MUSEUM FÜR LEBENSGESCHICHTEN Helmut Kopf
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AUSBILDUNG UND BERUF
Helmut wurde im September 1947 in die erste Klasse der Volksschule Markt ein-
geschult und hat diese mit Fleiß und sehr guten Leistungen absolviert. Nach der
Grundschulzeit besuchte er die Handelsschule in Bregenz und hat im Anschluss
auf der Hypobank, ebenfalls in Bregenz, die ersten Berufserfahrungen gesam-
melt. Diese Zeit war rasch beendet, als er von Bürgermeister Anton Gorbach
abgeworben wurde. Im Januar 1962 übernahm Helmut die Buchhaltung in der
Marktgemeinde Hard. Nachdem er später seine soziale Ader entdeckte, ließ er
sich für den Besuch einer Sozialakademie in Salzburg freistellen. Als er bereits
nach zwei Monaten zurückkehrte, weil die Ausbildung seinen Vorstellungen nicht
entsprach, wollte er nicht mehr in die Buchhaltung zurück und konnte das Sozial-
amt und die Vertretung des Standesamts übernehmen. Eine Stelle, die für Helmut
maßgeschneidert war. Hier konnte er fachlich und menschlich wirken und vieles
bewegen.
Bei Bedarf war er auch samstags im Büro, um Unerledigtes abzuarbeiten und am
Montag für die neu anstehenden Aufgaben bereit zu sein. Er war als Einziger zu-
ständig für das Sozialwesen – das damals noch unter der Bezeichnung Fürsorge
lief – und hatte viel Parteienverkehr.
Ein großer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Wohnungsvergabe. In den 1970er-
Jahren kamen viele Gastarbeiter nach Hard, die Sozialwohnungen benötigten. In
der Südtirolersiedlung, in verschiedenen Vogewosi-Wohnungen, in der Rheintal-
siedlung, der Landstraße und der Kiese ging Helmut oft ein und aus. Er war allein
für alle Wohnungsvergaben zuständig und hat sich mit großem Einfühlungsver-
mögen um die Anliegen der Wohnungssuchenden gekümmert. Wenn anfänglich
streng nach Listen gereiht wurde, hatte er später die Berechtigung, auf Dring-
lichkeiten einzugehen.
Helmut vor seinem
Arbeitsplatz im Sta-
delmannhaus, dem
Standesamt, Sozial-
und Wohnungsamt.