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Full text : Dornbirner Gemeindeblatt 1983 (1983)

Freitag, 16. Dezember 1983

Blasius Hueber stammt, wie sein berühmter Lehrmeister, Peter Anich der Astronom, aus dem Dorf Oberperfuß
 im Tiroler Inntal, wo er 1735 als Bauernsohn geboren wurde. Durch den frühen Tod Anichs mußte er
dessen Werk, den „Atlas Tyrolensis“ fortsetzen und vollenden und dies ist ihm so meisterhaft gelungen,
daß ihn die Kaiserin Maria Theresia auch mit der Aufnahme der „Vorlande“ beauftragte, zu denen Vorarlberg
 damals zählte. Die als Ergebnis der Vermessung gezeichnete und gestochene Karte trägt den Titel
„Provincia Arlbergica“ und hat, wie die Tiroler Karten, einen Maßstab 1 : 103.800. Sie weist besonders im
Bereich des Rheintales, aber auch weit in die Berge hinein, eine Fülle von Kartenzeichen und Namen auf
Die verschiedenen Dorfsiedlungen sind je nach Größe durch siebenerlei Aufrißsignaturen gekennzeichnet.
Daneben gibt es Zeichen für Kirchen, Burgen, Ruinen, Mühlen, Wirtshäuser, Alphütten usw. Wir können die
große Ausdehnung des Weinbaues ebenso erkennen, wie die Sumpfgebiete im Lauteracher Ried.

Das Gericht Dornbirn, Dornbieren geschrieben, grenzte nach der Karte nur im Östen gegen den Hinterbregenzerwald
 an ein Gericht der gleichen Herrschaft. Im Norden lag die ebenfalls österreichische Herrschaft
Bregenz, während Dornbirn im Süden und Westen an das „Ausland“ grenzte, die noch immer bestandene
Reichsgrafschaft Hohenems und den Reichshof Lustenau. Bei der Einzeichnung der Grenze konnte sich
Hueber nicht auf Vorbilder stützen; er mußte die alten, beurkundeten Grenzbeschreibungen benützen, die
gegenüber Hohenems teilweise grob fehlerhaft waren. So zeichnet Hueber die Grenze mitten durch die
Alphütte des Kühbergs, den er als „Minder Küenberg“ bezeichnet. Die alte Form „Kienberg“ hatte sich im
Volksmund also schon zu Kühberg gewandelt. Im Bereich der Alpe Binnel läßt er einen Hohenemser Korridor
 zwischen Valors und der Unteralp gelten, obwohl die große Dornbirner Binnelalpe seit eh und je an die
Freschenspitze und die Saluveralpe gereicht hat und mit seinen Nachfolgealpen noch reicht. Es ist einfach
nicht möglich, daß die Emser „Staatsgrenze“ mitten durch die Körbler Alphütte geführt hat. Dagegen hat
Hueber die Alpe Süns richtig dem Gericht Sulz zugeteilt, wohin sie bis 1808 die Steuern zahlen mußte. Im
Norden zeichnet er die alte Herrschaftsgrenze mitten durch den Ort Schwarzach, obwohl wir wissen, aber
nicht klar belegen können, daß der Ortsteil südlich des Baches schon früher nach Hofsteig einverleibt wurde.

Die Ortschaften im Tal, von denen Haselstauden, Kehlen, Niederdorf als Dornbirn, Oberdorf, Hatlerdorf,
Mühlebach und Haßlach eingezeichnet sind, waren damals noch voneinander getrennte Siedlungen. An
der Ach ist nur ein Weiler mit der Bezeichnung „Mühldorf“ eingetragen. Dem Namen nach könnte das Achmühle,
 der Bedeutung nach Sägen und der Einzeichnung nach Schmelzhütten sein. Niederdorf ist ein Marktflecken,
 Hatlerdorf und Oberdorf sind große Dörfer. Neben der Pfarrkirche St. Martin fehlen auch die Kapellen
 Oberdorf, Kehlegg und Haselstauden nicht. Die einzige Mühlensignatur finden wir in Mühlebach, denn
45 Mühlräder hätten auf der Karte nicht Platz gehabt. Im Haslach ist das Heilbad eingezeichnet. Der Schwefel
 ist ein Weiler und der Spätenbach eine Einöde. Auch am Berg sind fast alle Parzellen eingetragen, allerdings
 teils mit alten, teils mit verstümmelten Namen. So heißt es etwa im Norden lenna, Küngler (Achrain)
Tobl, Stüber, Amanegg, Ricketschwend und Atlasger. Bengeren, Höfenberg, Hellenberg und Schaninger
(Schauner) liegen an der Strecke gegen Östen. Trotz mancher eindeutiger Hör- und Schreibfehler kann darauf
 geschlossen werden, daß dem Kartographen aus der Gemeinde, die zur Zeit der Aufnahme noch unter
Landammann Johann Kaspar Rhomberg stand, gute Auskunftspersonen verfügbar waren. Jedenfalls ist die
Schreibweise vielfach besser, als die der Verfasser des Katasters von 1857, die aus dem rätoromanischen
Sera ein Sehren gemacht haben. Übrigens sind auch alle Alpen eingezeichnet und benannt. Groß- und Kleinschanern
 sind heute nicht mehr gebräuchlich. Auffällig ist die Schreibung „Mißl“ für Müsel. Der Joswald
hinter dem First ist noch in der alten Form erhalten. Der Hochälpelekopf heißt Hohlenlank-Berg. Es sollte
richtig „Hoher-Lank-Berg“ heißen. Diese Abweichungen und Unebenheiten seien aber nur der Originalität
wegen aufgezählt. Im übrigen gebührt der mühevollen Pionierleistung des Tirolers Blasius Hueber auch

noch nach 200 Jahren vollste Anerkennung.

Dkfm. Franz Kalb

zur Schaffung eines Geräteraumes ein einmaliger
KURZBERICHT

Baukostenzuschuß gewährt.

über die am 6. Dezember 1983 unter dem Vorsitz des

3. Die Stadt Dornbirn beauftragt Dipl. Ing. Peter Ried¬Herrn
 Vizebürgermeister Rudolf SOHM abgehaltene

mann, Moosmahdstraße 14/III, Dornbirn, mit der
178. Sitzung des Stadtrates.

Ausarbeitung einer Studie über die zweckmäßigste
Beseitigung des festgestellten Fremdwasseranteiles
1. Für die Errichtung einer Fertigteilgarage durch

aus dem Ortskanalnetz des Gemeindegebietes von
Heinz Peter, Ebnit Nr. 29, auf Gp. 177/15 Kat. Gde.

Dornbirn.
Ebnit 1, wird eine Abstandsnachsicht im Sinne von
§ 36 (2) Straßengesetz von 4.00 m bzw. 1.70 m zur

In diesem Zusammenhang soll auch überprüft wer¬Ebniterstraße
 gewährt.

den, welche Maßnahmen zur Minimierung der Abwasserbeseitigungskosten
 getroffen werden müs¬2.
 Dem Rodelclub, dem SC Gütle, dem SC Mühlebach

sen.
und dem EHC Dornbirn werden Beiträge gewährt.
Den Vereinen Eisschützenclub Dornbirn,

Dornbirner4. Die Stadt Dornbirn vergibt für die Straßenbeleuch¬Stockschützen-Verein
 und Eisschützenclub Carinthia

tung nachstehende Lieferungen:
wird für die Erweiterung des Kunsteisbahngebäudes
            
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