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Full text : Helene Lehner

Der zweite Weltkrieg war ausgebrochen und Ernst Lehner
hatte die Einberufung zum russland-Feldzug erhalten. Er
erlebte die Hölle von Stalingrad und geriet schließlich in
russische Kriegsgefangenschaft.

Sigrun Becvar, nichte von Ernst Lehner:
„nach Kriegsende zogen wir zu Oma und Opa (Maria und
Konrad Lehner) in die Badgasse, weil in unser Haus in der
Wilhelmstraße Soldaten der französischen Besatzungsmacht
 einquartiert wurden. Ich kann mich noch erinnern,
dass man jeden Sonntag nach der Messe bei Oma und Opa
das radio eingeschaltet hat, weil zu der Zeit immer die
namen der Kriegsheimkehrer verkündet wurden – ausnahmslos
 jeden Sonntag, drei Jahre lang. Ich weiß es noch
wie heute, als plötzlich der name Ernst Lehner aus Hard
vorgelesen wurde. Oma und Mama schlugen vor Freude die
Hände zusammen und umarmten sich. ‚Er kommt wieder,
er kommt wieder‘, jubelten sie.
Als wir ihn dann 1948 am Bahnhof in Bregenz abholten,
haben wir ihn fast nicht mehr erkannt. Er war schrecklich
 abgemagert und nicht nur körperlich, sondern auch
psychisch schwer gezeichnet. Er erzählte, er hätte sich im
Lager in Sibirien vor Hunger den Kübel von der Schweinekost
 gewünscht. Immer wieder habe man sie gequält mit
der Ankündigung, sie würden heute freikommen, und dann
habe man sie doch wieder ins Lager zurückgetrieben.  Daheim
 in Hard litt er unter Albträumen und schrie im Schlaf:
‚Sie holen mich, sie holen mich!‘ Die Gräuel von Krieg und
Gefangenschaft hat Onkel Ernst nie verkraftet. Er wurde
nervenkrank und depressiv. Erst langsam stellte sich eine
Besserung ein. Er war dann immer wieder der Onkel Ernst,
wie wir ihn von früher kannten. Er konnte mit seinem guten
 Humor eine ganze Gesellschaft unterhalten und für
ausgelassene Stimmung sorgen. Doch plötzlich kamen sie
wieder, die Depressionen.“

Am 7. Mai 1949 führte Ernst Lehner seine Braut Helene Mathis
 in der Pfarrkirche Bezau zum Traualtar. Im Elternhaus

deS KriegeS
wunden

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die

Helene Mathis und Ernst Lehner heiraten am 7. Mai 1949 in der Pfarrkirche Bezau

abgemagert
und schwer gezeichnet
            
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