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des Viehtriebes zur Tränke am Markt er
brun nen
Der Bürgermeister gibt bekannt, daß noch ein
Einspruch eingelangt ist und heute mit den an
deren Einsprüchen erledigt werden soll, n ämlich
eine Berufung des Karl S chneider zum Anker
Die Einsprüche werde n verlesen. Sie verlange n die
Aufhebung des erlassenen Verbot es und berufer
ich teils auf die Not wendig keit des V i ehtriebes
zum T ränkezwec ke, teils auf angeblichen Anspruch
in einem Einspruch wird Er satz durch eine T ränke
gelegenheit auf dem Viehmarktplatz und in einen
wei teren Einspruc h die Zulassu ng des Vie htrieb e¬
zur Tränke bis 7 Uhr früh vorgeschlagen
Aus dem vorliegenden Am tsbericht e wird her
vorgehoben, daß sich alles in der Mitte der Stad
so u mgesta ltet und der ganze Verkehr sich so ent
wickelt hat, daß das, was vor etwa 40 Jahren noch
selbstverständlich schei nen mochte, heute unmöglic
sich noch in gleic her We ise, in gleic hem Umfang
und am glei chen Ort abspi elen kann, wenn es für
einzelne auch noch so beq uem und nützlich wäre
Der Stadtr at war nach § 27 der Ge meind eord
nung nicht nur ber echtigt, sonder n mit Rüc ksicht auf
die obwaltenden Verhältnisse auch verpflichtet, das
ang ef ochtene Verbot zu erlas sen. Bei aller Aner
kenn ung des We rtes und der Bedeutung der
Landwirtschaft müß ten doch Leben und Gesun d
heit der Mensche n zuerst geschützt werde n und ers¬
dann wirtschaftliche Belange. Die Viehtränke könnte
nicht bloß am Markter Brunnen geschehen, sondern
a llenfalls auch im S talle, wenn die städt . Wasser
versorgung ben ützt würde. Der Stadt rat stellt den
Antra g
„Die Stadtvertretung wolle besc hließ en: Die vor
Josef Spiegel, zur S onne, Robert Rhomber g
Stadt förster und Karl Schneider, zum Anker, ein
gebrachten Beru fungen gegen das vom Stad tra
erlassene Verbot des Viehtriebes zum Zwecke de
Tränke beim Markter=Brunnen wird abgewie sen
In der Wechselrede neh men das Wort: St=R
Josef Diem ( Wg.), St.V. Xaver Rusch, Jose
Fäßl er, Hermann Salzmann, Eugen Thurnher,
Edwin Schedler, St.=R. Johann Sepp, St.V
Bundesrat Anton Linder, Studienrat Franz Agere r
und der Bürgermeis ter Für die Aufhebung de¬
Verbot es sprechen St.=R. Josef Diem (Wg.), St
V. Edwin S chedler und Herma nn Salzmann. Sie
berufen sich im allgemeinen auf die in den Ein
sprüchen angeführt en Gründe und befürcht en, es
könn te aus einem einzelnen Tränkeverbot nach und
nach ein allgemeines Verbot der Viehtränke an
öffentlichen Brun nen werd en. St.=V. Xaver Rusch
Josef F äßler und St .=R. Johann Sepp begründen
die Notwendigkeit, das er lassene Verb ot besteher
zu lassen und führen zum Beweise Wahrnehmungen
an, die fast täglich gemacht wer den können, wenn
man zur Zeit der Viehtränke aus der inneren
Eisengasse bis zum Mark t er= Brunnen gehe ode
fahre. St.=V. Eugen Thurnher beantragt mit Rück
sicht darauf, daß die Frage eines Ers atzes durc
Schaffung einer Tränkegelegenheit auf dem Vieh
marktplatz nicht geklärt sei, die Angelegenheit den
St adtrat zuzuweisen und bis dahin eine Erledigung
der Einsprüche zurückzustellen. St.=V. Bundesra
Anton Linder stellt den An trag, dem vom Stadt¬
rat gestellten Antrag zuzusti mm en und dabei die
eingelangten Berufungen abzuweisen; die Anregung,
auf dem Viehmarktplatz eine Tränkege legen hei t zu
schaffen, soll vom Stadtrat geprüft werden St.=V .
