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Oma hat es immer genossen, wenn irgendwo Musik gespielt
wurde. Ob bei Blasmusik oder wenn Stephanie, Mama und ich
gesungen haben, war sie immer begeistert und hat mitge-
klatscht und mitgesungen. Wahrscheinlich kommt meine
Liebe zur Musik von dieser Richtung. Die Lieder „Nach meiner
Heimat“ und zu Weihnachten „Nun nahen sich die Stunden“
waren zwei Lieblingslieder von ihr. Dank Oma werde ich diese
Lieder ewig auswendig können und immer ein bisschen für
sie singen – in der Hoffnung, dass sie dabei ist und sich freut.
Ich könnte noch vieles erzählen …
Oma in einem Satz zusammengefasst:
„Händ se z’trinka und z’eassa?“
Bernd über seine Gota Martha:
Unsere Gota war eine gute Seele, wir können uns nicht erin-
nern, dass sie je „gschnorrat hot“! Auch wenn sie in manchen
Dingen stur sein konnte, war sie immer sehr hilfsbereit! Alle
hatten bei ihr Platz. So war sie für Inge und Eberhard nicht
nur Gota, sondern auch wie eine Mutter. Jeder konnte zu ihr
kommen, wenn es Probleme gab! Zuerst wurde aufgekocht,
beim Essen wurden dann die Sorgen besprochen. Bernd kann
sich heute noch gut an seine Erstkommunion erinnern. Nach
dem gemeinsamen Besuch des Gottesdienstes waren alle bei
Gota Martha eingeladen. Es gab Kalbsbries. Das Essen war
ausgezeichnet. Am Namenstag wurde nicht nur gratuliert,
sondern die Namenstagskinder bekamen bei Martha gegrillte
Hühner serviert.
Als Schüler musste Bernd vom Bahnhof zu Fuß in die Schule
gehen. Als er größer wurde, wurde ihm erlaubt mit dem Fahr-
rad zu fahren, das er hinter dem Haus der Gota abstellen
durfte. Da die Tage der Gota mit viel Arbeit ausgefüllt waren,
gab es zum Ausgleich einige Male im Jahr einen Ausflug mit
der Großfamilie (z. B. nach Möggers)!
Einmal im Jahr gab es auch einen Betriebsausflug für alle, die
das ganze Jahr im Waldheim arbeiteten und mithalfen. Dann
hieß es für die Kinder zu Hause bleiben. War im Waldheim
viel Betrieb (Hochzeit, Fußballmatch, Firmenfeiern, …) war es
klar, dass telefoniert wurde und Bernds Eltern Bernhard und
Hilde zu Hilfe eilten. Die Kinder wurden mitgenommen oder
konnten zu Hause bleiben, sie waren oft traurig und vermiss-
ten die Mama. Oma Wilhelmine war die Chefin in der Küche
und überall und behauptete dort ihren Platz.
Martha hat manchmal sehr gern einen Eier- oder
Johannisbeerlikör getrunken, manchmal auch einen Metaxa
– davon aber nur ein Glas und nicht mehr! Der Cognac, der bei
ihr bis zuletzt immer vorrätig war, durfte nur von Gästen
verkostet werden.
Bernd erinnert sich ebenfalls, dass seine Gota immer wieder
im Gasthaus aus der Küche in die Gaststube schaute, wo sie
die Familien Wolff, Schwärzler, Fitz, Segato, Lehner usw.
sehen konnte, und sich freute, wenn sie am Tisch das Essen
genossen. Mutter Mina machte mit der umgebundenen
Schürze direkte Gästebetreuung vor Ort.
Manchmal gab Martha ihre Singkunst zum Besten. Sie sang
„Händ se z’trinka
und z’eassa?“
"a Eierlikörle,
aber nur oans!"
Martha liebte es, wenn die Sippe „mit Kind und Kegel“ zum Feiern zusammenkam.