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Full text: Dornbirner Gemeindeblatt 1914 (1914)

lichsozialen und bringt eine in diese m Sinne ge¬ 
halte ne Erklärung zur Verlesung, in we lcher über 
dies dem Bürgermeister Vorwürse gemacht werden 
der Vora nschl ag als mangelhaft kritisiert und zun 
Schlusse ausgedrückt wird, daß die s ozialdemotra 
ti schen Gemeindevertreter der christlichsozialen Parte 
das Mißtrauen entgegenbringen und gegen den Vor 
a nschlag stimmen we rden 
Der Vorsitzende wendet sich mit aller Entschieden 
heit gegen die erhobenen Vo rwürfe in der verlesenen 
E rklärung und fo rdert den G.=A. Franz Rusch aus 
drücklich auf, doch Klage zu f ühren, wenn eine par 
teiische oder gar ungesetzliche Amtsführ ung vorgekom ¬ 
men sei 
In der Besprechung des Voranschlages im beson¬ 
deren wird Post für Post verlesen und folgende Er 
ledigung durchgeführt 
Zu 1. Keine B emerkung 
Zu 2. Zinsen von Passivkapitalien. G.=A. Fran 
Rusch ste llt die Anfr age, wieso es komme, das 
der Zin sfuß bei versich erten Kapitalien erhöht 
wurd e. 
S t.=R. Al bert Winsauer verweist auf die all= 
gemein eingetretene Erhöhung des Zinsfußes 
welche die s t ädtischen Passivkapitalien nicht ver 
sch ont habe 
G.=A. Josef Sm etana stellt die Frage, wi 
hoch die aufgenomm enen Gelder der Stadt ver¬ 
zinst werden müssen 
Der herbeigerufene Gemeind ekas sier gibt di 
Antwort 
G.=A. Josef Sme tana fragt we iters, für welche 
Unternehmung en die s chwebende Schul d in An¬ 
spruch gen ommen würde 
St.=R. Albert Winsauer erwidert, diese S chuld 
werde zur Deckung der Auslagen für die Achregu¬ 
l ierung, die Erstell ung des Knop fweges u. a. be 
ansprucht werden 
G.=A. Dr. Erwin Fußenegger erkundigt sich, 
wie die Angelegenhei t bezügl. des K nopfweges ste ht, 
insbesondere über die Aen derung der Genos sen 
schaft in eine Interessentschaft 
Der Bürgermeister bemerkt hi ezu, daß gestern 
eine Einigun g in den Streitfragen zustan de ge¬ 
kommen sei und voraussichtlich demnächst die volle 
Erledigung erfolgen w erde. Zur Aend erung der 
G enossens chaft in eine Interessentschaft aber se 
laut der vom Gemein d eaussch usse angenommenen 
Satzungen die Knopfweg=Inter es sentschaft s ver¬ 
sammlung, in welcher die Stadtgemeind e durch 
die Mitglied er des Forstrates und den Bürger¬ 
meister vertreten sei, berechtigt 
Zu 3. und 4. Keine Bemerkung 
Zu 5. Einhaltung der Gebäude. G.=A. Schulleiter 
Hans Martin st ellt die Anfrage, ob die Einstellung 
des Betr ages von 1000 Kr. für die Instan dhal 
tung des Bezirksge richtsgeb ä ude s (alt) e rforde rlich 
wäre 
St.=R. Albert W insauer und der Vorsitzende 
antworten, daß die Möglichke i t bestehe, schon im 
Herbst 1914 das Gebäude frei zu bekommen und 
dann instandsetzen zu mü ssen 
Zu 6. Straßen= und Wasserbau. G.=A. Lehr er An¬ 
on Walter stellt nach kurzer Begründung der 
Antrag 
„Der Gemeindeaussc huß wolle bes chließen 
Die Dr. Waibelstraße werde vom Marktplat 
bis oberhalb des Rathausplatzes neu gepfla¬ 
stert und ein entsprechender Betrag hiefür in 
3 
den vorliegenden Vor anschlag ei ngesetzt" 
G.=A. Franz Rusch st ellt den Antrag: „Längs 
der Ach (von der Sägerb rücke bis zur Schmelz 
hütterbrücke) ist auf der rec hten Seite zun 
Sch utze der Bevö lkeru ng ein Geländer zu er 
stellen. 
