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Zur Thierschau. Nach bereits eingelaufener Mittheilung wird die hohe Regierung
einen Vertreter vom Ackerbau-Ministerium nach Vorarlberg entsenden, um der
Thierschau in jedem Bezirke, wie auch der landwirthschaftlichen Ausstellung von Pro¬
dukten und Geräthschaften in Rankweil beizuwohnen.
Es tritt somit an alle Landwirthe die Verpflichtung heran, die Ausstellungen ja
recht reichlich zu beschicken; namentlich werden zu Folge dessen alle Landwirthe unserer
Gemeinde und unseres Bezirkes höflichst ersucht, all das ihrige beizutragen, damit die am
4. Oktober abgehaltene Thierschau ihren besten Schmuck entfalte. R8
Der schönste Schmuck eines solchen Festes aber ist und bleibt eine große Auswahl
von gut gebauten Stieren, Kühen, Rindern und Kälbern. Nachdem aber viele recht schöne
Exemplare von allen diesen 4 Gattungen in Dornbirn stehen und bis jetzt leider manche
zur Ausstellung noch nicht angemeldet worden sind, werden die Besitzer derselben dringend
gebeten, diese bis längstens kommenden Mittwoch in der Gemeindekanzlei oder beim Bezirks¬
obmanne, Herrn Lehrer Bohle, anmelden zu wollen.
Eine recht zahlreiche Beschickung der Thierschau hat einen mehrfachen Werth. Erstens
wird mancher Aussteller einen Käufer für das ausgestellte Thier finden und einen größeren
Erlös erzielen, als auf dem Markt selber. Zweitens wird eine reichhaltige Ausstellung
den Beweis liefern, wie sehr unsere Landwirthe den Werth solcher Ausstellungen und die
Nützlichkeit der Bestrebungen des landwirthschaftlichen Vereins bereits schätzen und würdigen
gelernt haben; der Herr Regierungsvertreter wird aus dieser Wahrnehmung die Ueber¬
zeugung schöpfen, daß die dem Lande Vorarlberg gewährten glänzenden landwirthschaftlichen
Aufmunterungsgelder wohl angewendet werden, und wird Anlaß haben, ihre fernere Ge¬
währung als fruchtbar bei der hohen Regierung zu befürworten.
ntu 1iWolle daher Jeder, der in der Lage ist mitzuwirken, die gewohnte Scheu ablegen
und das seine thun, damit unsere Thierschau ein reiches und belebtes Bild landwirth¬
lichen Strebens und Segens darstelle, den Beifall der Kenner ernte, und mit der Ehre
der Gemeinde die Ehre des Landes erhöht werde!
Dornbirn, am 25. September 1870.
Das Ausstellungs-Komite für den Bezirk Dornbirn.
Dornbirn, 14 September. Wie wir nachträglich aus den Schweizer Blättern
erfahren, hat der schweizerische Bundesrath die Grenzsperre nicht blos gegen Oesterreich
ondern auch gegen Deutschland angeordnet, und zwar wegen der Rinderpest, welche in einigen
Gegenden Deutschlands, und auch in jenen Strichen Frankreichs aufgetaucht ist, welche
gegenwärtig vom deutschen Kriegsheere durchzogen werden. Die Krankheit wurde wahr¬
cheinlich durch aus Rußland eingeführtes Schlachtvieh in's Land gebracht, wie das trotz aller
Vorsichtsmaßregeln alljährlich in den östlichen Theilen des preußischen und des österreichischen
Staats der Fall ist. Diesmal gewann leider das Uebel wegen der großen Erfordernisse
für das deutsche Kriegsheer eine größere Ausdehnung. Hoffen wir, daß auch unsererseits an
der bairischen Grenze gute Wache gehalten werde!
Dornbirn, 20. September. Man hat uns aufmerksam gemacht, daß schon seit
Jahr und Tag ein paar Kinder aus einer benachbarten Gemeinde mit besonderer Frechheit
den Haus- und Gassenbettel betreiben. Nachdem dieselben sich mit großer Gewandtheit den
Verfolgern der Organe der Ortspolizei zu entziehen verstehen, so wird sich Jedermann um
die öffentliche Ordnung verdient machen, wer der Ortsobrigkeit zur allfälligen Habhaft¬
werdung dieser Kinder verhilflich ist. — Das sicherste und einfachste Mittel wäre aber
freilich, solchen kleinen Professionsbettlern niemals etwas, auch nicht das Geringste zu
verabreichen. Jeder Vernünftige muß einsehen, daß in solchen Fällen nicht die Armuth
unterstützt, sondern die Liederlichkeit, und bisweilen sogar die abscheulichste Liederlichkeit 6e