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Full text: Dornbirner Gemeindeblatt 1927 (1927)

Zeit von Jä nner bis April ds. Is. über die L ebens¬ 
m itt el kontrolle wird verl esen und enthält folgende 
Mit tei lungen: Kleinere 
Vorgen ommene Prüfungen 435. 
Ans tände in 44 Fälle n k urzerhand abges tel lt. Die 
Milchkontrolle ergab bei 181 Proben in 12 Fällen 
ine Verfälschung, doch konnte mangels bestimmter 
Anhaltspunkte eine Anzeige nicht erfolgen. Die 
Brotkontrolle zeigte bei 16 R evisionen in acht Ge¬ 
schäften kleiner e Anstände, in einer Bäckerei mußte 
eine Part ie Schweizerlaibe bes chlagnahmt werden, 
da sie zu wenig ausgebacken war. In einer Ge¬ 
mischtwarenhandlung wurden v erdorbene Wurst¬ 
und Fleischw aren beschlagnahm t. Der Beri cht wird 
zur Kenntnis genommen. 
Zu 3. Das Ansuchen wird verlesen und dem F inanzaus 
chuß zur Erledigung zugewiesen. 
Zu 4. Ueber Vorschlag des St. =R. Schuldirektor Hans 
Martin wird Dr. Anton Zumtobel, Rechtsanw alt, 
als Mitglied des Sparkassenausschusses gewählt 
Zu 5. Ueber Vorschlag des St.R S chul direktor Hans 
Martin wird Steuer amt sdirektor i. R. Emerich 
Viktorin als Mitglied des Beleuchtungs= und als 
Ersatzmann des Finanzausschusses gew ählt. 
Zur Bestellung als beeideter O rtsschätze r wird 
Zu 6.dem 
Bezirksge richte Dornbirn St.=V. Johann Wohl= 
jenannt, Verwalte r, Kirchgasse 2, in Vorsch lag ge¬ 
bracht . 
Als Kirchenpropst für Oberd orf wird St.=V . Anton 
Zu 7. Kloc ker 
bestellt. 
Zu 8. Die Ansuchen des Ludwig Staud um Bewilligung , 
das Abwasser von seinem Hause in den Straßen¬ 
kanal der Dr. Schmidstraße, und der Eduard Rhom¬ 
bergs Erben um Bewilligung, das Abwasser von 
ihrem Hause, in den Kanal der Riedgasse ab leiten 
zu dü rfen, we rden dem Straßen= und Wasserbau¬ 
uss chuß zur Erledigung z ugewiesen. St.=V. Xaver 
Winkler befürw ortet eine rasche Erled i gung. Der 
Bü rger meister und St.=R Martin Wohl genannt 
bemerken, daß die Zuweisung zur Erledigung ge¬ 
chehe, in allen Fä llen aber doch eine Prüfung 
vorg en ommen werden müsse, und dara uf zu sehen 
sei, daß eine ordnungsgemäße Ausführung erfolge 
Zu 9 a—c) erhalten die Gene hmi gung. 
Zu 10. Der Bürgermeister übergibt den Vorsit z an Bür¬ 
germeisterst ellvertr ete r A. Winsau er und besorgt die 
Beri chtersta ttun g wie f olgt: 
a)Die neuen Häuser im Steinat bilden eine schö ne 
Siedlung. Es bestehen schmucke Hä user und präch¬ 
tige Gärten, die von den Hausbesitzern gut gepflegt 
werden. Die St adtgeme inde hat mit dem Woh¬ 
lungsbau im Steinat zw e ifelsohne eine danke ns 
werte Anlage gesc haffe n. Die Gesamtkosten kommen 
auf 147.636 S zu stehen . Von den H ausüb erneh¬ 
mern wurde eine Anzahlung im Betrage von 
34.636 S geleistet. Der Rest der G este hungs kosten 
wird auf den Häusern pfandrechtlich si chergestellt. 
Die Verzinsung kommt , nachdem die Kreiskranken¬ 
asse für ihr Darlehen den Zinsfuß auf 5% er¬ 
mäßig t hat, derzeit noch auf 6½% zu stehen. Der 
Fi nanzausschuß stellt den Antrag. 
