Freitag, 23. Februar 1973
War es schon sch wer v erst ändlich, daß der
Landtag entgege n der seinerzeitigen Stellungnahme
des Vorarlberger Gemeindeverbandes
eine weit höher e Belastung der Gemeinden zum
Gesetzesbeschluß erhob, so muß es befremden.
daß bis heute keine Änderu ng des derzeitigen
Beitragsschlüssels b esch lossen wurd e, obwohl
den Vorarlberger Bü rgerm eistern beim letztjährig
en V orarlberger Gemei ndetag in K oblach
von Regierungsmitgliedern eine solche in Aussicht
gestellt wurde .
Die außerordentlichen Ausgaben betrag en rund
93 Millionen Schilling oder 36.2 9% des Gesamt
voranschlages und liegen damit um ca. 8 Millio
nen oder um 5.56% niedriger als im Jahre
1972.
Ein Hauptanteil des a ußero rdentli chen Aufwan ¬
des e ntfällt auch heuer wied er auf den Sekto r
Abwass er besei tigung , denn für den Neub au von
Kanälen und für den wei teren Ausbau der Kläranlage
sind insgesamt 18.5 Millionen Schilling
vorgesehen .
Damit setzt die St adtverwaltun g im Rahmen der
finanziellen Möglichkeiten ihre großen und
kostspieligen Bemühungen um die baldmögliche
Schaff ung einer lückenlos funkt ionierende n
Kanalisationsanlage fort, obwohl repräsentative
Hochbauten zweifellos publikumswirksamere
Investitione n wären.
Aber ich glau be, die Hintanhaltung der Umweltverschmutzung
muß im Inter esse aller Bürger
Vorrang genießen, weil eine saubere Umw elt
schließl i ch die V orauss etzung für unser künftiges
Woh lergehen ist.
In di esem Zusam menh ang ist es viellei cht interessant
zu erfahren , daß mit Ende 1972 im Stadt
gebiet rund 80 km K a nalstränge in verschied e
nen Dim ensione n besteh en.
Der Abwasserzufluß zur Kläranlage betrug im
Jahresdurchschnitt ca. 200 1/sec., was dort 1972
als Gesamtd urc hsatz eine Abwasserm enge von
etwa 6 Millionen Kubi kmeter n ergab (zum Vergleich
faßt der Vermu nt-S tause e der Ill werke
5 Millionen m Was ser), die eine Schm ut zfracht
(Schlamm, Sand, Rechengut) von 4300 m2 mitführte.
Die heuer bereitgestellten Mit tel sind vor allem
für die Fortsetzung des Randsammlers Hatlerdorf
vom INTERSP AR bis zum Gsieggraben.
für die Kanalisation Zieglergasse sowie
Weppach-Müllerstraße (F. M. Hämmerle) vorgesehen.
Der Neubau von Straßen und Brücken ist mit
rund 16 Millionen Schilling dot iert
Von diesem Bet rag sollen rund 13 Millionen für
den Bau von Gemeindestra ßen, der Rest für
Ge m e indebetre ffnisse bei Bundes- und Lande
s straßen bauten verwendet wer den.
I nsbesondere soll auch die Grundab löse für den
weitere n Ausbau der Böd elestraße in Richtung
Fallenberg dur chg eführt werd en, sobald seitens
des Lande s das endgültige diesbezüglich e Projekt
vorg elegt wird.
Bekannt lich hat sich heraus g es tellt, daß die
Grundverhältnisse im Berei ch Unter ries-Fallen ¬
berg sehr schlecht sind, sodaß eine Umplanung
dieses Bauloses erfolgen mußte, wodur ch der
weiter e A usbau der Bödelestraße, hoffen tlic h
nur vorübergehend, ins Sto cken kam.
Hinsichtlich der Bunde s straßen-Ortsdurch f ah r
wurden 1972 die Ablöseverhandlungen mit der
Mohrenbrauerei ab geschl ossen, die eisenbahn.
rechtliche Verhandlung der Bah nun terfüh rung
Schwefel durchgeführt und der Bau d ieser I.
terführung au sgeschrie ben.
Angesichts die ser Tatsachen ist anzunehmen
daß der Bund doch er nstlich gewillt ist, an die
sen Straßenbau heranzugehen und es bleib t
nur zu hoffen, daß dessen Rea lisieru ng etwa
wegen des Stabilisi er ung sabk om mens nicht
auf unbes t immte Zeit verschoben wird.
Dabei soll allerdings nicht verschwiege n werden,
daß dieser Straße nbau auch die Stadt mit
vielen Millionen S chilling belasten wird.
Auf dem Gebi et des Hochbaues sind 4 Millio nen
Schilling für die Vollend ung des b ereits im
Rohbau fertigen Rettungsheimes an der Höchsterstraße
vorgesehen.
Für den Kauf des Rohbaues zur Erweiterung
des Museums „Vora rl berger Na turscha u“ an
der Marktstraße sind weitere 2.7 Millionen Schilling
bereitgestellt.
Mit 2 Millionen Schilling soll der dri ngend benö
tigte dreigruppige Kindergarten an der J.A.
Herrburgerstraße, für den s ämtliche Planungsa
rbeiten bereits vergeben sind, im Laufe des
Ja hres begonnen werden. Die Gesamt kost en
dieses Bauvorhabens dürft en sich auf ca. 5 Millio
nen Schilling belaufen.
Beim G utshof Mart insruh soll mit 1.5 M illionen
Schill ing ein Garagen - und Wirtschaftsgebäude
erstell t wer den.
Nachdem nun das Ra thaus zur Gänze für das
Gem einde amt zur Verfügung steht, hat sich die
Mö glich keit für die schon längst fällige, auch
äuße re Ren ovieru ng desselben ergeben. Hiefür
sind 1.5 Millionen Schilling v org esehen.
Auf dem G ebiet des Schulbaues läuft der Arc
hitektenw ettbewe rb zur Erlangung von Entwürfe
n für eine 18 -kl assige gemischte Hauptschul
e in Haselstauden, we lche auf der von der
Stadt Ende 1972 um ca. 4 Millionen Schilling
gekauften sogenan nten „Pfarrwiese“ an der
Straße Stiglingen erstell t werd en soll.
Nach durchgeführter Detailp lanu ng soll noch in
diesem Jahre die B aueingabe erfolgen . Der ber
eitgeste llte B etrag von 1 Mill ion Schill ing erscheint
für heuer ausreichend, doch darf nicht
über sehen werde n, daß dieser Schu lbau etwa
35 Millionen Schilling kosten wird.
So bed auerl ich es ist, daß verschied ene andere,
durc haus berechtigte Wünsche im Bereich des
Schul wesens zurückgestellt we rden müssen, erscheint
dieser Ha uptschulba u der zeit doch als
das vordrin gl ichste Schulbauvorhaben, denn in
Dor nbirn fehle n hauptsächlich Hauptschulklassen.
Um j edoch ein brauchbares Konzept für die
weite re Marschroute auf dem Schulbausektor
zu erh alten, sollen entsprec hend e Plan ungs vorarbeiten
gemacht werden.