Martha als junge Frau
Bernhard Füssinger
(1894-1939)
Sterbebild
Wilhelmine Füssinger
im Garten des GH
Waldheim beim
„Beuschel schneiden“.
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Tante Martha - so habe ich sie immer genannt, obwohl sie
nicht meine Tante war. In meiner Erinnerung trug sie die
meiste Zeit eine Mantelschürze, darüber noch eine Schürze.
Ein typisches Merkmal für sie und die viele Arbeit, die sie
während ihres langen Lebens verrichtet hat. Bei Festen trug
sie ein schönes Kleid mit Perlenkette. Was mir auch von ihr in
Erinnerung blieb, ist die Ruhe, die sie ausstrahlte, aber auch
die Schlagfertigkeit und die Kommentare in den verschie-
densten Situationen, ihr Humor, die Geselligkeit …
Marthas Vater Bernhard Füssinger ist 1894 in Hergens-
weiler – Sigmarszell in Deutschland geboren. Er wurde Wirt
im „Gasthaus zum Bad Diezlings“ in Hörbranz, wo auch
Marthas Mutter Wilhelmine, geborene Bereiter, als Bedienung
arbeitete. Dort haben sich Marthas Eltern kennengelernt.
Marthas Großvater, Johann Füssinger, hat Bernhard und Wil-
helmine (auch Mina genannt) zur Hochzeit am 4. Mai 1920
das Gasthaus Löwen in Hard gekauft.
Das Gasthaus steht an der Einmündung zur Seestraße und war bis
1790 die Wirtsbehausung des Zollers, die laut Steuerbeschreibung
mit neun Gästebetten für Übernachtungen ausgestattet war. Das
Amt des Zollers hatten durch Jahrhunderte die Bücheles inne. Mit der
Einführung des staatlichen Mautsystems 1807 waren die Zoller
überflüssig geworden. Die Eigentümer und Pächter des Gasthauses
Löwen wechselten im Laufe der Jahre öfters.
MARTHA REINER
* 9.10.1921 in Hard, † 24.4.2017 in Hard
von Edith Loser