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7. „Gebet vor der Schlacht“ von Körn er: Musikkapelle des 4. Alpenjägerbaons.
8. Ehren=Salve der Halbkompanie des 4. Alpenjägerbaons.
9. Kranzniederlegung der einzelnen Vereine und Körperschaften.
10. „Zug der Frauen zum Müns ter“ aus Lohengrin von R ichard Wagner: Stadtmusik Dornbi rn.
Der Abmarsch erfolgt in geschlossenem Zuge unter Führung der Musi kkape lle Haselstauden, Gruppe D, an welche
sich C, dann B und A anschließen. Die Auflösung des Zuges erfolgt auf dem Platze der Turnhalle,
alte Realschule.
Jeierli c her Ge dach i nisgottesdienst
am Osterdienstag um halb 9 Uhr früh in der Stadtpf ar rkirche zu St. M artin.
Das fb. Pfarramt teilt hiezu mit:
Um 8 Uhr f ei erliches Einläu ten des Gottesdi enstes;
halb 9 Uhr feierliches Pontif ikal=S e elenamt und Ansprache des Hochwür dig sten HerrnBischofs
Dr. S. Wait z.
Da seitens der Kirche der verstorbenen Krieger in so besonders fei e rlicher Weise gedacht wird,
ist wohl
zu erwarten, daß alle Teile der Bevölkerung auch an diesem Gottesdienste t eilnehmen werde n.
Dornbirn , am 18. April 1924.
Der Denkmalausschuß: Der
Invalidenverband:
E. Luger. Dr.
Hollenstein. Franz
Vetter.
Bemerkungen zur Gedenkfeier:
Es ist anzuneh men, daß sich die Bevölkerung in di esen den v erst orbenen Kriegerhelde n der Hei mat
gewidmeten Ged en ktagen massenhaft an der En th üllu ngsfeier und aber auch am Gedächtnisgottesdienste beteiligen
wird; daher wurden besonders für den Ostermont ag die für eine ordnungsmäßige Durchf ührung der Feier not¬
wendigen Vorkehrungen getroffen; die freiwillige Feuerwehr hat den Ordnungsdienst übernommen und wollen alle
Anordnungen derselben beacht et werden. Kinder dürfen nur in Begleitun g von Erwachsenen oder im Verbande
ihrer Sch ule am Kirc hplat ze verweilen.
2. Es liegt nahe, daß die nächsten Angehörigen der verstorbenen Krieger, sowieie
K riegsteilneh mer für die Gedenkfeier, Denkmalenthüllungs= und Gedächtnisfeier ein ganz besonderes
Jn¬
teresse bekunden. Es wurde für di eselben beim Denkmal Platz gesichert und sind sie daher ei ngeladen, möglichst
z ahlreich um 3 Uhr nachmi ttags in der Realschulstraße, ungefähr bei der S ennerei, sich einzuf inden und sich im
Festzuge zum Denkmal den Kriegerwitwen anzuschließen. Am Osterdienstag Be such des Gottesdienstes.
3. Das Eindrängen in die b estehenden Gruppen und R eihen während des Festz uges ist nicht gestattet
und wird durch die Ordnerabteilungen verhindert werde n.
4. Die Hausbesi tzer im Inne rn der Stadt werde n freun dlich ersucht , ihre Häuser zu beflaggen.
5. Die Feier fin det bei jeder Witterung statt.
Das große Kunst g emälde des Kriegerdenkm als
hat Herr Josef Huber=F e ldkirch, Profe ssor an der Kunstaka demie in Düsseldorf
im Spätsommer 1923 geschaff e n.
Der Künstler beschreibt sein Werk mit eigenen Wort en wie folgt:
Der zu Gru nde liegende Gedanke für das Gemälde ist die Darstellung des christlichen Begriffes von den
vier letz ten D ingen des Menschen, H immel, Hölle, Tod und Gericht. Es beginnt links vom Beschauer mit der
Gruppe des Tod es, die zugleich als Erinnerungsmal für die im Welt kriege gefallenen H elden unserer Stadtgemeinde
au f gestellt ist. Vom Sc hutzpat ron der Krieger, dem he iligen Georg geführt, ziehe n die Krieger zum Himm el, von
ihrem Gefolge von Frau en und Kinder n begleitet, von denen zahlreiche, gleich j enen, unschu ldige Opfer des
Krie ges geworden sind.
Die folgende Grupp e deut et den Him mel an, in dem man Maria mit dem Jesuskinde und den heili gen
Josef thronen sieht, umgeben von Engeln. Davor kniet der Patron der Kirche, der heilig e Martin, als Fürbit ter
auf die Scharen der heranziehenden Krieger hinw eisend . Das G ericht ist dargestellt in der Gestalt Christi , des
obersten Richters, von dem wir hoffen, daß es die Kriegslügen aufdecken werde. Dies soll die Un tersc hrift besagen,
welche lautet: „Mein ist die Vergeltu ng"
Der Kampf des Erzengels Mi chael gegen den Drachen bildet den Übergang vom Geric hte zur Höl le.
Dies ist geken nzeich net durch den in der Höhe tobenden Kampf der guten gegen die abtrünnigen Enge l.
Die Gesta lten des V ordergru ndes sind als Zuscha uer geda cht, und stellen jene Männer dar, „die in der
Hölle ware n“ d. h. mit geisti gem Sehen deren Wesen erfaß t und zu schildern versucht haben. Die Spitze des
Zuges eröffnen die Kirche nvät er, St. Hiero nim us, Augustinus und Thrisostemus, dann folgen Dante und Michel¬
angelo, hierauf Dürer, Memling, Signorelli und der spanische Theologe Juaris. Den Schluß bildet Rubens und
Milto n, Klopfstock und Peter Cornelius. 1856