Nach verschiedenen Untersuchungen wurde vorgesehen, alle
Regelungen und Steuerungen, die automatisch ablaufen
sollen, möglichst mit autark arbeitenden Anlagen zu
realisieren. Diese deshalb, um zu verhindern, daß bei Aus
fall einer zentralen Einrichtung gleichzeitig mehrere Anlagen
ausfallen. Überhaupt wurde bei der Festlegung der auto
matischen Regel- und Steueranlagen darauf Bedacht ge
nommen, daß automatische Einrichtungen nur dort sinnvol
sein können, wo tatsächlich Sach- oder Personalkosten
eingespart werden können. Im wesentlichen wurden folgende
vollautomatische Regel- und Steueranlagen ausgeführt:
- Sauerstoffeintrag in die Belebungsbecken
- Steuerung der Gebläse
Regelung der Rücklaufschlammzufuhr in der biologischen
Stufe
- Begrenzung des Zulaufs zur biologischen Stufe
- Steuerungen der Rechenanlagen (Grob- bzw. Feinrechen)
- Steuerung der Pumpen des Schneckenpumpwerkes
Für die beiden an erster Stelle genannten Steuerungen
wurden frei programmierbare Einrichtungen eingesetzt, um
einerseits die laufenden Betriebserfahrungen rasch berücksichtigen
und andererseits auch bei Änderungen im Abwasser
oder im Verfahren verhältnismäßig einfach Anpassungen
vornehmen zu können.
Betriebs- und Störmeldungen werden innerhalb aller Anlagenbereiche
zur Verfügung gestellt und über eigene Signalkabel
in die zentrale Warte übertragen.
In der zentralen Warte wurde auf einer Mosaiktafel der
gesamte Ablauf des Prozesses dargestellt, wobei Betriebsund
Störmeldungen sowie Meßwerte lagerichtig zu den
einzelnen Anlageteilen angezeigt werden.
Für die Protokollierung, die Aufbereitung von Soll¬Meßwerten,
die Überwachung der Wartungsintervalle,
Personalkontrolle und für verschiedene Verknüpfungen und
Verriegelungen wurde eine kleine Mikroprozessoranlage
vorgesehen, die im wesentlichen aus folgenden Teilen
besteht:
- Mikrorechner-Zentraleinheit
- Bildsichtgerät mit Tastatur
- Drucker
Der Ablauf des gesamten Prozesses kann in Form von
mehreren Prozeßbildern auch über das Bildsichtgerät und
auf Wunsch auch über den Drucker ausgegeben werden.
Die Zentraleinheit der Mikroprozessoranlage ist ausgelegt
für die Bearbeitung von
- 50 Analogwerten aus dem Prozeß (Meßwerte und Sollwerte)
- 30 Laborwerten (Eingabe über Tastatur)
- 420 Betriebs-Alarmmeldungen
Von der Warte aus sind nur relativ wenige Anlagen fernsteuerbar.
Dies deshalb, weil auch hier nach dem Grundsatz
vorgegangen wurde, daß Anlagen, die nicht ohnehin
automatisch gesteuert werden, besser vom Personal vor Ort
eingeschaltet werden sollen. Lediglich in Bereichen, in denen
bei besonderen Ereignissen eine rasche händische Reaktion
unumgänglich ist (z. B. bei der Chemikaliendosierung beim
Zulauf oder in der chemischen Stufe), wurde eine händische
Steuerung ab der Warte vorgesehen.