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Full text : Dornbirner Gemeindeblatt 1870 (1870)

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Mittheilungen.

Dornbirn, 4. Juli. Der neue Bezirksrichter, Herr Linser, vordem
k. k. Staatsanwaltsstellvertreter in Feldkirch, kam gestern Nachts hier an, und trat heute
bereits sein Amt an. Wir begrüßen in demselben einen ebenso eifrigen, als tüchtigen
Beamten, wie auch einen aufrichtigen Freund des Volkes

Dornbirn, 5. Juli Der von der Gemeinde angestellte neue Thierarzt, Herr
Ignaz Rieker, ist gestern hier angekommen und hat seinen Wohnsitz im ehemaligen
Löwenwirthshause in der Riedgasse aufgeschlagen. Seine Familie, bestehend in Frau
und Tochter, sind zugleich mit ihm eingetroffen.
51uDornbirn, 4. Juli. Die Kommission, welche die Landtagswahl zu leiten hat,
besteht nach Vorschrift des S. 25 des bezüglichen Gesetzes aus dem Bürgermeister (oder
seinem Stellvertreter) und zwei Mitgliedern der Gemeindevertretung und aus vier vom
politischen Wahlkommissär ernannten Wahlberechtigten. — Seitens der Gemeindevertretung
wurden in der vorgestern abgehaltenen Ausschußsitzung mit großer Stimmenmehrheit gewählt:
Herren Alt-Bürgermeister Arnold Rüf und F. Martin Hämmerle.

Dornbirn, 9. Juli. Zu Mitgliedern der Wahlkommission wurden Seitens der
politischen Behörde ernannt die Herren: Bezirksgerichtsadjunkt Großrubatscher, Dr. Martignoni,
 Wilhelm Rhomberg, Dr. Lindner.

Dornbirn, 6. Juli. Heute wurde die Herstellung des Haselstauder Feuergrabens
in zwei Abtheilungen versteigert, und im Ganzen um 608 fl. angebracht. — Das Expositurspfründhaus
 im Hatlerdorf wurde um 2199 fl. zur Ausführung (Unterdachstellung des
Rohbaues) übernommen. — Der Feuergraben war auf 674 fl., das Pfründhaus auf
2591 fl. veranschlagt. Beide Arbeiten werden muthmaßlich, sofort in Angriff genommen. in
An der Oberdorfer Straße und bei dem schönen Pflaster in der Riedgasse ist Alles
rührigster Thätigkeit und die Arbeiten gehen fröhlich von statten.

Dornbirn, 8. Juni. Heute Morgen, ungefähr um 8 Uhr, wurde das 3 jährige
Knäbchen des Hutmacher Zumtobel in der Straßenenge zwischen der alten Apotheke und
dem Hause von Schlossers Hannes (Bockackerweg) durch ein hinteres Rad eines Sandfuhrwagens
 überfahren. Der Vorgang war ein solcher, daß der Fuhrmann von jeglicher
Schuld freigesprochen werden muß. Wenn Jemanden eine Schuld beizumessen wäre, so
wäre das vor Allem der peinlichen Enge dieser vielbefahrenen Straße. Wie sehr dieser
Uebelstand schon längst empfunden wurde, mag nachfolgendes Schreiben beweisen, welches
der Gemeindevorstehung von einem der hervorragendsten Mitglieder des hiesigen liberalen
Vereines, einem Manne, der zugleich unter die Ersten unserer Bürgerschaft gehört, erhalten
 hat, und welches derselbe in Folge einer bezüglichen Verhandlung im genannten
Vereine schon im Frühjahr an die Gemeindevorstehung gerichtet hatte. Die Gemeindevorstehung,
 beziehungsweise die gegenwärtige Gemeindevertretung, hat gewiß nichts unterlassen,
 anzuregen und auszuführen, was dem gesteigerten Verkehre innerhalb unserer Gemeinde
 zur Erleichterung und zur Förderung dient, aber — man kann eben nicht Alles auf
einmal zu Stande bringen. — Der heutige Unglücksfall bildet eine traurige Beleuchtung
zu dem erwähnten Schreiben, das hier folgt:

„Dornbirn, am 12. März 1870. Sehr erfreulich ist es zu sehen, wie viele schöne und
„praktische Bauten seit kurzer Zeit ausgeführt und noch in der Ausführung begriffen sind,
„wie z. B. die Schwellwuhre in der Ach, das Straßenpflaster in der Riedgasse, die Er¬„weiterung
 der Straße nach Oberdorf. Eben so nothwendig als oben erwähnte Bauten wäre
„die Erweiterung der Straße im Bockacker (wenigstens vom Gerber Feurstein bis Schreiner
„Thurnher), denn diese ist so schmal, daß an vielen Stellen zwei Wagen einander nicht aus¬
            
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