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Full text: Dornbirner Gemeindeblatt 1919 (1919)

Lok albedarf vorgelegt werde, da R ößner die Ge¬ 
werbeberechtigung zum Altproduktenhandel besitz 
und daher allenfalls bei der Beschlußfassung in 
der Gem eindeauss chußsit z ung am 25. Juni ds. Is 
die St adtvert reter von der Anschauung sich leit en 
ie ßen, daß Rößn er schon eine Gewerbeberechtigung 
besitze, welche jener eines Tröd lers na hezu gleich 
komme. Das sei nicht der Fall und deshalb wäre 
eine noch malige Besc hluß fassung angezeigt 
In der Wechselrede neh men das Wort: St.=R . 
Josef Diem, St.= V. Martin Kaufmann, Josef 
Wehinger, St.=R . Dr. Franz Josef Feierle, Friedrich 
Türtsche r und der Vorsitzende. In schriftlicher Ab¬ 
ti mmung werden 17 St immen für A nerk ennung 
des Lokalbedarfes und 22 Stimmen gegen die 
Anerken nung abgegeben, sodaß neuerlich ein Lokal 
be darf nach dem genannten Gewerbebetrieb abge¬ 
sprochen ist. 
Zu 14. St. V. Josef Anton May er, Obmann des Forst. 
rates, berichtet, daß der Finanzausschuß und der 
Forstr at auf Grund einer vorgenommenen Begehung 
den Beschluß gefaßt habe, der Stadtvertretung den 
Antra g zu stellen, zur Erstellung eines Weges von 
der Alpe Unterfluh nach Alpe Altenhof gemäß des 
vorliegenden Projektes einen Beit rag von 1000 K 
aus der Gemeindekasse zu leisten. Der Berichterstatter 
empfiehl t den Antrag zur Annah me. St. V. Ant 
Huber befürw ortet die Zusti m mung, dann wird 
die Gene hmigun g e rteilt. 
Zu 15 a. St. V. Josef Anton Mayer, Obmann des 
Forstrates, beantragt, der Stadtrat wolle die Fest= 
etzung eines einheitlichen Holzausmaßes für Vor 
arlberg behufs richliger Anwendung der Preis 
besti mmungen nach den beh ördlich en H öchstpr eisen 
Die Stad an zuständiger Stelle erwirken. 
Dornbiru sei gen ötigt, aus dem Oberlande Holz 
zu bezieh en und dabei sei die Stadt durch die ver¬ 
chiedenen Maße schw er in der Lage, die Ei nhal¬ 
tung der Hö chstp reise festzustellen 
St. V. Ing. Ludwi g Bröll drückt den Wunsch aus, 
5)eine 
so umfassende T agesord nung, wie sie heut 
vorliegt, in Hinkunft in zwei Sitzungen zur Erle¬ 
dig ung zu bringen. 
St. V. Georg Diem beschwert sich, daß manche 
Holzhändl er die H öchs tpreise für Holz nicht ein 
halten. Er stellt weiters die Anfrage, warum das 
ange blich im Schlachthaus lager nde Sc hwein efleisc h 
nicht ve rkauft werde. Der Bürgermeister und St. R. 
Otto Fußenegger verw eisen darauf, daß für die 
jüngst an g ekommenen Grenzschutzoffiziere ein Wag¬ 
gon Gefrierfleisch im Schsachthaus aufbewahrt wer 
de. Der St adtvertretun g und der Landesregierung 
stehe über dieses Fleisch keinerlei Verfügungsrecht 
zu. Weiters sprechen St. V. Xaver Rusch , St. R. 
Josef Diem und St. V. Josef Anton Mayer. 
St. V. Josef Anton Mayer empfiehlt, die gesamte 
Heuausfuhr aus der Ge meinde einer genauen Kon¬ 
trolle zu unterwerfen, allenfalls ein Ausfuhrverbot 
zu e rlassen. St. R. Wohlgenannt, St. V. Georg 
Diem, Friedrich Türt scher und Ing. Ludw ig Bröll 
prechen hi ezu, nameutlich auch über Heu=Höch st¬ 
pre ise 
St. V. Martin Natter erkun digt sich, ob es nicht 
mö glich wäre, bei freiwilligen Fahrnisverste i ge run ¬ 
gen Händler von Mi t steigern au szuschließ en. St. R 
Dr. Fei erle bezeichnet eine solche Besc hränkun g als 
unzuläßig. 
