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Full text: Dornbirner Gemeindeblatt 1931 (1931)

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des Viehtriebes zur Tränke am Markt er 
brun nen 
Der Bürgermeister gibt bekannt, daß noch ein 
Einspruch eingelangt ist und heute mit den an 
deren Einsprüchen erledigt werden soll, n ämlich 
eine Berufung des Karl S chneider zum Anker 
Die Einsprüche werde n verlesen. Sie verlange n die 
Aufhebung des erlassenen Verbot es und berufer 
ich teils auf die Not wendig keit des V i ehtriebes 
zum T ränkezwec ke, teils auf angeblichen Anspruch 
in einem Einspruch wird Er satz durch eine T ränke 
gelegenheit auf dem Viehmarktplatz und in einen 
wei teren Einspruc h die Zulassu ng des Vie htrieb e¬ 
zur Tränke bis 7 Uhr früh vorgeschlagen 
Aus dem vorliegenden Am tsbericht e wird her 
vorgehoben, daß sich alles in der Mitte der Stad 
so u mgesta ltet und der ganze Verkehr sich so ent 
wickelt hat, daß das, was vor etwa 40 Jahren noch 
selbstverständlich schei nen mochte, heute unmöglic 
sich noch in gleic her We ise, in gleic hem Umfang 
und am glei chen Ort abspi elen kann, wenn es für 
einzelne auch noch so beq uem und nützlich wäre 
Der Stadtr at war nach § 27 der Ge meind eord 
nung nicht nur ber echtigt, sonder n mit Rüc ksicht auf 
die obwaltenden Verhältnisse auch verpflichtet, das 
ang ef ochtene Verbot zu erlas sen. Bei aller Aner 
kenn ung des We rtes und der Bedeutung der 
Landwirtschaft müß ten doch Leben und Gesun d 
heit der Mensche n zuerst geschützt werde n und ers¬ 
dann wirtschaftliche Belange. Die Viehtränke könnte 
nicht bloß am Markter Brunnen geschehen, sondern 
a llenfalls auch im S talle, wenn die städt . Wasser 
versorgung ben ützt würde. Der Stadt rat stellt den 
Antra g 
„Die Stadtvertretung wolle besc hließ en: Die vor 
Josef Spiegel, zur S onne, Robert Rhomber g 
Stadt förster und Karl Schneider, zum Anker, ein 
gebrachten Beru fungen gegen das vom Stad tra 
erlassene Verbot des Viehtriebes zum Zwecke de 
Tränke beim Markter=Brunnen wird abgewie sen 
In der Wechselrede neh men das Wort: St=R 
Josef Diem ( Wg.), St.V. Xaver Rusch, Jose 
Fäßl er, Hermann Salzmann, Eugen Thurnher, 
Edwin Schedler, St.=R. Johann Sepp, St.V 
Bundesrat Anton Linder, Studienrat Franz Agere r 
und der Bürgermeis ter Für die Aufhebung de¬ 
Verbot es sprechen St.=R. Josef Diem (Wg.), St 
V. Edwin S chedler und Herma nn Salzmann. Sie 
berufen sich im allgemeinen auf die in den Ein 
sprüchen angeführt en Gründe und befürcht en, es 
könn te aus einem einzelnen Tränkeverbot nach und 
nach ein allgemeines Verbot der Viehtränke an 
öffentlichen Brun nen werd en. St.=V. Xaver Rusch 
Josef F äßler und St .=R. Johann Sepp begründen 
die Notwendigkeit, das er lassene Verb ot besteher 
zu lassen und führen zum Beweise Wahrnehmungen 
an, die fast täglich gemacht wer den können, wenn 
man zur Zeit der Viehtränke aus der inneren 
Eisengasse bis zum Mark t er= Brunnen gehe ode 
fahre. St.=V. Eugen Thurnher beantragt mit Rück 
sicht darauf, daß die Frage eines Ers atzes durc 
Schaffung einer Tränkegelegenheit auf dem Vieh 
marktplatz nicht geklärt sei, die Angelegenheit den 
St adtrat zuzuweisen und bis dahin eine Erledigung 
der Einsprüche zurückzustellen. St.=V. Bundesra 
Anton Linder stellt den An trag, dem vom Stadt¬ 
rat gestellten Antrag zuzusti mm en und dabei die 
eingelangten Berufungen abzuweisen; die Anregung, 
auf dem Viehmarktplatz eine Tränkege legen hei t zu 
schaffen, soll vom Stadtrat geprüft werden St.=V . 
