Blut- und Lymphdrüsensystem
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5.8 Blut- und Lymphdrüsensystem
5.8.1 Interpretation
OA Dr. Alois Lang, Onkologie LKH Feldkirch
Die Zusammenfassung von Non-Hodgkin-Lymphomen, Hodgkin´scher Erkrankung und der
hämatologischen Neoplasien (akute und chronische Leukämien) ist aus statistischen Überlegungen
vorgenommen worden, um stabilere Raten zu bekommen. Aus medizinischer Sicht müssen die
Gruppen aber getrennt diskutiert werden.
Die Hodgkin´sche Krankheit macht etwa 0,5 % der Krebsneuerkrankungen aus. Die Fallzahlen
sind somit gering, die Behandlung ist standardisiert und wird (geleitet von der Deutschen
Hodgkin Studiengruppe um Prof. Volker Diehl, Köln) vorwiegend in (oder in Anlehnung an)
klinischen Studien vorgenommen. Ein Trend im Sinne eines Anstiegs oder Rückgangs ist nicht
auszumachen, die Mortalität hat bei Männern und Frauen in den letzten Jahren abgenommen, die
Überlebensraten gehören zu den höchsten bei Krebserkrankungen.
Leukämien sind Erkrankungen des Knochenmarks, die Unterscheidung erfolgt nach akuten und
chronischen Verlaufsformen sowie nach dem Befall der Zellart.
Die Abgrenzung zu Non-Hodgkin-Lymphomen ist insbesondere bei chronischen Verlaufsformen
(Beispiel Chronisch Lymphatische Leukämie) nicht immer möglich, eine gewisse Unschärfe
ist hier anzunehmen. Molekularbiologische Techniken ermöglichen in Zukunft eine genauere
Klassifizierung, dies gilt auch für Patienten mit Lymphomen. Die Rohrate und die altersstandardisierte
Rate bei chronischen Leukämien sind mit großer Wahrscheinlichkeit zu niedrig. Dies ist auf
verschiedene (nicht Pathologie Feldkirch basierte) Diagnostikzentren wohl mit zurückzuführen.
Non-Hodgkin-Lymphome stellen eine außerordentlich heterogene Gruppe von Erkrankungen dar.
Die Erkrankungsraten (dies ist in den Anzahlen und Rohdaten zu sehen) sind in den letzten Jahren,
parallel zu der Entwicklung in anderen westeuropäischen Ländern, deutlich gestiegen, dies ist
für beide Geschlechter anzunehmen. Verschiedene Klassifikationsschema (mit zum Teil fehlender
Vergleichbarkeit zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika) lassen eine weitere
Unschärfe in der Bewertung erkennen. Virale (Burkitt-Lymphom) und bakterielle Infektionen
(Helicobacter Pylori bei MALT-Lymphom) werden als mit ursächlich bei der Entstehung angenommen.
Berufliche und industrielle Expositionen mit Lösungsmitteln, Herbiciden und Insekticiden
sowie Schwermetallen werden als mit auslösende Faktoren in Erwägung gezogen. Der Anstieg der
Mortalität ist wesentlich weniger steil als die Neuerkrankungszahlen. Die 5-Jahres-Überlebensrate
beträgt für Männer und Frauen über 50 Prozent. Eine genauere Auswertung ist auf Grund der
gemeinsamen Registrierung der genannten Entitäten nicht möglich.