ihren hohen Anteil an Arbeiterfamilien mit der
recht beträchtlichen Zahl von nahezu 40.000
Einwohnern. Im Voranschlag für 1983 sind zwar
14 Millionen Schilling an Wohnbauförderung
eingesetzt, davon entfallen allerdings weit
mehr als die Hälfte auf ein Darlehen an die
VOGEWOSI.
Mit der Verbauung der Juchengründe der
Textilfirma Herrburger & Rhomberg gerät die
Stadt unvermutet in die günstige Lage, rund
hundert Wohnungen fördern zu dürfen. Das
erscheint auf den ersten Blick viel, ist aber
andererseits wenig, wenn man die ca. 800
Wohnungssuchenden gegenüberstellt. Dabei
spielt es keine Rolle, ob die Anträge auf den
Erhalt einer Wohnung einer ersten, zweiten
oder gar dritten Dringlichkeitsstufe zuzurechnen
sind. Auch soll hier geprüft werden, ob sich
wie beim Jugendproblem manche Dinge von
selbst lösen, weil es die Leute einfach leid
geworden sind, auf die Hilfe der Stadt Dornbirn
zu warten und dann doch enttäuscht zu werden.
Tatsache ist, daß diese angegebenen hundert
Wohnungen auf dem Juchen-Areal hinter der
Textilschule erst in zwei bis drei Jahren bezogen
werden können. Und in dieser Zeitspanne
ist für manche unglückliche Familie das
Wohnungsproblem mehr als dringend geworden.
Wir fordern hiemit die Stadt Dornbirn so
wie bisher auf, möglichst zu trachten und ihren
Einfluß auf die VÖGEWOSI geltend zu machen,
daß in den von der Stadt geförderten Objekten
ausschließlich Mietwohnungen geschaffen
werden.
Eigentumswohnungen stehen der Bevölkerung
in ausreichendem Maße zur Verfügung und
können von den Bauherrn gar nicht zur Gänze
an den Mann gebracht werden, weil sie gerade
in der heutigen Zeit des konjunkturellen Einbruchs
zu teuer geworden sind. Deshalb ergeht
nochmals der Ruf an die ÖVP, so viele Mietwohnungen
wie nur möglich zu fördern.
Gerade durch die vermehrte Personalaufnahme
für das neue Stadtspital werden in Dornbirn in
diesen Tagen mehr Mietwohnungen als üblich
in Anspruch genommen. Unsere Sorge gilt
daher jenen Familien, deren fianzielle Verhältnisse
es nicht gestatten, teure Wohnungen zu
beziehen.
Altersheim - Seniorenwohnungen — Soziales
Für den Bau einer weiteren Seniorenwohnung
für acht betagte Leute ist ein Betrag von
4.6 Millionen Schilling vorgesehen. Uns
erscheint dieses Geld nicht optimal angelegt.
Hätte man, wie von der ÖVP 1975 in einem
Wahlversprechen zugesagt, ein zweites Altersheim
errichtet, wären die Steuergelder
bestimmt zweckentsprechender angelegt
gewesen. Und vor allem, was das Entscheidendste
daran ist, wäre der Mangel an Plätzen
so rasch und wirkungsvoll behoben worden.
Heute, rund acht Jahre nach dem ÖVP-Wahlversprechen,
stehen statt der damals zugesagten
110 Betten in einem zweiten Altersheim an
der Gerbergasse - der Grund liegt derzeit
Freitag, 21. Jänner 1983
immer noch brach! — lediglich 33 Betten in vier
verstreuten und schwer zu ver- und entsorgenden
Seniorenwohnungen zur Verfügung.
Weitere Altersheimbetten sind zu Pflegebetten
umfunktioniert worden, wodurch sich die Zahl
der Altersheimbetten ebenfalls reduzierte. Mit
einem Wort: die Zahl der Betten für die Altenbetreuung
hat sich in den letzten acht Jahren
nur geringfügig erhöht und der Platzmangel im
Altersheim hat sich noch verschärft. Wer heute
ins Altersheim will, muß jahrelange Wartezeiten
in Kauf nehmen. Hilfe und Unterstützung für
unsere Senioren, die ein ganzes Leben lang
gearbeitet haben, ist das beileibe keine.
Wir können uns noch viel zu gut daran erinnern,
wie die ÖVP damals den tatsächlichen Bedarf
an Betten im Altersheim feststellen ließ und auf
eine erforderliche Anzahl von 150 Betten
zusätzlich stieß. Bereitgestellt wurden aber nur
die 33 Betten in Seniorenwohnungen. Das ist
wirklich nur ein Tropfen auf einen heißen Stein.
Wir äußern den Verdacht, daß mit der bedächtigen
Schaffung von Seniorenwohnungen ein
finanzpolitischer Slalom eingeschlagen wurde,
um sich am eindeutig festgestellten Bedarf
eines zweiten Altersheimes, das mit einer
zweiten Bauphase 110 weitere Betten gebracht
hätte, geschickt vorbeizuschlängeln.
Die drückende Raumnot im Altersheim muß
auch noch unter dem Äspekt gesehen werden,
daß 60 bis 70 alte Menschen in Alters- und
Versorgungsheimen außerhalb der Gemeindegrenzen
ihren Lebensabend verbringen
müssen. Die ÖVP verschließt die Augen vor den
Tatsachen, daß ein einziges Altersheim in
Dornbirn einfach nicht ausreicht. Das geplante
Pflegeheim an der Stelle des alten Spitals kann
die erhoffte Entlastung des Altersheimes an der
Höchsterstraße nicht erfüllen, weil zu viele
betagte Leute auf der Warteliste stehen.
S 330.000,— sind im Budget für die Grundstückssicherung
einer Beschützenden Werkstätte
vorgesehen. Die Dornbirner Lebenshilfe
bedarf dringend einer neuen, soliden Heimstätte,
denn hier werden die Ärmsten unserer
Gesellschaft betreut. Rasche Hilfe täte not.
Was tut die Stadt? Sie saniert das Kolpingshaus.
Kindergärten — Schulen
2.5 Millionen Schilling sind im Budget für einen
neuen Kindergarten im Forach sowie für die
Erweiterung des Kindergartens Mittelfeld eingesetzt.
Mit diesem geringen Betrag können
aber lediglich der Kindergarten im Forach
begonnen und die Planung für Mittelfeld vorgenommen
werden. Wenn man sich vorstellt,
daß der Bau eines Kindergartens zirka zehn
Millionen Schilling kostet, erkennt man die
Geringfügigkeit des für 1983 reservierten
Betrages.
Nicht genug damit, hinkt die ÖVP mit der
Schaffung weiteren Kindergarten-Raumes
weiter hinter den Erfordernissen nach. Wir
haben schon vor Jahren, und das immer wieder,
Anträge auf den Bau von Kindergärten im