Vorarlberger Landes-Abfallwirtschaftsplan 2025+ - 4. Fortschreibung
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5.13Speiseöle und -fette
Aktuelle Situation
Wenn Speiseöle und -fette in das Abwassersystem gelangen, führen sie zur verstärkten Korrosion von
Stahlbetonkanalrohren und erhöhten Betriebskosten der Abwasserreinigungsanlagen,
beeinträchtigen Geräte und Maschinen und verschmutzen öffentliche Gewässer (Hepperger und
Hartmann 2011). Um dies zu verhindern und das energetische Potential der Altspeiseöle und -fette
sinnvoll zu nutzen, wurde 2003 der „Öli“ in Vorarlberg eingeführt. Dieses Mehrweggebinde wird im
Tauschverfahren „voll gegen leer“ in den ASZ kostenlos angeboten.
Die zeitliche Entwicklung der kommunalen Anfallsmengen ist unauffällig. Je Einwohnerin oder
Einwohner ist die jährliche Sammelmenge zuletzt um 0,7 Prozent gesunken. Erwähnenswert ist der
hohe Anteil nicht-kommunaler Mengen, die von nun an im V-LAWPl mitberichtet werden, weil dieser
mit knapp 2.800 Tonnen deutlich umfangreicher ist.
Die „Öli“-Behälter werden in der Gemeinde Fritzens in Tirol zentral gesammelt, entleert und gereinigt.
Außerdem wird hier das Altspeiseöl und -fett zur Biodieselproduktion aufbereitet, um dann in einem
weiteren Schritt von Treibstoffproduzenten zu Biodiesel verestert zu werden (Abwasserverband Hall
in Tirol – Fritzens 2024).
Bewertung des Ist-Zustands und Prognose
Die kommunale Pro-Kopf-Sammelmenge von Speiseölen und -fetten ist in etwa konstant und
wird sich parallel zum Bevölkerungswachstum weiterentwickeln. Die getrennte Altölsammlung
im Gewerbe ist etablierte Praxis. Die Verwertungswege sind gesichert. Folglich ergibt sich eine
grüne Bewertung.
Handlungsbedarf, Maßnahmen und Ziele
1. Handlungsbedarf: Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf, die Sammelmenge aus Haushalten
könnte jedoch gesteigert werden.
Maßnahme:
Öli-Behälter werden in der bestehenden Öffentlichkeitsarbeit beziehungsweise
Abfallberatung angemessen beworben.
Die Sammelmengen von Speiseölen und -fetten werden laufend beobachtet.
Im Jahr 2022 sind knapp 3.000 Tonnen Speiseöle und-fette angefallen. Das
entspricht einem Prozent des jährlichen Siedlungsabfallaufkommens in
Vorarlberg.
Sechs Prozent der Speiseöle- und fette sind kommunaler Herkunft. Im
Vergleich zum Jahr 2014 ist diese Sammelmenge um 6,5 Prozent gestiegen.