Skip to main content

Full text: Dornbirner Gemeindeblatt 1916 (1916)

4 Sorge 
zu tragen. Er bea ntragt auch, gegen die 
zu befürchtende Mäuseplage im kommenden Früh¬ 
jahr Abhilfe zu schaffen, überhaupt der Landwirt 
schaft noch erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen, da 
die Z eitlage hierz u dräng e 
Der V orsitzend e nimmt diese Anregu ngen gern 
entgegen und bezeichnet namentlich die bestmögliche 
A usnutzung von Grund und Boden als eine mehr 
denn je notwendige Angelegenheit, wel cher di 
Sta d t vertretung gewiß die vollst e Würdigung an 
g edeihen lasse 
Hi emit war die Tagesordnung erledigt und de 
Bürgermeister nimmt das Wort zu na c hstehender 
Ansprache: 
Meine Herre n! Wir stehe n am Beginne eines 
neuen Jahres. Ich benütze die heutige Gelegen heit, 
den sehr geehrten Mitgliedern der Gemei ndev er 
tretung zum Juhreswechsel die beste n Glüc k= und 
Seg ens wünsche aus zus prechen. Mehre re H errer 
Ausschußm itgl ie der rücken anfangs des neuen Jahre s 
zur Kriegsdienstleistung ein und ihnen enbiete ick 
zur Einrückung meine besonderen Glückwünsche 
damit sie glücklich in die Heimat wiederkehren 
Schon seit 17 Monaten tobt der fur chtbare 
blutige W eltkrieg. Sein Ende ist noch nicht abzu 
ehen. Wer weiß, ob wir den Höhe punkt der Schwie¬ 
igkeit en schon überwunden haben. Wir ho ffen aber, 
das neue Jahr werde uns den Frieden bringen 
und wir wollen in dieser eisernen Zeit fest und 
treu zusammen halten. Ich danke den Herrer 
Ausschußm itgliede rn für ihre bisherige Mitarbeit 
und wünsche no chmals allen ein „ glückselig Neujahr, 
Sch luß der Sit zung: 8 Uhr 25 nachts. 
Berufung en gegen die hi emit verlautbarten Besc hlüsse des Ge¬ 
meindeausschusses können an den Lan d esausschuß (§ 89 G emeinde 
ordnung ) oder an die k. k. Bezirkshauptmannschaft Feldk irch (§§ 93 
ind 94 G.= O.) innerhalb 14 T agen, gerechnet vom Tage nach Er 
s cheinen dieses Blattes, beim Stadtrate, Zimmer Nr. 8, eingebrach 
werden. Der 
Bürgermeister: E. Luger 
Bericht über die Le bens mitt elvers orgung der 
Stadt Dornbirn. 
Der Stadtrat hatte gleich zu Beginn des Krieges ver 
schiedene Leb ensmit tel angek auft und stets nach einer Er¬ 
weite rung des eise rnen Bestan des getrachtet. Bohne n, Reis 
Rollgerste und Mais wurd en schon im letzten Herbst frei¬ 
händig erworb en. Als Vermittler und teilweise Lieferan 
erscheint bei di esen Käu fen in erster Linie der L andeskultu rra 
und der Landesauss ch uß 
Spät er hat dann die Stadtgem eind e mit verschiedener 
hiesigen Geschäftsleuten gemeinsame Einkäufe gemacht. Wenr 
auch die Sendungen direkt an die Stadt gerichtet wurden 
so ist in den folgenden Auswei szahle n doch nur jener Teil 
von solchen Käufen e ingerechne t, den die Stadtgemeinde bes 
ihrer Verkaufss telle abgesetzt hat 
Im April unternahmen die Herren Gin zel und Jakob 
Mayer eine Reise nach Böhmen und kau ften im Auftrag 
des Landes und der Stadt Mahlgetreide, Bohnen, Erbsen 
Gerste , H afer, Kartoffeln und eine Parti e Futtermehl 
Nach der Errichtu ng der Kriegsgetreide=Verkehrsanstalt 
und der Einführung der Brot= und Mehlkarte erwuchsen 
der Geme inde neue Aufg aben, 
Es wurde eine Verkaufsstelle im Sch ulhause in Markt 
eröffnet, welche nun einen täglichen Parteienver keh r von 
80 —100 Parteien aufzuwe isen hat. 
Diese Verkaufsstelle wurde in der Folge auch Mehl 
verteilungsstelle für die St adt. 
