Sonntag, 18. J änner 1970
VXXVAXXAXA X.
Das Hirnst rombi ld ist eine Unt ersuch ung und keine Behan dlung, es ist vollkommen
schmerzlos. Es ist daher ebe nso sinnlos zu behaupten, daß die Untersuch
ung weh tun könnte und genau so unsinnig zu behaupten, daß man sich
nach der Untersuchu ng nicht wohl gefühlt habe oder wie an dere wi ederum be
haupten, sie hätten seit der Untersuchung keine Kopfschmerzen mehr. Beides
ist vollkomm en sinnlos. Es veränder t sich ni chts durch diese Untersuchu ng, es
kann ni chts schlec hter und nichts besser we rden, es ist keine Behan dlung, soodern
eine Unt ersuch ung.
Die Untersuchung kann unendlic h viel aussagen. Sie ist un v orstellbar wert
voll in der Hand des erfahrenen Facharztes. Es ist aber sinnlos, sich von der Aufzeichnung
der Hirnstromkurve zu viel zu erwarten. Das EEG kann weder Gedan
ken lesen noch kann man damit die Intelligenz festste llen oder das Vo rliegen
einer Geisteserkrankung. Dem Arzt, der diese Untersuchung macht, ist es möglich
zusammen mit der Vor geschich te, zusa mmen mit der kör perlich en Untersuchung
und den anderen medizinischen Befunden, mit Hilfe des Hirnstrombilde s das Vorliegen
oder Nichtvorliegen einer Anfallserkrankung aus dem epi lepti schen For
menkreis festzustellen oder a uszuschließen . Ö ftmals ist es aber dazu notwendig
daß eine solc he Aufnah me meh rmals gemach t wird, da es du rchaus nicht zu
jedem Zeitpunkt möglich ist, etwas zu finden. Wir haben daher den Satz gep rägt,
Derzeit daß
eine positive elek t roenzephalographische Un tersuchung beweisend ist, daß
aber eine negative eine Krankheit nicht unbedingt aus schließt, da es sehr woh
möglich sein kann, daß schon am nä chsten Tag oder einige Woch en spät er, das
zuerst negativ e Bild p lötzlich ein ganz andere s Bild ergibt, nämlich deutlich
positiv ist.
Kren Der
Pa tient s elbst sollte vor der U ntersuchung des Hirnstrombi ld es ein iges
beacht en. Ich möcht e nocheinmal betonen, daß er zu dieser Untersuchung unfür
Vollreinigung in voreingenommen
geht und ohne Angstgefühle, denn es ist nicht notw endig, es
ist eine völlig schmerzfreie und harmlose Untersuchung.
Zweitens soll er am Vortage die Haare gründli ch mit Seife oder Scha mpon
waschen, so daß sie am Untersuchungstag vollkommen fet tfrei und trocken sind.
Er muß also beim Weg zum Arzt schaue n, daß er nicht durch Schnee oder
Regen wieder nasses Haar b ekommt, ansonsten kann man die Kurve nicht aufschreiben.
Der Patient soll außer den Medikamenten, die er evt. wegen Anfällen
vom Arzt bekommen hat, keine and eren Med i kamente an den Tagen vor der
Untersuchung nehmen. Diese können oft mals eine Verz errung des Bildes erg
eben. Selbstverständlich muß der Pat ient gerade für diese U ntersuchung, die
sehr viel Mühe und Zeit erfordert, pün ktlich sein, genau zur bestellten Zeit kommen,
sich auch genüg end Zeit lassen, im allgemeinen muß er schon mit etwa
einer S tunde rechnen.
In der Ordination b ekommt dann der Patient von der technischen Assistentin,
die dafür speziell ausge bildet sein muß, am Kopf mit den Gummibändern kleine
pilzförmige Elektroden aufgesetzt, dann wird er auf einen Stuhl gesetz t oder
auf Wunsch auch auf ein Bett g elegt, diese Elektrod en we rden nun mit dü nnen
Dräht en mit dem Apparat verbunden. Es wird durch diese Drähte kein Strom in
den Kopf hineingeleitet, sondern umgekehrt, die elektrische Tät igkeit des Gehirnes
wird von den Elektroden aus dem Gehirn h eraus zum Apparat abgel
eitet und dort aufges c hrieb en. Wäh rend der Untersuch ung muß der Patient
40 JAHRE MEIST vollkommen
ruhig si tzen und nur auf Anordnung des Arztes oder der Assi stent in
die Augen öffnen, die Augen schließen oder tief aus- und ein atmen. Meist wird
Achtung
Skifah
Sepp Herburg er, Autoreisen Dombi r, Schwefel 25, Tel. 2415