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Full text: Dornbirner Gemeindeblatt 1966 (1966)

Sonntag, den 17. April 1966 
3. Das Anteilbuch, eine Zweitschrift und ein alphabe- 
tisches N amensverzeichni s w erden nach Rechtskraf 
dieses Bescheides auf Rechnung der Viehweide durch 
die Agra rbezirksbehö rde angelegt 
4. Die übrigen Verwaltungsunterlagen wie Weidebuch, 
Inv entar, Kass abuch usw. sind im Sinne der §§ 13. 
15 und 18 der Satzung o rdn ungsgemäß anzul egen 
und der Aufsichtsbehörde über Verlangen vorzule gen 
5. Gemäß § 10 Abs. 5 der Sa tzung ist nach jeder Neu 
wahl binn en vier Wochen eine Abschrift des Vollver 
samm lu ngsprot okolls mit eigenhändiger Unterschrif 
der neugewählten Organe, die gemei ndeam tlich be- 
glaubigt sein muß, der Agrarbezirksbehörde Bregen z 
vorzulegen. 
IV 
Nach Recht s kraft di eses Bescheides wird im Grund 
buch der K. G. Dornbirn, gemäß § 105 FIVG der Grund- 
buchsstand von Amts wegen wie folgt richtigg estellt 
E.Zl. 1663 
1.Im Eigentumsblatt wird das Eigentumsrecht für die 
Agrargemeinschaft „Viehweide Schwende' 
unter gleichzeitiger Löschung und Auflassung der ge 
sonderten Eigentumsblätter 1 — 46 einverleibt. 
2. Im Gutbestandsblatt, Abt. 2, wird die Eintragung in 
Pzl. 1 und die Ersichtli c hmachun g der Einleitung des 
Regulierungs v erfahrens in Pzl. 153 g elöscht und er 
sichtlich ge macht, daß die Lie gens chaften die ses 
Grundb uchkörpe rs agrargemeinschaftliche Grund 
stücke sind, die nur mit agrarbehördlicher Gen ehmi¬ 
gung belastet oder veräußert werde n kön nen und daß 
die Verwaltung der Agrargemeinschaft nach der mit 
di esem Beschei d genehmigten Satzung geregelt ist 
3. Im Lastenblatt werden 
a) die jewei ligen Hinweise in Pzl. 1 der C-Blätter 2 
46 gelöscht, 
b) die gesond ert en C-Blätter 2 - 46 gelöscht und auf 
gel assen 
1. Gemäß § 15 AgrVG. 1950, BGBI. Nr. 173/1950, im 
Zusammenhang mit § 120 FlVG kann für dieses Ver- 
fahr en einschließlich der in dessen Zuge erfol gten 
bzw. erforderlichen formellen Vermögensübertragun 
gen, Rechtserwerbungen und bücherlichen Eint ragun 
gen Abgaben-, Stempel- und Recht sg ebü hrenbefrei 
ung beansprucht werden. 
2. Die Kosten des Verfahrens sind nach den Best im- 
nu ngen der §§ 109 bis 117 FlVG zu tra gen. Sie wer 
den gemäß § 115 FlVG mit gesondertem Bescheid 
festgese t zt 
Grün de 
Die Viehweide Schwende umfaßt insgesamt eine 
Fläc he von 66 ha 21 a 04 m2. Im Grundbuch der K. G. 
Dornb irn ist die Viehweide Schwende in E. Zl. 1663 der 
Berechtigten als Miteigent um in 46 gesonderten B- Blät 
tern zugeschri eben. Die im Zuge des Regulierungsver 
fahrens gepflogenen Erhebungen haben ergeben, daß 
es sich bei der Viehweide Schwen de um Liegen schafte r 
ha ndelt, die nach alten Rechten und Übungen von der 
Weiderechtsbesitzern gemeinschaftlich genutzt und ver 
waltet werd en. Die Viehweide ist daher ein agrarge- 
meinschaftliches Grundstück im Sinne des § 35 Abs. 
