Zu 18. Eingabe an die Landesregierung bezw.
an den L andtag um Einleitu ng von Ver
handlungen bezüglich Fertig stellung der Eb¬
niterstraße und Erhaltung derselbe n.
Der Bürgermeister führt Folgendes aus: Im Jahre
1927 fanden zwischen Vertretern des Landes und
der beiden Gemeinden Dornbirn und Ebnit Ver
handlungen über den weiteren Ausbau der Straß
und insbesonde re über die Finanzierung der Stra
ßenbaukosten statt . Sie führten dazu, daß der Land
tag die Landesreg ierung ermäch t igte, der Stadt¬
gemeind e zu den d amals schon sichergestellten Be
tr ägen einen weiteren Bei trag von S 75.000 flüssig
zu machen, wenn die Stadt nach Fertigstellung
der Ebniterstraße alle Schul den des Straßenbaues
bis auf S 100 .000, die die G emeinde Ebnit dann
zu trag en hätte, übernimmt oder die V ereinig ung
der Gem einde Ebnit mit der Stadtgemeinde Dorn
birn unter Bed ingu ngen, welc he den wirtsc haft lich er
Fortbestand der Gemeinde Ebnit sichern werd en
herbei führen wird. Die Stadt sah sich in der Folge
nicht in der Lage, dieses A nerbieten anzunehmen
Die Stra ße war noch nicht vol lkommen aus gebaut
es fehlten namentlich noch d urchaus Brücken aus
hartem Material und die Instandhaltung wa
nicht gesichert. Auch stand die Straßenbauschuld
der Gemeinde Ebnit zu hoch, als daß die Stadt
Dorn birn diese Schu ld bis auf den Rest von S
100.000 hätte übernehmen können, zumal die Stadt
bis dahin schon große Opfer für den Straßenbau
und damit für die kleine N achbargem einde Ebni¬
getragen hatte. Es ist nun dringen d notwendig
geworden, neue Verhandlung en mit der Landes¬
regierun g zu erwirken und dahin zu streben, das
das Land einen größeren Bei trag zu den St raßen¬
ba ukosten ü bernimmt, damit die bestehenden Holz¬
brücken im Straßenzuge ausgewechselt, die Inst and
hal tung der Straße gesiche rt und die kleine Ge¬
meinde Ebnit e ntlastet werden kann
Der Stadtra t stellt den Antrag
„Der Stadtrat wird beauftragt, an die Vorarlben
ger Landesregierung bezw. an den Vorarlberge
Lan dtag eine Eingabe zu richten, damit bezüglich
Fertigstellung der Ebniterstraße und der e ndgülti gen
Finanzierung der Bau= und Erhalt ungskosten ehe
tens Ver handlu ngen anberaumt und entsprechende
Beschlüsse gefaßt wer den
St.=R. Jakob Mayer macht aufmerksam, daß in
Zuge der neuen Ebniterstraße alle Brüc ken nur
als Notbrücken und aus Holz ers tellt wurden und
bin nen 1 bis 2 Jahren durch neue, tunlichst massive
Brücken zu er setzen sind. St.=R. Schuldirektor Hanz
Martin befür wortet die An nahme des An trages
da das Anerbieten des Landes vom Jahre 1927
sich als nicht hinr eichen d erwiesen hat, an der
Straße noch viel auszubauen ist und das Lan
doch ein großes Interesse daran haben muß, die
Entsiedlung der Gemeinde Ebnit hintanzuhalten
und deren wirtschaftlichen Fort best and zu sichern
St.=R. Johan n Sepp spric ht in gleic hem Sinne
empfiehlt ebenfal ls die An nahme des Antr ages
und weist nach, daß die Stadtgemeinde nicht
etwa nur in ihrem Interesse und zu ihrem Vortei l
den Straßenbau nach Ebnit aufgenommen und
ausgeführt hat, sond ern ganz besonders deshall
um den Fortbest and der Gemei nde Ebnit zu sichern
und das sonnige, fast nebelfreie und deshalb zu
klimat isch en Kuren besonders geeignete Hochtal, in
dem Ebnit liegt, zu erschließen.
