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Krankenhausseelsorge, das Jungendinformationszentrum
(AHA), die Integrierte Altenpflege (IAP) Ludesch und so
manches mehr.
Herr Dörler und Sie haben zusammen mit ihren Gattinnen viele,
teilweise doch herausfordernde Bergexkursionen gemacht. Gab
es zwischen Herrn Dörler als IfS-Geschäftsführer und Herrn
Dörler auf den Bergen einen Unterschied?
Zwischen 1983 und 2001 haben wir jährlich eine ge-
meinsame Bergwoche gemacht und waren in vielen Re-
gionen der Alpen unterwegs. Er war in beiden Rollen der
Planer, der Verantwortung übernahm und Sicherheit gab.
Und das, was er tat, hat er jeweils ganz getan. Wir konn-
ten gut eine Woche miteinander unterwegs sein (teilweise
auch mit Theo Kremmel, einem wichtigen Systempartner
im Amt der Vorarlberger Landesregierung) und die ganze
Woche kein Wort über die Arbeit reden.
Was waren nach Ihrer Einschätzung die tiefgreifendsten Er-
rungenschaften, die Herr Dörler im Institut für Sozialdienste
erreicht hat?
Manfred Dörler hat das IfS vom Pionierbetrieb zur
stabilen Organisation geführt und gestaltet. So hat er die
Voraussetzung geschaffen, dass das IfS wachsen und neue
Aufgaben übernehmen konnte. Er sorgte dafür, dass das
IfS nicht nur eine psychosoziale Facheinrichtung war, son-
dern auch eine professionelle Organisationsstruktur hat-
te: vom Verein auf wackligen Füßen zur ersten gemein-
nützigen GmbH in Österreich im Sozialbereich.
Er war aber auch und vor allem ein sozialpolitischer
Mensch. Er erkannte früh die Aufgaben der Sozialpolitik in
einer erfolgreichen Wirtschaftsregion und hat sich dafür
eingesetzt. Er dachte und gestaltete in den 1980ern schon
sozialräumliche soziale Arbeit (Beispiel: Sozialsprengel
Hard, Sozial- und Gemeinwesenarbeit Feldkirch) und be-
tonte und pflegte die notwendigkeit der Kooperation zwi-
schen Land, Gemeinden und den Sozialorganisationen.
Und er war – wie wir zu sagen pflegten – „urüabig“. Seine
Unruhe würde man heute Innovationsgeist nennen. „Dr
Schnellere ischt dr Flinkere“, „die Schnellen sind vor den
Langsamen“, „small is beautiful“ waren Sätze, die man
von ihm hören konnte.
Mit dieser Haltung gelang es ihm nicht nur zu verhin-
dern, dass das IfS mit seinen Angeboten verbürokratisiert
wurde, sondern er prägte damit die für das IfS typische
Grundeinstellung der Innovation: Es geht täglich darum,
das – aus heutiger Sicht – Richtige zu tun. Und das effizi-
ent und wirksam. Das ist das „Manfred-Dörler-Gen“, das
im IfS nach wie vor wirksam ist.
Ich weiß, eine sehr persönliche Frage: Sie haben mit Herrn Dörler
noch sehr viel persönlichen Kontakt gehabt, als er schon wusste,
dass er diese Welt in Kürze verlassen muss. Wie war für Sie die-
se Phase und wie ist Herr Dörler zu seiner Situation gestanden?
Manfred wusste sehr genau, wie es um ihn stand. Er
hat versucht, sein Leben, seine Aufgabe, seine Rolle trotz-
dem wie normal und mit voller Energie weiterzuführen.
nach außen (außerhalb seiner Familie) versuchte er, die
Krankheit nicht spürbar und sichtbar werden zu lassen.
Das gelang ihm manchmal mehr, manchmal weniger. Erst
wenige Wochen vor seinem Tod hat er für sich beschlos-
sen, seine Umgebung über seinen gesundheitlichen Zu-
stand zu informieren.
Wenn Sie Manfred Dörler in wenigen Sätzen vorstellen müssten,
wie würden Sie ihn beschreiben?
Wer ihn gekannt hat, kannte ihn! Er war ein integ-
rer und integrativer Politiker, ein visionärer und praxis-
orientierter Sozialpolitiker, eine Führungskraft mit vollem
Einsatz zum Gestalten und Umsetzen und mit starker Bin-
dungsfähigkeit. Und er konnte lachen, spannend die Welt
erklären und andere mit seiner Lebendigkeit anstecken.
Er war der
Planer, der
Verantwortung
übernahm
und Sicherheit
gab
Manfred
Dörler
prägte die
für das IfS
typische
Grundein- stellung