Freitag,
23. November 1984
AUSSTELLUNG
PROF. ERNST FUCHS
Die Vorarlberger
Volksbank
zeigt
derzeit eine
Ausstellung
mit Bildern von
Prof. Ernst Fuchs. Im wesentlichen
Radierungen
und
Lithografien,
aber
auch Pastelle und
Buntstiftzeichnungen.
Die
Ausstellung ist
gleichzeitig
in den Geschäftsräumen der Volksbank in Rankweil und der Volksbank
in Dornbirn zu sehen.
Der schönste und
bestgelungenste
Kunstdruck ersetzt nicht den Eindruck,
den ein Bild vermitteln
kann, wenn der Betrachter direkt vor ihm steht.
Es ist keine
Frage
des
Mögens
oder
Nichtmögens,
sich diese
Ausstellung
anzusehen, sondern des Interesses, ist Prof. Fuchs
doch einer der
bekanntesten lebenden Künstler Österreichs.
Geboren 1930 in
Wien, begann
er mit dreizehn Jahren mit Bildhauerei und
trat im Alter von vierzehn Jahren in die Klasse des Prof. Paris-Gütersloh
an der Akademie der Bildenden Künste in Wien ein.
Danach verbrachte er eine
gewisse
Zeit in Paris. Heute
lekt
er in Genf.
Es
„zieht"
ihn aber immer wieder nach Wien zurück.
Zuzuzählen ist er der Wiener Schule des Phantastischen Realismus um
Brauer,
Hutter und Lehmden. Beeinflußt wurde sein Schaffen aber auch von
Expressionismus,
deutscher Renaissance und nicht zuletzt vom
Surrealismus Dali's. Salvadore Dali lernte er persönlich im Jahr 1950
kennen und hat ihn in den
folgenden
Jahren des öfteren
getroffen.
In einem
Vortrag,
den er in der Volksbank Rankweil
hielt,
nahm er
Stellung
zu seinem Verständnis von Kunst und ordnete sein Werk
der
„Postmoderne" zu, jener Richtung,
die Kunst nicht als immer neue
Aktion oder Reaktion
versteht,
sondern als
Neuinterpretation der
europäischen
klassischen Kultur.
Es wird wieder im traditionellen Sinne
gemalt
und
gezeichnet, der
Weg
führt
weg
von der Abstraktion hin zur
inspirierten Figuration.
Prof. Fuchs beschränkt sich
keineswegs
nur auf die bildende
Kunst,
und er
ist ein
Gegner
einer elitären Kunst
—
die Kunst soll überall sichtbar werden.
So hat er auch Gold- und Silbermedaillen, Möbel, Sitzgarnituren,
Porzellangegenstände, Tapeten,
Bettwäsche und nicht zuletzt
Bühnenausstattungen
für
Opern
und Ballette entworfen.
Es ist der Wunsch nach der
Schaffung
eines Gesamtkunstwerkes, der ihn
zum
Diversifizieren
drängt
und es ist der Wunsch nach
Unsterblichkeit, der
ihn die Sommervil'la von Otto
Wagner
in Wien kaufen
ließ, um daraus ein
Museum mit seinen Werken zu machen.
Er trennt sich nicht
gern
von
seinen
Bildern,
Wie er selbst
sagt.
Natürlich muß er verkaufen. Er verkauft aber lieber
Radierungen
und
Lithografien
als seine
Orig
i,nale.
Die Ausstellung
in den Geschäftsräumen der Volksbank ist noch bis zum
4. Dezember 1984
geöffnet
und während der
Schalteröffnungszeiten
zugänglich. VOLKSBANK