St udienrat Franz Agerer beantragte, als die Weck
elre de sich ausdehnte, Schluß der Aussprache zu
macher
In der Abstimmung wurde zunächst der Antra
des St=V. Eugen Thurnher abgewiesen, dann der
Antrag des Stadirates zugestimmt und dem Zusat z
antr ag des StV. Bundesrat Anton Lind er auf
Prüfung bezal. Erstellung einer Vieh tränk estelle auf
dem Vie hmarktp latz die Zustimmung gegeben
Zu 30. Einhebung von Steuern und Abgaben im
Jahre 1932 bis zur Erledigung des Gemeinde
voranschla g es.
Der Bür germ eister stell t und begründet der
Antrag
„Die Stadtv e rtretung wolle b eschließe n: Der
Stad trat wird ermächtigt, bis zur Ge nehmigung des
Voranschl ag es 1932 die vorgesehenen, jährl ic
wied erkeh ren den Ausgabe n der Stadt Dor nbir
durch die Stadtkass e zur Auszahlung zu bringen
und erfo r derlichen falls Voreinzahlungen an Steuer
leistungen einzuheben
Die Einhe bung der Lustbar keitssteuer , der Frem¬
denzimmerabgabe und der Hundesteuer für 193“
im Ausmaße von 1931 wird be schlo ssen. Die Ein
heb ung der Lohnabgabe ist im Sinne der Beschlüsse
des Landtages durchzuführen.
Die Zustimmung wird gegeben
Zu 31. Vereinbar u ng z wischen derGemeinde
Ebnit und der Stadt Dornbi rn zum beab¬
sichtigten Zusammen schl uß diese r zwei Ge¬
meinden zu einer Ortsgemeinde
Der Bürgermeister berichtet und führt unter
anderem Folgendes aus: Schon in den Jahrer
1912 und 1913 besta nd die Absicht , in die Kohl¬
halde einen Fahrw eg zu erstellen. Ein Plan la
vor und wurde vom städtischen Forstrat bera ten
Der neue Weg s ollte Wa ldungen erschließen und
deren Holzbestände leicht er und vorteilhafter ver
verte n lassen als bis dahi n. Damals blieb es beir
Wunsche. Erst nach dem Krieg kam die Ausführ ung
zu stande und nun ging man weit über den ursprüng¬
lic hen Plan hinaus und baute eine Straße, di
Dornbirn und Ebnit mit einander verbinden un
beiden Gemeinden diene n sollte
Im Jahre 1920 behand elte die St adtverw altun
des öfter en den für eine „Eb nite rstra ße" erweiterten
Plan. Am 25. Oktober 1920 faßte die Stadtver
tretung den einstimmigen Beschlu ß, eine Verbin¬
dungsstraße Dornbirn—Ebnit nach dem vom Lan¬
desbauamt über Ansuchen der Ge meinde Ebnit
auf genom menen Projekte durch die Kohlhalden
schlucht der Ebniter Ach entlang zu erbauen. Be¬
gründet wurde dieser Beschluß dahin, daß durd
die neue Straße große Waldbestände erschloss e r
und ihr Holzwer t erhöht, der Fremdenverkehr ge¬
ördert und die kleine Berggemei nde Ebnit, die in¬
folge anhaltender, aus verschiedenen Ursachen be
stehender Abwa nderung in ihrem F orstbestande
bedroht war, erhalt en werden können. Die Bau¬
losten soll ten teils aus dem Mehr erlös der Hol
bestände in den erschlo ssene n Waldungen, teils aus
Gemeindebeiträgen und durch Bundesbeiträge gedeck
werden. Vom Bunde wurden vor und währe n!
des Baues umsome hr namh afte, bis zu 50% der Ge samm
kosten gehende Beit räge erhofft, als ein von Bür ger
m eister Engelbert Luger veranlaßtes Gutachten des da¬
maligen La ndess anktäts r e ferenten Dr. R. v. Kuts chere
sich über die klimatischen Verhältnisse des Ebniter