St udienrat Franz Agerer beantragte, als die Weck 
elre de sich ausdehnte, Schluß der Aussprache zu 
macher 
In der Abstimmung wurde zunächst der Antra 
des St=V. Eugen Thurnher abgewiesen, dann der 
Antrag des Stadirates zugestimmt und dem Zusat z 
antr ag des StV. Bundesrat Anton Lind er auf 
Prüfung bezal. Erstellung einer Vieh tränk estelle auf 
dem Vie hmarktp latz die Zustimmung gegeben 
Zu 30. Einhebung von Steuern und Abgaben im 
Jahre 1932 bis zur Erledigung des Gemeinde 
voranschla g es. 
Der Bür germ eister stell t und begründet der 
Antrag 
„Die Stadtv e rtretung wolle b eschließe n: Der 
Stad trat wird ermächtigt, bis zur Ge nehmigung des 
Voranschl ag es 1932 die vorgesehenen, jährl ic 
wied erkeh ren den Ausgabe n der Stadt Dor nbir 
durch die Stadtkass e zur Auszahlung zu bringen 
und erfo r derlichen falls Voreinzahlungen an Steuer 
leistungen einzuheben 
Die Einhe bung der Lustbar keitssteuer , der Frem¬ 
denzimmerabgabe und der Hundesteuer für 193“ 
im Ausmaße von 1931 wird be schlo ssen. Die Ein 
heb ung der Lohnabgabe ist im Sinne der Beschlüsse 
des Landtages durchzuführen. 
Die Zustimmung wird gegeben 
Zu 31. Vereinbar u ng z wischen derGemeinde 
Ebnit und der Stadt Dornbi rn zum beab¬ 
sichtigten Zusammen schl uß diese r zwei Ge¬ 
meinden zu einer Ortsgemeinde 
Der Bürgermeister berichtet und führt unter 
anderem Folgendes aus: Schon in den Jahrer 
1912 und 1913 besta nd die Absicht , in die Kohl¬ 
halde einen Fahrw eg zu erstellen. Ein Plan la 
vor und wurde vom städtischen Forstrat bera ten 
Der neue Weg s ollte Wa ldungen erschließen und 
deren Holzbestände leicht er und vorteilhafter ver 
verte n lassen als bis dahi n. Damals blieb es beir 
Wunsche. Erst nach dem Krieg kam die Ausführ ung 
zu stande und nun ging man weit über den ursprüng¬ 
lic hen Plan hinaus und baute eine Straße, di 
Dornbirn und Ebnit mit einander verbinden un 
beiden Gemeinden diene n sollte 
Im Jahre 1920 behand elte die St adtverw altun 
des öfter en den für eine „Eb nite rstra ße" erweiterten 
Plan. Am 25. Oktober 1920 faßte die Stadtver 
tretung den einstimmigen Beschlu ß, eine Verbin¬ 
dungsstraße Dornbirn—Ebnit nach dem vom Lan¬ 
desbauamt über Ansuchen der Ge meinde Ebnit 
auf genom menen Projekte durch die Kohlhalden 
schlucht der Ebniter Ach entlang zu erbauen. Be¬ 
gründet wurde dieser Beschluß dahin, daß durd 
die neue Straße große Waldbestände erschloss e r 
und ihr Holzwer t erhöht, der Fremdenverkehr ge¬ 
ördert und die kleine Berggemei nde Ebnit, die in¬ 
folge anhaltender, aus verschiedenen Ursachen be 
stehender Abwa nderung in ihrem F orstbestande 
bedroht war, erhalt en werden können. Die Bau¬ 
losten soll ten teils aus dem Mehr erlös der Hol 
bestände in den erschlo ssene n Waldungen, teils aus 
Gemeindebeiträgen und durch Bundesbeiträge gedeck 
werden. Vom Bunde wurden vor und währe n! 
des Baues umsome hr namh afte, bis zu 50% der Ge samm 
kosten gehende Beit räge erhofft, als ein von Bür ger 
m eister Engelbert Luger veranlaßtes Gutachten des da¬ 
maligen La ndess anktäts r e ferenten Dr. R. v. Kuts chere 
sich über die klimatischen Verhältnisse des Ebniter
	        
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