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Full text: Kulturerbe "Bündt"

  
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Verluste an Naturn ähe 
  
Gartenrotschwanz, Distelfalter, Wan- 
zenpärchen und verblü hter Löwen- 
zahn. Schon bei diesen wenigen Bildern 
könn te man wie Robe rt Walse r s agen: 
„Man braucht n ichts Besonderes zu 
se hen, man sieht so schon vie l.“ 
 Wie 
aber, wenn sich in einer scheinba r 
ganz g e wöhnlichen Lebewe lt bei 
genauerem Hinse hen so ers taunliche 
Besonderheiten erke nnen lassen, dass 
man nicht erklären könnte, was bei 
„Wundern“ anders sein müsste. 
 Wo 
Obstbündten noch einigermaßen 
naturna h erhalten sind, kön nte man 
ganze Serie n von ähnlichen Fotos ma- 
chen. Dabei muten sol che Beispiele von 
Artenvielfalt noch recht bescheiden an 
im Vergleich mit früherer „Biodiversi- 
tät“ (auch wenn diese B ezeichnung 
damals noch unbe kannt war). 
 Heute 
kann man sich kaum mehr vor- 
ste llen, wie verschiede nartig e Brutvö- 
gel in den Hochstammkulturen behei- 
matet wa ren. Von diesen sind die 
meisten selt en geworden, manche, wie 
zum Beispiel Wiede hopf, Gartenrot- 
schwanz, Wendehals oder Ste inkauz 
gänzlich vers chwunden. Wo sollten sie 
auch noch nis ten können, wenn es 
keine Baumhöhlen mehr gibt und von 
der zur Nahru ng dienenden Insekten- 
fauna fast nichts mehr übrig ist. 
 Man 
kön nte sich mit derlei Verlusten 
abfinden, wie man sich mit dem Ver- 
schwinde n der Obstbün dten abgefun- 
den hat. Aber ist es wirklich wahr, dass 
sich niemand mehr für Kulturbiotope 
vor der Haus türe interessiert? 
  
  
   
	        
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