Krebsregisterbericht Vorarlberg | 2019–2023 | Seite 117 von 271
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5.12 MAMMAKARZINOM
Im Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2023 erkrankten pro Jahr 279 Frauen an einem invasiven
Mammakarzinom (das sind 10% mehr als im Vergleichszeitraum 2016–2018) und 17 Frauen an einem
in situ Mammakarzinom. Brustkrebs stellt somit die häufigste Krebsdiagnose bei Frauen dar. Das
durchschnittliche Alter der Patientinnen mit einem invasiven Mammakarzinom lag bei 63 Jahren. Bei
der Erstdiagnose waren 22,6% der Betroffenen jünger als 50 Jahre, angestiegen ist der Anteil der Über-
80-Jährigen von 12,7% auf und 14,8%. Eine Erklärung könnte sein, dass vermehrt auch in dieser
Altersklasse mammographiert wird, in einer Generation, die ab dem Alter von 40–50 Jahren die
Screening-Mammographie kennengelernt hat. Die Inzidenz steigt seit den 1990er Jahren an, während
die Sterblichkeit im selben Zeitraum kontinuierlich bis zuletzt rückläufig ist. Das Verhältnis von
Mortalität zu Inzidenz zeigt daher eine leicht fallende Tendenz. Bei den Brustkrebs-Stadien zeigt sich
eine leichte Zunahme der frühen Stadien (I), als auch eine deutliche Zunahme der Stadien III und IV.
Nicht auszuschließen ist eine Diagnoseverzögerung während des ersten COVID-Jahres 2020. Das
altersstandardisierte relative Fünfjahresüberleben 2014–2018 ist im Vergleich zu 2009–2013
leichtgradig angestiegen (88,8% vs. 86,7%) und liegt damit etwas unter den Vergleichsdaten aus den
USA (90%). Die Kaplan-Meier-Kurve lässt in der Zeitperiode 2014–2023 im Vergleich zu 2004–2013 auf
einem hohen Niveau keine statistisch signifikante Verbesserung des Überlebens (overall survival)
erkennen. Die Bezirksverteilung zeigt keine relevanten Abweichungen vom Landesdurchschnitt.
Sowohl die Inzidenz- und vor allem die Mortalitätsrate liegen deutlich unterhalb des EU-Durchschnitts.
Nach einer (seit 1990 gestellten) Brustkrebsdiagnose lebten in Vorarlberg zum Jahresende 2023
insgesamt 4.195 Frauen.