummholzgürtel der natürlichen Wald-
grenze nähern.
Unterwegs mag man überrascht sein, wie oft auf kurzen Distanzen
die Waldzusammensetzungen samt dem Bodenbewuchs als Folge
ungleicher Standortbedingungen wechseln. So etwa fällt besonders
im äußeren Talgebiet auf, wie typische Wirtschaftswälder von kleinen
urwaldähnlichen T obelbiotopen durchsetzt sind. Solche Vielfalt kann
auch Neugierde auf fundierte Beschreibungen wecken, wie sie etwa in
den Biotopinventaren der Gemeinden enthalten sind.
Der Bregenzerwald verfügt über insgesamt an die 1300 Kilometer
markierte Spazier- und Wanderwege. Von diesen entfällt fast ein Drittel
auf Waldwege. Die meisten und schönsten Routen sind auch für Fami-
lienausflüge mit Kindern empfehlenswert. Sie können – ohne dass es
effekthascherische „Zutaten“ braucht – zu Erlebniswegen mit immer
neuen Überraschungen werden. werden.