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Dienstj ub iläum des Lehr ers M. Rünzler. Ueber Anregung des Lehr¬
k örpers von Haselstauden veranstaltete der Lehrk örper der hiesige n Volks¬
schule n zu Ehren des Kollegen Michael Rün zler, Lehrer an der Sc hule in
Wins au, anläßlich s eines heuer zurückgelegten fünfz i gsten Dienstjahres ein
kleines Fest, welches verflossenen Donnerstag in dem freundlichen und ge¬
räumigen Speisesaale zum Hirschen in Haselstauden abgehalten wurde. Außer
dem gesammten Lehrkörper (es fehlten nur 2 Mitglieder) waren zum Feste
erschienen: der Herr Pfa rrer mit den Herren Kaplänen von Hasels tauden,
Oberdorf und Hatlerdorf, ferne r der Herr Bürgermeister als Vors itzender
des Orts schulrathes mit den Herrn S chulinspektoren von Ha selsta uden, Ober¬
dorf und Ma rkt. Das Fest nahm um 1 Uhr seinen Anf ang mit einem
wohlschmeckend en Mahle, und endete erst spät Nachts. Herr Le hrer Meusburger
begrüßte den Jubil ar Namen s der Festgenossen in einer bilderreichen hoch¬
gehaltenen Ansprache. Herr Schulleiter Sohm von Haselstauden schilderte
mit warmer Empfindung den Lebensgang des Herrn Jubil ars und brach te
auf denselben ein Hoch aus, in w elches die ganze Versamm lu ng laut und
lu stig einstimmte. Alles ergriff die Gläser und erhob sich, um mit dem
J ubilar anzustoßen. Ein halb heiteres, halb wehmütiges Bild gewährte es,
wie die jüngste Lehrkraft, Frl. Schmi dt, fröhlichen Angesi chts auf den im
Dienste ergrauten Kollegen zutrat und frisch und freudig mit demselben das
Glas kling en ließ! Wir entnehmen der Da rstellun g des Herrn Festr e dners
Sohm Folgendes aus dem Lebe nsgan ge des Herrn Jubila rs. Derselbe wurde
in dem Haselstauder B e rgörtchen Kalben am 10. Juli 1806 geboren, be¬
suchte die Vol ksschule Hauat sechs Win ter lang, wo er sich durch Fleiß und
Kenntnisse dera rt hervorthat, daß der damal s in Hauselsta u den wirkende
Kateche t Pril seinen Vater bewegte, den Knaben weiter lern en zu lassen.
Er wurde in Folge desse n 1819 an die S chule im Markt gegeben, we lche
dam als nur 2 Klas sen hatte, und die einzige in der Gemeinde war, an der
auch Sommerschule abgehalten wurde. Im gleichen Jahre ver lor er s einen
V ater, was in den Plan, sich weiter auszubilden, eine mehrjährige Störung
brachte, weil der Knabe zur Besorgung der häuslichen und landwirthschaft¬
lichen A rbeiten der Mu tter beizustehen hatte. Erst im Jahre 1825 gelang
es ihm wie der einen Schritt weiter zu kommen. Die Mutter erlaubte ihm
den Zmonat lic hen Präparan den k urs in Begenz mitzumachen und denselben
im Jahre darauf zu wiederholen. Damit hatte er sich die Bahn zum Lehr¬
amte eröffnet, indem er von da an bis zum heutigen Tage mit anerkennens¬
werth em Fleiß und Pflichteifer ohne Unterbrechung fortwirkte. Am 16. Sept.
1830 erhielt Rünzler die de finitive Anstellung an der Schule in Salzmann,
wo er bis zum Jahre 1843 verblieb. In diesem Jahre wurde ihm die
S chule in Wat zenegg über geben, die er bis zum Jahre 1853 b esorgte. Im
Jahre 1853 kam er an die Schule in Ha uat, kehrte aber im Jahre 1860
auf drei Jahre an die Schule in Watzenegg zurück. Von hier trat er (im
Jahre 1863) die letzte Wanderung an, die Uebersiedlung nach Winsau. Auf
den Verl auf des Fest es zurückkommend haben wir zu berichte n, daß nach