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keine großen Feste mochte, dafür umso mehr das sonntägli-
che Kegeln auf der hauseigenen Kegelbahn. Jakob Neyer war
ein fleißiger, großzügiger und sehr hilfsbereiter Mann. In
Erinnerung blieb er der Familie in seiner grünen Schürze, die
er bei der Arbeit in der Sattlerei trug. Geboren wurde Jakob
Neyer als zweites Kind von Barbara und Konrad Neyer im
Bregenzerwald. Als Jakob zwei Jahre alt war, starb seine
Links Schwester Maria und Halbschwester Hermine
Rechts: Halbschwester Katharina um ca. 1912
KINDHEIT
UND JUGEND
Mutter und sein Vater heiratete alsbald Anna Maria Feuer-
stein. Jakob übersiedelte im Alter von sechs Jahren mit seinem
Vater, seiner Stiefmutter, zwei Geschwistern und zwei Halb-
schwestern nach Hard. Am 30. Juli 1899 kam die Familie im
Dorf an und bezog ein Haus in der Sägewerkstraße 40.
Weshalb es die Familie nach Hard verschlug, ist den Nach-
fahren nicht mehr bekannt, wohl aber steht geschrieben, dass
Hard damals schon ein attraktiver und lebenswerter Ort war.
Bis zur Jahrhundertwende war Hard zur größten
Dorfgemeinde des Bezirkes Bregenz mit annähernd 3.000
Einwohnern herangewachsen. Das neue Harder Schulhaus
galt als das modernste im Lande, ein Kindergarten und ein
Armenhaus waren vorhanden, eine moderne Trinkwasser-
versorgung für Hard und Fußach war im Werden, das neue
Spritzenhaus wurde 1904 bezogen, die Gemeindestraßen
waren in einem klaglosen Zustand und mit Petroleumlampen
beleuchtet. Eine 1890 gegründete Raiffeisenkasse zeugte vom
Spar- und Geschäftssinn der Bürger. Die Elektrifizierung der
Gemeinde war in das Stadium der Verwirklichung getreten,
die große dreischiffige Kirche und der Friedhof durften sich
sehen lassen. Im Bewusstsein dessen fasste der Gemeinde-
ausschuss den einstimmigen Beschluss an den Kaiser die
Bitte zu richten, er möge Hard den Titel und Charakter einer
Marktgemeinde und die Bewilligung zur Führung eines
historisch begründeten Gemeindewappens verleihen. Mehr
als ein halbes Jahr war vergangen, da traf ein Telegramm des
k. k. Statthalters aus Südtirol ein, welches lautete: „Kaiser
hat Gemeinde Hard zum Markte erhoben. Beglückwünsche
die Gemeinde herzlich zur Markterhebung. Statthalter.“
Aufnahme in den Harder Heimatverband fand Familie Neyer
allerdings – zumindest aus rechtlicher Sicht – erst im Jahre
1912, als sie das Heimatrecht beantragten. Diese Verleihung
wäre nicht viel früher möglich gewesen, da sie an einen
ständigen Aufenthalt von mindestens zehn Jahren ohne
Unterbrechung gebunden war. Die Bewerber durften u.a.
während der festgesetzten Aufenthaltsfrist der öffentlichen
Jakobs Eltern:
Konrad und Barbara Neyer geb. Fröwis
"Am
schönsten
ist es
zu Hause"