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Full text: Jakob Neyer

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Am 28. Juni fallen in Sarajewo die Schüsse, die den Ersten 
Weltkrieg auslösen. Thronfolger Franz Ferdinand, der Neffe 
von Kaiser Franz Joseph, hatte geplant, das Reich föderal zu 
organisieren und alle Völker gleichberechtigt anzuerkennen, 
was ihm bei den Ungarn wenig Sympathien einbrachte. 
Nach einem von Serbien nicht erfüllten Ultimatum erklärt 
Österreich-Ungarn Serbien den Krieg – ausgelöst durch die 
Ermordung Franz Ferdinands 1914 in Sarajevo. Dieser Lokal- 
krieg wurde, auf Grund der Interessen der Großmächte, 
innerhalb weniger Tage zum Kontinentalkrieg respektive 
zum Ersten Weltkrieg. Der Erste Weltkrieg war der erste totale 
Krieg. Das betrifft die globale Teilnehmerschaft genauso wie 
die umfassende Mobilisierung von menschlichen und 
materiellen Ressourcen. Im Wettlauf der Nationen, den 
jeweils anderen durch einen militärischen Präventivschlag in 
ihren Expansionsbestrebungen zuvorzukommen, wurde eine 
Katastrophe von unvorstellbarem Ausmaß herbeigeführt. 
Weder militärisch noch hinsichtlich der Lebensmittelversor- 
gung der Bevölkerung war Österreich-Ungarn auf einen 
mehrjährigen Krieg vorbereitet. Die patriotisch-chauvinisti- 
sche Stimmung, die auch in Vorarlberg grassierte und von 
der konservativen und nationalen Presse geschürt wurde, 
machte blind für das Elend, das mit dem Krieg verbunden 
sein würde. Das ländliche Vorarlberg ohne wesentliche 
Rüstungsindustrie hatte weniger Militär-Freistellungen 
und deshalb überdurchschnittlich viele Kriegstote. 
JUGEND IM 
1. WELTKRIEG 
Jakob Neyer im Ersten Weltkrieg (1. Reihe 2. von rechts)
	        
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