lit. b FIVG. Demz ufolge bildet die Gesamtheit der an 
diesen Grun dstüc ken n utzu ngsberec htigten Persone n in 
Sinne des § 36 Abs. 1 FlVG eine Agrarge mein sc haft mit 
ei gener Rechtspersönlichkeit. Die einzelnen Anteils - 
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rechte an der Viehweide sind daher auch keine Mit- 
eigentumsanteile an der Vieh weide, sonde rn Anteils 
rechte, die ihre Besitzer lediglich zur Tei lnahme an de 
gemeinschaftlichen Nutzung und Verwaltun g der ag- 
rargeme i n schaftliche n Grundstücke ber ech tigen. Daraus 
ergibt sich, daß das Eigentu m an der Viehw eide der 
aus allen Weiderechtsbesitzern bestehenden Agrarge 
meinschaft, deren Recht s persönli chkeit im Flurverfas- 
sungsgesetz begrün det ist, zusteht . Daher ist auch jede 
auf die rechtliche Behandlung der Weiderechte als 
„Miteigentum" z urückzuführende Grundbuchs ei ntra- 
gung (gesonde rte B- und C-Blätter) von Amts wegen zu 
ber ichtigen. 
Im Zuge des Regulierungsverfahrens haben die Wei- 
derechtsbesitzer an der Viehweide Schwende in der am 
29. 11. 1964 abgehaltenen Vollversammlung mit über- 
wiegender Mehrh eit eine Satzung beschlossen, die ins- 
besondere die Rechte und Pflichten der Mitglieder, der 
Wi rkungskreis und die Art der Bestellung der Verw al 
t ungsorgane , die Vermögensverwaltung der Viehweide 
und die Führ ung des Anteilbuches regelt. Die Sa tzung 
entspricht daher den Bestimmungen des § 78 FIVG. 
Durch diese Satzung wird die Anza hl der Weiderechte 
mit 53 festgeset z t 
Der Spruc h trägt somit in allen Punkten den gestell- 
ten Anträgen Rechnung. Im ü brigen stü tzt sich der Be- 
sch eid in den ein zelnen Beurkundungen und Verfügun- 
gen auf die ordnungsgemäß gefaßten Beschlüsse der 
Vo l lversamm lung und auf die bezogenen Gesetzesstel- 
en 
Rechtsmittelbelehrung: 
Gegen diesen Bescheid steht die Berufung offen, die 
binnen 2 Woch en nach Zustellung oder binnen 2 Woch er 
nach Ku ndma chung di eses Bescheides in 2fache r Aus- 
fertigung schriftlich bei der Agrarbez i rk sbehörde Bre 
genz, Kirchstr. 28, ei nzubringen ist. Berufungen müs 
sen einen bestim mt begründet en Beruf ungs an trag ent- 
halten . Der 
Amtsvorstand: Dr. Kühne 
Agrarbezirksbehörde 
Bregenz 
Zahl: II - 721/66 Bregenz, 
den 22. März 1966 
Regulierungsbescheic 
Die A gra rbezirksbehörde Bregenz hat mit Bescheid 
vom 29. 7. 1963, Zl. II - 721/63, über die Gemein 
sc haftsa lpe Gun zm o os-Obe rmörzel, E. Zl. 1606, K. G 
Dornbirn, gemäß § 46 Abs. 2 Flurverfassungsgesetz, 
das Verfahren zur Ordnung der rechtlichen und wirt- 
schaftlichen Verhältnisse eingeleitet. Diese r Bescheid is 
mit Erkenntnis des Landesagrarsenates für Vorarlberg 
vom 26. 2. 1964, Zl. LAS. - 647/1963, bestätigt wor der 
und ist am 4. 3. 1964 in Rechts kraft erwachsen. Der 
Eintrit t der Rechts kraft des Bescheides wurde gemäß 
§ 93 Abs. 3 FIVG kundgemacht 
Gemäß §§ 87 ff. Flurverfassun gsgeset z, LGBI. Nr. 4, 
1951, erkennt und beurkundet die Agrarbezirksbe 
hörde Bregenz nach durchgeführtem E rmittlungs ver 
fahren wie folgt 
1. Die von den Weiderechtsbesitzern in der Vol lver- 
sammlu ng am 27. 12. 1964 b esc hlossene Sat zung der 
A lpgen ossensch aft Gunzmoos - Obermörzel wird ge- 
mäß §§ 36 Abs. 2 und 78 FIVG genehmigt.
	        
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