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Full text: Dornbirner Gemeindeblatt 1969 (1969)

Dies umso eher, als wie uns bekannt ist, kleinere 
Gemeinden sow ohl verhältnis m äßig als auch 
teilweise absolut einen größ eren Personalstand 
und damit einen höh eren Personal auf w and auf¬ 
weise n. 
Wie schon erwähnt , ent fallen 75,7 Millionen des 
Gesamtbudgets auf außerordentliche Ausgaben 
Das sind 3,6 Millionen mehr als im Jahre 1968 
mit Nachtragsvoranschlag. 
Diese hohen Aufwendungen sind vor allem be¬ 
dingt durch die F ertig stellung der drei Großbau¬ 
vorhaben Personalhäuser des Stadtspitals, Hal¬ 
lenbad und Abwasserreinigungsanlage im heu¬ 
rigen Jahre. 
Es ist eine bekannte Tatsache, daß Großbauten 
gerade in der Endphase am me isten Geld kos 
ten, weshalb für diese Vorhaben allein mit einem 
Aufwand von S 31,5 Millionen gerechnet werde r 
muß. 
Erhebli che Mit tel, n ämlich 8 Millionen Schilli ng, 
sind wieder auf dem Sektor K analisat ion erfor¬ 
derlich, wo dan ach zu tra chten ist, besonde rs 
durch den Bau weiterer H auptsämmler nicht nur 
die Industrieabwässer zu erfassen, sondern de 
Großkläranlag e baldmöglichst auch die Abwäs¬ 
ser im richtigen Mischungsverhältnis zuführe n 
zu können. 
Für die Sicherung der Wasserversorgung sind 
gleichfalls 3,5 Millionen v orgesehen, wovon das 
Hauptaug e nmerk auf die rasche Ver wi rklichung 
des Projektes der Rheintalwass er v er s orgung, ar 
welcher die Stadt mit rund 60% beteiligt ist, ge¬ 
legt werd en muß. 
Auffalle nd ist das Ansteig en des Aufwand es für 
das Sc hul wesen. Mit den h iefür b ereitgestell ter 
S 11 Millionen soll der bereits begonn ene Bat 
der Volks schule Wallenmahd fortgesetzt und die 
Errichtun g von zwei Hauptschulen an der L uste¬ 
nauerstraße, für wel che in den n ächsten Tager 
der ausg esch ri ebene Architektenw ettbewerb ab¬ 
la uft, ohne Verzögerung in A ngriff genommer 
werd en 
Wei ters soll in Markt versuch t wer den, durch ein 
entspr echen des Projekt die alljährlich größer 
werdende Raumno t an den dortigen Sch ulen zu 
l indern und damit außerd em die Möglichkeit zu 
schaffen, mit Fertigstellung der zweizügigen Hat¬ 
ler Hauptschulen auch in den Hauptschulen von 
Markt endl ich den zweiten Klassenzug einfüh¬ 
ren zu können. 
Für die bereits vorgeseh ene Erstellung des Al¬ 
tersheim-Erweiterungsbaues werden heuer 4 
Millionen Schilling, für den Straßenbau rund / 
Millionen, für Grundankäufe 3 Millionen und für 
Wohnbauförderung ca. 2,5 Millionen Schillin g 
aufgewendet. 
Der Rest ist unter anderem vorgesehen für den 
Umbau der Personalräume des Stadtspitals in 
Krankenzimmer, für die Erricht ung eines Kinder 
gartens, als B eitrag für die Landessportschule, 
für den Ausbau der Friedhöfe Rohr bach und Hat¬ 
lerdorf sowie für den A nkauf einer St raßenkehr¬ 
maschine. 
Den präliminierten Ausgaben von rund S 169,4 
Millionen stehen nur S 163,4 Millionen E innah¬ 
men aus der Haushaltsgebarung gegenüber, so¬ 
Sonntag, 19. Jän ner 1969 
daß sich schlußendlich ein Abgang von 6 Millio¬ 
nen Schilling ergibt, der noch aus Kassabestän¬ 
den gedeckt werde n kann. 
Die Einnah men aus eigen en Ste uern wurd en mit 
Ausnahme der Gewerbesteuer, bei welcher ge¬ 
mäß dem vom Finanzamt beka nnt geg ebenen 
Steuermeßbetrag S 1,6 Millionen mehr ein ge¬ 
setzt wurden, im wesentlichen in der gleichen 
Höhe wie l etztes Jahr vo rgesehen . 
Eine solch e Vorgangsweise erscheint vertre tbar. 
da die Steuereingänge im Rechnungsjahr 1968 
nach den bisher vorliegenden Aufzeichnungen 
die seinerzeit präl iminierten Ansätz e im Gro ßen 
und Ganzen erreichen dürften. 
Diese Tatsache ist an sich beruhigend und läßt 
doch wied er etwas hoffen, daß das Konjun k tur¬ 
tief und die dadurch bedingte, im Vorj ahr deut 
lich feststell bare Stagnation der eigenen Steuer¬ 
e ingänge allmählich überwunden sein dürfte. 
Trotz dieses l eichten Hoffnungsschimmers ist 
jedoch im Hinblic k auf das gegenüber früheren 
Jahren geringere Wachse n der Steuererträgnis 
se weit erhin eine v orsich tige Schät zung aller 
E innahmen für das Jahr 1969 d urchaus geboten 
um sich vor unliebsame n Überraschungen zu be¬ 
wahr en. 
We niger erfreulich ist die Entwickl ung bei den 
Ertragsanteilen, wo die Eingänge nach den ge 
machten Feststellungen voraussichtlich um , 
Millionen hin ter dem Voranschlagspräliminare 
1968 zurückbleiben dürften. 
Auf Grund dieser Sachlage konnte, selbst unter 
Berücksichtigung eines zu erwartenden l eichter 
Ansteigens d ieser Einnahmepost, auch für das 
heurige Bu dget nur der im Vorjahr vorgesehene 
Betrag eingesetzt werden. 
Eine Erhöhung der Geb ühren für die Benützung 
von Geme inde einrich tungen ist im Voranschlag 
zunächst nicht vorgesehen. 
Es muß je doch darau f hingewiesen werd en, dal 
solc he zu gegebene r Zeit doch vorgenommen 
w erden müss en, wenn die ges tiegen en Be 
triebskosten oder das Erla ngen von Bundes¬ 
oder L and es subventionen für bestimmt e Zwecke 
wie etwa für die Wasserversorgungs- und Ab¬ 
wasserablagen, dies erfordern. 
Im einzelne n weisen die Einnahmen folgende 
Herkunft aus 
a) Finan zzuwe isun gen des Bundes, des Land es 
und anderer Gebietskörperschaften: 
55,3 Millionen oder 33.9 % 
b) Gem eind esteue rn und Ab gaben: 
32,2 Millionen oder 19.7 % 
c) Einnahmen aus Betrieben und betriebsähn¬ 
l ichen Anstalten: 
36,8 Millionen oder 22.5 % 
d) Vermögenswirksame Einnahmen, Darlehens¬ 
aufnahmen und Rücklageentnah men; 
28,9 Millionen oder 17.6 % 
e) sonstige Einnahmen, wie Kostenersätze, Miet¬ 
und Pachterlöse u. s. w. 
10,2 Milli onen oder 6.3% 
Die Finanzierung der im Voransch lag vorgeseh¬ 
enen und bereits erwähnten außerordentlichen 
Ausgaben in Höhe von 75.7 Mill ionen kann nur 
knapp zu 2/5 aus den orden tlich en Einnahmen
	        
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