Beschluß glei ch dem Antrage
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Zu 19. Antrag des Finanzausschusses bezüglich
Einhebung von Gemeindeabgaben im Jahre
1931.
Der Bürgermeister stellt und begründet den An trag:
„Die Stadtvertretung wolle beschließen: Der Stadt
rat wird ermächtigt, bis zur Genehmigung des Vor¬
anschlages 1931 die vorge seh enen, jährlich wieder
kehrenden Ausgaben der Stadt Dornbirn durck
die Stadtkasse zur Auszahlung zu bringe n und
erforderlichenfalls Voreinzahlungen an Steuerlei¬
stungen einzuh eben
Die Einhebung der Lustbarkeitssteuer, der Frem¬
denzimm erabg abe und der Hundestener für 193:
im Ausmaße von 1930 wird beschlossen. Die Ein¬
hebung der L ohnabgabe ist im Sinne der Be
sc hlüsse des Landtages durchzuführen.
Die Genehmigung wird ert eilt.
Zu 20. Antra g des Hochbau=Ausschuss e s bez ügl.
baulicher Erweiterung des Zollamtes
Vizebürgermeister Albe rt W insauer, Ob mann
des Hoch bau=Au s sc husses, berichtet wie folgt:
Das Zollamtsgebäude gehö rt der Stadtgemeinde
Es wurde seinerzeit über Wu nsch der Handels
und Gewerbetreibenden erbaut und dient seithen
zur Unte rbringu ng des Zollamtes und des Zoll
amtsleiter s . Die Amts= und Wohnräume erweisen
sich seit längerer Zeit als zu klein, ihr Ausbau is
totwendig geworden. Pläne und Kostenvoran
chlag für den Ausba u liegen vor und wurde r
vom Hochbau=Auss chu ß als zutreffend befunden
Mit der Firma F. M. Z umtobel besteht seit Jah¬
ren ein P achtvertr ag über die Magazinsräume
Das bisherige Ve r tragsverhältnis b edarf einen
Ueberprüf ung ; es wird erst festzustellen sein, wie
die Baukosten aufgebrac ht und wie ihre Tilgung
und Verzinsung sichergestellt werden.
Der Hochbau=Ausschuß stellt den Ant rag¬
Die Stadtvertretung wolle b eschließ en: „Das
Zollamt soll nach den Plänen und Kost enb erech
nungen des städt. Bau amtes er weitert werden
Zur Bedeckung der erforderlichen Bausumme von
S 18.000 soll der Finanzausschuß Anträge steller
und die Abänderung der Vert räge vorbe rei ten"
St.=R. Josef Diem (Soz.) spr icht mit Bezu
auf die bes tehenden Verträge sich dafür aus, daf
z uerst diese Verträge a ufgehoben oder dera rt ge
ändert werden, daß die Stadt bauen kann und
die Bauk osten aufgebracht, ordnungs gemäß ver
zinst und getil gt werden können. St.=R. Schul
direktor Hans Martin schließt sich diesen Aus¬
führungen an und befürwortet gleichfalls, mit dem
Bau erst dann zu beginnen, wenn die vertragliche
Regelung erfo lgt sein wird. Der Bü rgerm eisten
macht auf den gestellten Antrag a ufmerksam, nach
welchem der Finanzausschuß nicht nur die Fi¬
nanzierung, son dern mit ihr auch die Vertrags¬
egel ung vorzubereiten und der Stadtver tretung
Ber icht zu erstatten und Anträge zu stellen haben
wird. Dem Ant rag wird zugestimm
Zu21.
Die V erhandl ungsschr ift über die an
24. Novembe r 1930 abgehaltene Stadtvertretungs¬
sitzung wird genehmigt und gefertigt
Zu 22. A nträge, Anfragen und Bes chwerden
a) St=V. Adolf Hemrich führt Klage über zu schnelles
und rücksichtsloses Fahre n von Radfahrern auf
dem Marktplatz und e rsucht um Abhilfe.De
Bürgermei ster findet diese Klage berechtig t,d ie
Straßenpolizeiordnung werde auch von Radfahrern
vielfach übertreten.