G.=A. Lehre r Anton Walter empfiehtt di 
Beseiti g ung des U eb elstandes, daß bei Entlee¬ 
rung der Stra ßensch ächte der Inhal t zu lange 
offen liegen blei bt 
G.=A. Schu lleiter Hans Martin stel lt den 
Antrag: „Die Ge meind evertre tung wolle be¬ 
schließen, ein generelles Kanalisationsprojekt 
ausarbeiten zu lassen und seien für das laufend 
Jahr Kr. 1000 in den Voran sc hlag einzusetzen“ 
G.=A. Josef Mül ler hält es für angebracht, 
die Vermehrung der Anstandsorte in D ornbirr 
zu befür wort en. Hiezu spr icht auch G.=A. Leh ren 
Anton Walt er 
G.=A. Albert L echer befürwortet die Ver¬ 
längerung des Gehweges an der Eisengasse vom 
Gasthaus zum Lamm bis zum Fischbach 
G.=A. Dr. Erwin Fußenegger stellt den An¬ 
trag: „Es wird der Antrag gestel lt, falls die 
beschlossene Kanalisierung des Ha tler Feuergr a 
bens von der Kirche bis zur Ach in diese m 
Jahre nicht durchgeführt wird, wenigstens die 
G ehwegstreck e auf dem H atler K irchplatz neu 
e rstellt wird' 
St. R. Otto Fußenegger glaubt, diesem An¬ 
trage könne entsp rochen werden, ohne Aende 
rung des Voranschlages 
Der Vorsitzen de nimmt nun das Wort zu der 
eing eb rachten Anregung en und Ant rägen 
Die Anregung des G.=A. Josef Müller sei bis 
ach Erstellun g einer einheitlichen Wasserversorgung 
nur schwe r durchzuführen, da bis dahin eine Wasser 
pülung fehle 
Bezüglich des Antrages des G.=A. Sc hullei ter Hans 
Martin sei zu bemerken, daß eben schon in früheren 
Zeit planlos die Kanal i sation durchgeführt wurde 
und nun die Aufnahme eines Pla nes besse r ers 
mit der Erstell ung einer Wasserleitungsanlage er 
fol ge. Hiezu spricht wei ters G.=A. S chulleit er Hans 
Ma rtir 
Dr. Fußenegger stell t die Anfrage , wo nunmehr 
die Gemeindearbeiter krankenversichert sind 
Hiezu entwickelt sich eine längere Wechselrede, an 
welcher sich St.=R. Gustav Rhomberg, G.=A. Josef 
Müller und der Fragestelle r wieder holt beteiligen. 
Schließlich wird Berichterstat tung in dies er Ange¬ 
legenhe it in der nächsten Sitzung in Aussicht 
genomme n 
Der Vorsi tzend e b ringt nun die gestellten Anträge 
zur Abstimmung und hi ebei wird: 
1.Der A ntrag des G.=A. Lehrer Anton W alter 
bezüglic h Pflästerung einer Teilstrecke der Dr 
Waibelstraße abgelehnt. 
Der Antr ag des G.=A. Franz Rusch betreffend 
Erstellung eines Geländers an der Ach abge¬ 
wiesen. 
Der Antra g des G.=A. Dr. Erwin Fußenegger au 
Neuerstellung des Gehweges auf dem H atler Kirch ¬ 
platz zum Beschlusse er hoben. 
4. Der Antrag des G.=A. Schul leiter Hans Martin 
bezügl. eines Kanalisationsprojektes abgelehn t. 
Zu 7. Schulanstalten. G.=A. Lehrer Anton Walter 
stellt den Antrag. „Der Gemei ndeau s schuß wolle
	        
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