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Die Entscheidung, seine ihm sehr ans Herz gewachsene
Firma Künz im Jahr 1977 zu verlassen und als Geschäfts-
führer zum Institut für Sozialdienste (IfS) zu wechseln,
fiel ihm nicht leicht, berichtet seine Frau Johanna. Rück-
blickend war es für Manfred Dörler aber eine logische Ent-
wicklung, war er doch sehr stark mit sozialen Gedanken
aufgewachsen und dies prägte ihn immer mehr.
Zu seiner Familie hatte Manfred Dörler immer ein beson-
deres Verhältnis. Trotz seiner karger werdenden Freizeit
waren ihm seine Kinder und die Beziehung zu seiner Frau
Johanna ein wichtiges Anliegen. Am besten von seinen be-
ruflichen Belastungen abschalten konnte er bei Bergtou-
ren im Sommer sowie beim Schifahren und bei Schitouren
im Winter, an denen fast immer auch seine Frau teilnahm.
Die Liebe zur natur und zur Bewegung hat Dörler primär
in der Pfadfinderbewegung kennen und schätzen gelernt.
Aber auch hier war er meistens der Schnelle, der Drauf-
gänger, einfach der Erste.
Schweren
Herzens die
Firma Künz
verlassen
Frau Dörler wörtlich: „Wir haben viel miteinander geredet,
es war rückblickend eine schöne Partnerschaft. Auch dann,
wenn er mir fallweise zu schnell und zu impulsiv war.“
Besonders gern war Dörler in Damüls, wo die Familie eine
kleine Ferienwohnung hat. Mindestens hundert Mal war
er auf dem Portlahorn, berichtet seine Gattin.
Auch zu seinem Bruder Heinz, der nur wenige Monate vor
Manfred Dörlers Tod in England starb, pflegte er eine in-
tensive Beziehung.
Über seine Krankheit und das Sterben wollte Manfred
Dörler eigentlich kaum reden. Sein Gehen war absolut
untypisch und doch für ihn so bezeichnend.
Drei Jahre vor seinem Tod erhielten Manfred Dörler
und seine Gattin Johanna den medizinischen Befund vom
bösartigen Prostatakrebs. Diese Diagnose ist auf Wunsch
des Patienten bis wenige Wochen vor seinem Sterben auch
in seiner eigenen Familie verschwiegen worden. Er wollte
nicht aufgeben und vor allem wollte er nicht bemitleidet
werden. Oftmals sagte er zu seiner Frau in dieser Phase:
„Wir leben heute und jetzt, nicht morgen oder nächste Wo-
che.“ Bis zum Schluss arbeitete Dörler in seiner Funktion
als Präsident des Vorarlberger Landtags. Eine Woche vor
seinem Tod am 15. Juli 2004 sagte er zu seiner Frau und
zu seinen Kindern „Jo, es ischt so wit. I hätt gern witar
kämpft, abr es got numma.“ In den letzten drei Tagen sei-
nes Lebens konnten sich noch viele Freunde, Verwandte,
Bekannte und Wegbegleiter aus Hard und dem ganzen
Land von Manfred Dörler zu Hause verabschieden.
„Wir leben
heute und
jetzt, nicht
morgen oder
nächste
Woche.“
übeR Das
leben UnD
steRben
Belegschaft der Firma Künz