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Full text: Dornbirner Gemeindeblatt 1969 (1969)

Sonnt ag, 30. N ovember 1968 
TERNE R ODTEN " 
OAINZ NAHE 
Der Ferne Osten ist uns vertrauter als der Goldene Westen. Lä ngst 
bevor die C aravellen eines Columb us nach Amerika segelten, 
schle ppte das „Schif f der Wüste“ kostbare G ewebe auf der Sei¬ 
de nstraße quer durch Asie n, damit sich die europäische Frau eben¬ 
so luxuriös und verführerisch kleid en kon nte wie die Asiatin. 
Mag sein, daß die aus der Prärie stammende „Blue Jean“ zur 
Hose unseres Jahrzehnts wurde, der Jugend wie auf den Leib ge 
gos sen. Aber der P ijama, der bequeme, kleidsame Schl afan zug 
des Japaners, hat sich läng st mit fernöstlicher G el assenheit die 
Sympathie des westlichen Menschen für alle Zukunft erobert. 
Unsere europäische Kul tur ist seit Jahrhunderten so innig ver¬ 
woben mit asia tischer Ku ltur, daß wir uns dessen kaum noch be¬ 
wußt sind. Was wäre zum Beisp iel die Schönheit der Frau ohne 
den Glanz knisternder C hinaseid e? Wora us würden wir Europäer 
Tee trinken, hätte uns nicht China das Porzellan geschenkt, ein 
Porzella n so leicht wie der menschl i che Geda nke und durchschei¬ 
nend wie edles Papier? Erst in Behältnissen aus solchem Stoff läß 
der Tee sein betörendes Aroma voll verströmen, das auf den Fein¬ 
sinnigen wirkt wie exotisches, erregendes Parfum . Haben Sie nie 
Tee getrunken, der aus der bauchigen Kanne mit dem geflochte 
nen Bambus bügel in golden em S trahl in die winzige japanische 
Tasse floß? Ein unvergeßlicher Gen uß. Unvergeßlich, weil er alle 
Sinne anspricht: den Geschmacks- und den Geruchssinn, das Auge 
das sich nicht sattsehen kann an der entzückenden Malerei auf 
dem Porzellan, das Ohr, das auf den feinen Klang hört, wenn Por 
zell an Porzellan berü hrt, wenn die Tasse sich glu cksend mit dem 
edlen Getränk fül lt, das in schimmerndem Bogen eingeschenk 
wird. 
Erst wenn sich zum Teetrinken die Zeremonie der Zubereitung und 
Darbietung gesellt, ist der Genuß vol lkom men. Dann gewinnt die 
Teestunde fernöstliche Atm osphä re. Noch ein paar Rä uch erstäb 
chen in Brand gesetzt, und Sie f ühlen sich wie verzaubert und als 
ein Teil jener begl ückend en Welt, wo der Bambu s feine Schatten ir 
die volle Sch eibe des Mond es zeich net u. die Zikade n unter bu nten 
Lampions ihre Konzerte zirpen . Fe rner Osten — ganz nahe. Dieser 
Wunsch läßt sich leic ht erfül len. Nein — Sie brauchen keine Welt Such en Sie etwas Besonderes zum Weihnachtsfest, dann kommen 
reise zu wagen. Das Tor zu den großen und kleinen 
Kostb ar Sie zu einem unverbindlichen Besuch zu uns! 
keite n asia tische r Kunst, zu den Schätzen, die als Perlen und 
Sei de, als Schmuck- und Lackarbeiten den Menschen fas zinie ren, die wissen, daß alles Echte und Edle den Transport über Ko nti¬ 
steht mitte n in unserem Lande. Wer es durchschreitet, findet sich nente 
hinweg lohnt, weil es wertb eständig blei bt und zeitlo s gü ltig 
in einer Umgebung, die ihn mit santter Gewalt fess elt. All es, was 
binter diesem Tor zur „Kuns t aus Asien “ ausgebreitet ist wie in Di esen 
Eindruck vermittelt schon ein Blick in u nsere Schaufenster 
einem unerschöpflichen Bazar, atmet asiatisch en und fernöstlichen Wenn 
Sie sich aber erst ein mal umgesehe n haben in unsere m 
Geis t. Hier ist ein kleines „Re ich der Mitte“ ents tanden , das, zu „R eich 
der Mitte“ werden Sie nicht nur E inzigartiges und Kost¬ 
entdecken , sich loh nt. Jeder kann sich darin als ein Marco Polc bares 
entdeck en. Sie werden sich sel bst entdecken. Sie wer den 
uns eres Jahrz ehnts f ühlen, ohne das Ris iko des Aben teuers auf staunen, 
wie fein Ihr künstlerischer Geschmack ausge bild et ist, wie 
sich n ehmen zu müssen. Das Wagnis , Kostbarkeiten und Kunst sic her 
Sie im Urte il sind, wenn Sie aus dem reichen Angebot des 
sc hätze aus dem mittl eren und fernen Osten bis an das Ufer desH. 
B. 
Schön en das Schöns te wähl en sol len. 
Bh eins zu b ringen, haben moderne Kaufleute auf sich geno mmen 
AUS ASIEN 
KUNST 
Kunst IN 
DOR NBIRN : RIE DGASSE 3 
aus (Bundesstraße 
1, beim SPAR-Markt) Tel. 29088 lAs ien
	        
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