Die St adtvertretung wolle beschließen: 
„Die A brechnung über die Erstelluung von 8 
Einfamilienwohnhäusern und einem Zweifamilien¬ 
wohnhaus im Steinat mit einem Kostenaufwande 
von 147.636.07 S wird zur Kenntnis genommen 
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Der käuflichen Uebertragung der ei nzelnen Bau ten 
an die Bewerber wird zugest imm t. Das Darl ehen 
der Stadtgemeinde für diese Siedlung im Betrag e 
von 113.6 00 S per 31. Dezember 1926 ist hypo¬ 
thekarisch siche r zu stellen 
Der Stadtrat wird beauftragt, bezüglich wei¬ 
terer Erstellung von Einfamilienhäusern Verhand¬ 
lungen einzulei ten und ehestens diesbezüglich An¬ 
träge einbringen 
Besch luß gleich dem An trag. 
b) Der Bürgermeis ter berichtet, daß der Gemeinde¬ 
voranschlag nach vorausgegangener ortsüblicher 
Kundmachung durch 14 Tage zur Einsichtnahme 
öffentlich aufgelegen ist und keine Einwendung ge¬ 
macht wurde. Der Finanzausschuß hat die Bera¬ 
tung vorge n ommen und den Voranschlag a ufgestellt. 
Jedem Stadtvertretungsmitglied wurde mit der 
Einladung zur heutigen Sitzung ein Auszug aus 
dem Geme indevora nschlag und die Sätze der vor¬ 
gesehenen Bedeckung z ugestellt, während die in der 
Stadtvertretung vert rete nen p olit ischen Parteien be¬ 
reits schon mehrere Tage f rüher je eine volle Ab¬ 
sch rift des Gemeindevoranschlages erhalten haben 
Der Voranschlag weist g egenüber jenem des Vor¬ 
ja hres mehrf ache E rhöhungen auf. Die Besoldun¬ 
gen sind etwas gestiegen, nachdem auch die Geh alte 
der Bundesangestellten erhöht worden sind. Die 
Rückzahlung von Passivkapitalien zeigt gegen üben 
den Vorjahren eine Steigerung. Die Bemes 
sungsgrundlage änderte sich insoferne, als durch das 
eue Gebäudesteuergesetz und die erfolgte Beken nt 
nislegung eine V erschie bung ei ngetr eten ist. Bisher 
bet rug die Gebäudesteuer rund 21.000 S, nunmehr 
ist sie auf 56 000 S gestiegen. Der Finanzausschuf 
stellt den Antrag . 
Die St adtvertret ung wolle bes chli eßen: 
„Der Gemei ndevoransch lag für 1927 mit 
1. 071.472 S 
Ausgaben 58.01 0 
S 
Einna hmen 313.462 
S Abgang 
wird genehmigt. 
Zur Bedeckung des Abganges werden 500% 
zur Lande s grundst euer von 114.362.85 
S 
22.872.57 S 
und 310% zur Landesgebäude¬ 74.17585 
S steuer von 56.185.76 S 
eingehoben und der Ueberschuß 25.000.— 
S 
der Landesgebäudesteuer 1926 313.538.70 
verwendet . 
St.- V. Bundesrat Anton Lind er ersucht, in 
Hinkunft den Au szug aus dem Gemeindevoranschlag 
nicht erst mit der Einladung zur Stadtv ertretung s ¬ 
itzung, in w elcher der Voranschl ag erledigt werden soll 
ondern schon mehrere Tage früher den Stadtver 
tretungsmitgliedern zustellen zu lass en Nach einer 
Stellungnahme zum Gemeindevoranschlag bringt 
er eine Erklärung zur Verlesung, in welcher aus¬ 
g eführt wird, die sozialdemokratische Frakti on der 
Stadtvertretung bedaure, daß im G emeindev oran¬ 
chlag für das Jahr 1927 keine Mittel bereit ge¬ 
stellt wurd en, um den d ri ngendsten Volk s notwen¬ 
digkeiten zu entsprech en. Zu diesen zähle die so¬ 
zialdemokratische Frak tion die Erbauung von ge¬ 
unden Volkswohnungen durch die Gemeinde , 
dann die Erstellung eines Volksbades, den Aus 
bau der sch ul ärztlich en Untersuchungen und die 
Förderung des Fremdenverkehres, i nsbesond ere durch 
Besserung der S traße npflege und der Straßenb e¬
	        
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