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Geme inde rath Jo seph Mayer F. Schmerzerfüllt ergreifen wir di
Feder, um den am verflossenen S onntag erfolgten Hingang unseres lieh
Amtsgenossen zu verzeichnen. Sein Abschie d ist uns schwer an's Herzg ¬
gang en. Wir haben an ihm eine Kraft verloren, die noch bis vor K ürzen
auf ihrer voll en Manneshöhe st and, und für die ein voller Ersatz nicht s
bald sich finden dürfte. Im Jahre 1873 wurde Mayer zum er sten Ma
in den Gemeind ea usschuss gewählt, wel che Wahl sich in den nachfolgende
Wahlpe rioden 1876, 1879, 1882 u. 1885 ununterbrochen wiederholt
Im Jahre 1876 wurde er Gemeindera th und verblieb es ohne U nterbrechun
bis zu s einem Ableben. In Comites, w elche einen wichtigen und schwierige
Gegenstand zu behandeln ha tten, feh lte der Name Mayer selt en einmal
Seine auß ero rdentliche Sach- und Per sone nken ntnis, die ruhi ge Ueberlegung
mit der er alle Verwaltu ngsfrage n anzufassen v erstand, die feine Klu gheit,
we lche er bei Verfolgun g wichtiger Aufgaben der Gemeind e verwaltung an
den Tag legte, begründeten ihm ein Vertrauen, wel chem se lbst viele seine
politi sche n Antipoden sich nicht zu entziehen vermochten. Gleich von Anfan
an wurde Mayers Befäh igung für die Stelle eines Gemeindevertreters er
kannt, und immer mehr und mehr hatte man Gelege nh eit seine wachsende
B efähigung für diese schöne aber sorgen voll e Aufgabe würdigen zu lerne n
Aber nicht bloß durch die ungewöhnliche Be fähigu ng, sonder n ganz besonder
durch seine unverdrossene, keine Zeit, keine Mühe, und keine sonstigen Opfe
scheu ende Hingebung zeichnete er sich aus. Ganz besonders aber hat das
Vier tel, dess en Interessen zun ächst zu vertreten und zu besor gen ihm obla g,
Ursache sein Ande nken zu ehren. Wir erin nern nur dar an, was Maye
für die Entwäss erung des Hatlerfeldes, in Sachen des an Verdri eßlichkeiten
reich en Grabenwesens, insbesond ere bei der Durchfüh rung des g roßen Werkeder
Landgr abenregulierung gethan hat. — Aber wir wis sen, Mayer wal
auch ein Mann guten Herz ens und ein ge wiss enhafter , wohlwolle nder Rathgeber
für die Vielen und Vielen, welch e sich vertrauensvoll ihm zuwandten.
Das Vi ertel Hatlerdorf hat in ihm einen seiner vortr effli chs ten Mitbürger,
die Gemeindeverwaltung eine ihrer bew ä hrtesten Kräfte zu beklagen.
Darum folgt e auch dem Sarge eine ganz ungewöhnlich zahl reiche Menge
Leidtragender aus Nah und Fern, und aus allen Kreisen der Bevöl kerung
Mayer hinterlässt eine trauernde Witwe mit 10 Kindern, von denen
das älteste kaum 16 Jahre zählt. Mayer fühlte sich schon seit Jahr und
Tag brustleidend. Jener Brand aber, welch er in einer kalten Decembe r nacht
v. J. in s einem Hause ausgeb rochen war, und bereits einen bedenklichen
Umfang erl angt hatte, und den er nur mit dem Aufgebote der äußerst en
Kraft und Um sicht (baar fuß und nur mit Heind und Unterhosen bekleidet
niederzuhalten vermochte, hat, wie aus seine n wieder holten Bemerkungen ent
n ommen wer den konnte, einen schwe ren und verhängnissvollen Ein druck au
sein kör perl iches Befinden hervorgebracht und hinterließ offenbar den Keim
zu der schlimmen Weiterentwicklung sein es latente n Brustleidens. Sein
Lebensmuth war gebrochen, seine Thatkraft erlahmte. Am 6. August war