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schrieb über das Bildchen: "Was die Gefangenen auf den
Gallen für ein Kreutz tragen wird / Mancher davon Ent
ledigte wol wissen zu sagen./ Ville wöllen's nit glauben
und es selbst probieren. / Des wolle man werlich unwillig
darob ziehen."/
Wahrlich, ihm schien, es sei nicht zu verzeihen, dass ei
ner guten Rat ablehne und sich selbst ins Elend stürze.
Christoff Leutrum von Etlingen gab dem Asmus von Lindow
als erster sein Wappen: einen aufgerichteten Steinbock im
Wappenschild. Einige der Freunde schauen ihm zu, andere
plaudern beim Wein. Es gibt eine Fülle zu berichten: im
Hafen waren neuartige Galeeren eingelaufen, einer sah die
Befreiung eines Sklaven, edlen Geblüts. Jeremias Wanner
aus Augsburg schilderte einen muschelngeschmückten Pilger.
"Den male mir!" rief Asmus begeistert. Sprang auf und neig
te sich über Leutrums Schulter. "Du Schelm und Schalk!"
lachte er. Christoff hat auf grünen Rasen zwischen treu
herzige Primeln ein junges Weib gemalt, das Blumen zum
Strausse fügt. Er gab ihr einen feuerroten Rock, zierte
ihn mit drei breiten goldenen Borten, ans enge Leibchen
setzte er grüne Ärmel und um den Hals und die Handgelenke
dichtgetollte Krausen. Unter dies Bildchen setzte er den
derben Vers: "Wann ich mein Jungfernschaft behalt
Biss das ich würd Kranckh schwach und altt
Als dan ess würd mich niemands wellen
Drumb will ich mich zur Venus gsellen,
Das sie mit ehren lösch mein Feuer,
Dan Feurigs macht Jungfrauen teuer."
Aber Lause Putz, ein Vetter von Asmus, zeichnete neben
sein Wappen einen Orpheus, der den Tieren singt unter einer
breiten Eiche, und hatte das Häslein nicht vergessen, das
Tier des Glücks und der Fruchtbarkeit.
Sigismund Kurtz aus Lindau zugesellte seinem Wappen das Bild
einer Meerjungfrau. Auf einem Ungeheuer stehend ritt das
männliche Weib und schwang ein gelbes Schleiersegel über
sich. Zart und fern lag die Stadt Genua.
Aus Ulm die beiden Krafft, aus Augsburg Thoma Stahell,
A. Foremberger aus Nürnberg gaben ihre Wappen, — das war
der kleinere Kreis der Freunde. Alle 26 zumal, — keiner
wäre recht zur Besinnung gekommen. Ein andermal gaben ihre
Wappen: Marx Puroner, der einen Professor karrikierte —
man sah das nur am fliehenden Mantel, an der Überlänge des
Bartes, da wird einer gefoppt. David Waiblinger trumpfte
auf mit einem Lehrer, der einen lahmen Gaul ritt, und
schrieb italienische Verse dazu. Eine Glücksgöttin auf
dem Rad, nackt und ein leuchtendes Schleierband um ihren
Körper windend, malte H.J. Oesterreicher aus Augsburg;
Joachim Eckolt, der Junge, aus Ravensburg, eine Üppige
Susanna im Bade. Stürmisch gebauscht ist der Mantel des
einen Alten, der die Schöne am Handgelenk fasst. Der zwei
te umwirbt sie untertänig. Pfau und Pfauin spazieren vorn,
seitlich fliesst ein Brünnlein; Kamm und Salbenamphore auf