Mehl, zum Genus se für Men schen, wird nur an Hand els¬ 
eute ve rabfolgt , welchen dann die Bedienung ihrer Kund¬ 
sch aften o bliegt 
Es wäre eine bedeutende Erleichterung in der Mehl 
verteilung, wenn das Mehl nur einer be schr änkten Zahl von 
handelsleuten zugewiesen würd e; a llein der Stad trat wollt e 
den freien Handel nicht einschränk e n und sah von eine 
diesbezüglichen Verfügung ab 
Die Mühle Josef Luger besorgt die Verm ahlung von 
Getreide auf Rechnung der Stadt 
Die Stadtgemeinde erwa rb das Getreide zuerst frei 
händig, dann nach Einfüh rung der Kriegsgetreide=Verkehrs 
anstalt vom Kriegsv e rband der Vorarlb erger Müll er in 
Bregenz und seit September von der Zweigstelle der Kriegs 
getreide=Verkehr s ans talt in Breg enz 
Bezüglic h Verkehr mit Getrei de und Mehl gelte n ver¬ 
schiedene Bestimmungen, die zum Zwecke der Aufklärung 
wi edergegeben werden sollen. 
Mehl und Brot. Die Brotkommiss i onen geben ent¬ 
sprechend den Vorschriften die Brotkarten aus. Die Zahl 
der ausgegebenen Brotkarten muß der k. k. Bezirkshaup t 
man nschaft mitgeteilt wer den. Diese bestimmt die Menge 
des Me hles, welch e der betreffenden G emeinde zugewiese n 
wverden darf. Die Zweigstelle der Kriegsg et reide= Verk ehrs 
a nstalt stellt die Menge der ei nzelnen Sor ten fest und weiss 
die Mühlen an, den Gem einden das Mehl zuz ufüh ren. Ohne 
eine solch e Anweisung darf keine Mühle etwas abgeb en 
Die Gem einden haben dann das Mehl zu v erteilen 
Wird das Mehl an Handelsleute und Bäcker abgegeben, 
haben diese die Mengen in einem Vormerkbuche einzutrag er 
und dürfen Mehl oder Brot nur gegen Brotkarte ausfolgen. 
Handelsleute und Bäcker müssen diese Vormerkbüche 
jeden Montag bei der Brotkommission zur Kontrolle vor¬ 
lege n. Für das verbr au chte Mehl haben sie Brotkarten bei 
z ubringen. Der ausgewiesene Vorrat wird vom Markt¬ 
kommissär in den betreffen den Geschä ften überprüft 
Mehlverteilungsstelle u. Brotkommission tauschen wöchent¬ 
lich ihre Ausweise aus 
Vermahlung von Getreide. Die Mühlen sin 
mit Vertrag der Getrei deverkehrsan s ta lt gegenü ber verpflichtet. 
Die Ausmahlung von Weizen und Roggen ist genau vor¬ 
geschrieben 
Aus 100 kg Getreide müssen mindestens 78 kg Meh 
für den menschlichen Genuß und nur 19 kg Kleie er zeugt 
werd en. Die Ve rstaubu ng darf höc hstens 3% bet ragen. Die 
Krieg sgetreide=Verkehr s ans t a lt l iefert der Mühle das Getr eid 
oder Mehl und diese hat durch Vermahlungs= ung Woch en 
uswei se nachzuweisen, wieviel Mehl e rzeugt und gegen 
A nweis ungen abgegeben wurde 
Verkehr mit Futt ermitt eln. Die in der Mühle 
e rzeugte Kleie (Grüsch ) muß der Müller bei der Fut ter 
mittelzentrale in Wien anme lden. Diese übe rweist die Kleie 
an ihre Zweigstelle in dem betreffenden Kronland (bei und 
der Verb and landwirtschaftlicher Genossen sch aften in Bregenz) 
und diese Stelle hat die Futtermittel an die Gemeinden nach 
der Vi ehzahl zu verteilen 
Ein freihändiger Ankauf von Futter mitt eln (ausg e 
nomm en Rüben und K artoffeln) ist ausgeschlossen 
Im Nachstehenden der zahlenmäßige Beric ht: 
A. Verschiede ne Lebensmittel 
K Waggon 
kg 13.40 
14.500 1.45 
Bohn en bunte 2.100 1.620 
Bohnen 
gelb 0.2 
0.55 5.20 3.60( 
Bohnen Wachtel 5.640 0.7 
7.100 
Bohnen weiße 0.1 
1.000 1•400 
Erbsen gelbe 4.420 0.31 
3.145 Er bsen grün 1.43( 0.10 
1.020 
Erbsen gespalten 45.700 3.— 
12.776 
Fleisch gekühlt
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.