St. V. Fridolin Tost s pricht über die Milchnot u 
regt an, die Mi lcherzeuger auf einen halben Liter 
Zu 
591 
zu 
Milch täglich für den Kopf ihres Hausha ltes 
beschränken. Weit ers sprechen in dieser Sache St. 
V. Josef We hinger, St. R. Otto Fuß enegger , St. 
V. Benedikt Feurstein, Ing. Ludwig Brö ll, St. 9 
Marti n Wohlgenannt, St. V. Anton Huber, St R. 
Josef Rüf, St. V. Georg Diem, der Vorsitzen de u. 
St. V. Ma rtin Kaufma nn. Dabei wird festgestellt, 
daß gegenwärtig nur 900 Kühe in Dornb irn für 
die M ilcherzeugung in Betracht komme n, da die 
Alpen, aus welchen b isher die Milch bezogen wurde 
wegen Maul= und Klauenseuche gespe rrt sind und 
die Einfuhr aus dem Bregenzerwalde den Bedar 
nicht zu d ecken vermag. Auch wird betont, daß 
die B eschr änkung der Milcherzeuger auf eine h erab¬ 
gesetzte Milchm enge un angebracht sei, da ohneh in ein 
Großteil der Bauern angesichts der he rrschenden Not 
lage nicht einm al einen h alben Liter Milch auf 
den Kopf der Haushaltung t äglich für sich be hält. 
16. In vertraulicher Sitzung wird über A ntrag des 
Ortsschulrates nachbezeichneter Dreiervorschlag für 
die Besetzung der ausgeschriebenen Lehrerstelle in 
Markt aufges t ellt: 
Ju lius Spiegel, Lehrer in W insau 
1. 
2. Rud olf Kleinbr od, Lehr er in Markt, 
3. Emil Bildstein, Lehrer in Salzmann. 
Schlu ß der Sitzung 10 Uhr 45 abends 
Berufungen gegen die hiemit verlautbarten Beschlüsse des Ge¬ 
meindea u sschus ses können an den Landesrat (§ 89 Gemeinde¬ 
rdnung) oder an die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch (§§ 97 
und 94 G.=O.) innerhalb 14 Tagen, gerechnet vom Tage nach Er 
heinen diese s Blattes, beim Stadtrate, Zimmer Nr. 8, eingebrach 
verden. Der 
Bürgermeister: E. Luger e. h 
4461 
Lebensmittelversorgung 
Die Verteilung von Mehl, Brot und Fett fin det 
der Reihenfolg e wie bisher statt irZur 
Ab gabe gelangen: Preis 
Hel ler 
der Kopf1 
Kg. 530 50 Dkg Weizenme hl (amerik. Mehl) 25 
Dkg 
Maisgries (ohne Karte f. Unvers. 400 
1 Kg. 
25 Dkg 
(ohne Karte f. Versorgte) 25 
Dig 
Unver s 380 
1 Kg. 
Reis ohne Karte 15 Dkg 
für Vers. 5 
Dkg. 1 Kg. 920 
Bu tter nach Zufuhr 1 
Kg. 2900 
5 Dig. Speck Kg. 
840 
Kastanienmehl frei (nach Vorrat 740 
Kg. 
Gedörrte Möh ren (gelbe Rübe n, 10 
Dkg. 1 Kg. 680 
Bohnen nach Vor rat 
Kastanienm ehl . 
Kasta nie nmehl ist in den Verkaufsstellen und in der 
Ma rkthalle zu bezie hen. 
Getr ockne te Möhren. 
Getrocknete Möhren werden in den Verkaufsst elle n 
und in der Markth alle ausgegeben. 
Schweizer Suppe neinla gen. den 
Ver 
Suppeneinlagen („E“ Päckch en) sind in 
kaufsstellen und in der Markthalle in unbeschr änk ter 
Menge zu beziehen (50 Gramm 85 Heller) 
Stadtrat Dornbirn, am 31. Juli 1919 
Der Bürgermeister: E. Luger 6. h 
148: 
Milchanmeldung. 
Die Milchlie f eran ten haben Mont ag, Dienstag und 
Mi ttwoch im alten Realschulgebäude die im Monate 
Juli abgeliefe rt e Milch anzumelden. 
Dornbirn, am 31. Juli 1919. 
Der Bürgermeister: E. Luger e. k.
	        
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