251
In der dienstfreien Zeit war das Leben in der kleinen Garnison Gross
wardein von eigenem Zauber. Auch nachher in Temesvar hatten wir Freun
de auf den umliegenden Gütern, wo wir willkommen waren "die Feste zu
schmücken..." Mit 1. Mai 1894 wurde ichzum Oberleutnant ernannt.
Beschreibung in der Qualifikationsliste von 1902: " Fester, ehrenhafter
Charakter, heiteres Gemüt, ruhiges Temperament. Hat sehr gute Geistes
gaben bei rascher und richtiger Auffassung.Besitzt die zur Erfüllung
seiner Berufsobliegenheiten erforderlichen Kenntnisse und Geschicklich
keit in vollem Masse. Hat als Regimentsadjutant sehr gut entsprochen..."
Was mir von Anfang an Freude machte, war Reiten,und der Umgang mit Pfer
den. Ich habe rohe Pferde zugeritten, und wir sind immer gut Freund ge
wesen.
1909 zum Hauptmann ernannt, und nach Wien versetzt. Erst 1911 — ein
Jahr nach meines Vaters Tod, kam ich nach Wiener-Neustadt. Aber von
Wien aus besuchte ich den Vater oft.
Im Januar 1911 wurde das ganze Regiment von Wien nach Wiener- Neustadt
verlegt: die Heumarkt-Kaserne sollte s o f o r t abgebrochen werden.
Vor dem Abmarsch steckten wir ins Fenster der Offiziersmesse eine ganz
kleine Trauerfahne: nach 2 Jahren war sie dort noch zu sehen. Das hiess
man "sofort". Wir, d.h. unsere Mannschaften wurden in eine nasskalte
nagelneue Kaserne gelegt. Wofür? Wofür wurde die Gesundheit junger Män
ner gefährdet? Wir Offiziere bekamen keine Antwort auf diese Frage.
In einer Beschreibung der Qualifikationsliste des F.K.R.Nr. 6,am 29.April
1914. Wiener-Neustadt.
".... Beispielgebend für Dienst-und Verantwortungsgefühl, prächtige
Initiative, und nimmerruhende Arbeitslust, nützte Hauptmann von Furten-
bach immer diese Qualitäten dazu, allen ihm anvertra u
ten Untergebenen nicht nur der für —
sorgliche Vorgesetzte, sondern auch
der geschickteste Leiter und Ausbil
der zu sein ...."
Am 1. Mai 1914 zum 13. Feld- Kanonen- Regiment nach Sopron in Ungarn:
Ödenburg, transferiert.-