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Full text : Dornbirner Gemeindeblatt 1985 (1985)

zum

Wohle der

Bürger

besser funktioniert und

in Hinkunft mit

weniger Fußangeln,

Hürden

und

Klippen

versehen

ist, verlangen

wir vom

Bürgermeister

mehr

Transparenz.

Immer wieder

werden uns

wichtige Unterlagen

vorenthalten

oder zu

spät geliefert.

Die Zwischenfälle sind

ja

allen in diesem Hause noch in bester Erinnerung:



Trotz bindender

Zusage

wurden uns

und den anderen Minderheitsfraktionen der

Stadtvertretung

die erforderlichen

Unterlagen

für die

Spitalsreinigung

nicht

rechtzeitig geliefert.

 Vom

Bürgermeister

bekommt man zwar

eingangs jeder Stadtvertretung

unter dem

Punkt

Mittellung

über

jeden

Laufmeter

Kanal,

der

verlegt wurde, und über

jede

Straßenlaterne,



die ihren Standort

gefunden hat,

Bescheid.

 Aber über das

größte

bevorstehende

Bauprojekt

des Interspar-Großmarktes in

Dornbirn hört man

allerdings

nichts. Uns erscheint

 diese

Vorgangsweise

nicht korrekt.

Wir verstehen

aber,

daß der

Bürgerme:ster

über

einen Großmarkt, der höchst umstritten

ist,

nicht

gerne

viel Aufhebens macht.

Wenn die Stadt heuer und nächstes Jahr den

Sparstift

ansetzen

will, so wünschen wir

nur,

daß dieser

gute

Vorsatz in die Tat

umgesetzt

wird und daß es bei keinen Wunschvorstellungen



'bleübt. Bisher ist den Erstellern

vergangener

 Haushaltsvoranschläge

dieses lobenswerte

Vorhaben

a'llerdings

nie

geglückt.

Die letzte

verfügbare

Statistik macht

offenkundig,

daß dtie

Stadt im letzten Jahr um 140/0 mehr

ausgegeben



hat,

als sie im

damaligen Budget

vorhatte.

Erst

dann, wenn die ÖVP ihre verfehlte Ausgabenpolitik



in den Griff

bekommt,

können wir

daran

glauben,

daß der

Bevölkerung

eine

sparsame Verwendung

der der Stadt anvertrauten



Steuergelder

nicht nur

vorgemacht

wird.

Würden wir nicht den

guten

Willen zur

gedeihlichen

Zusammenarbeit

bekunden, so

müßten wir den Glauben in die

widmungsmäßige

 Verwendung

der

Steuergelder

durch

die ÖVP wirklich schon

längst

verloren haben.

Die ÖVP

gab

bisher immer mehr Geld

aus,

als

sie im

Voranschlag

anführte.

Kalkulationsfehler beim Bau des Krankenhauses:

 Aus 360 Millionen

Schilling

wurden

753 Millionen

Schilling!

Die

größte

Fehlka'lkulation

beging

die ÖVP

beim Bau des Krankenhauses. Geschätzt und

vehement

verteidigt

wurden die Baukosten

beim

Baubeginn

mit 360 Millionen

Schon

wenig später gerieten

die

Rechnungsbeträge



ins

Galoppieren

und

bewegen

sich

heute auf mehr als der

doppelten

Höhe der

einstigen Kostenschätzung.

Die ÖVP versteckt

sich in der

Rechtfertigung

dieser unheimlichen

Kostenexplosion

hinter dem

gewachsenen

Baukostenindex und dem nicht absehbar

gewesenen Fortschritt in der medizinisch-technischen



Einrichtung.

Diese beiden Faktoren

allein können es aber nicht

gewesen sein, die

die Gesamtkosten in einem so erschreckenaen

Ausmaß in die Höhe trieben. Unserer

Mei'nung

nach

spielen

vielmehr

Sorglos:g

keit und Leichtfertigkeit

 bei der

Berechnung

der

Ausgaben

die

Hauptursache.

Ferner verursachten

Planungsmängel die fehlerhafte Kalkulation.

Freitag,

18. Jänner 1985

Planungsfehler

sind es nämlich, wenn

gegen

Ende der Verwi

rklichung

dieses

Bauprojektes

immer noch

neue

Bau- und

Einrichtungswünsche



hinzutreten, die im vorhinein offensichtlich

 nicht

berücksichtigt wu rden. Nun muß

die

Bevölkerung

auf dem

Umweg

über höhere

Tarife die

Rechnung

für eine

mangelhafte

Finanzplanung

beim

allgemein-öffentlichen

Krankenhaus Dornbirn

begleichen. Mängel

in

der finanziellen

Planung

sind es sehr

wohl,

wenn man in der bereits zitierten

mittelfristigen

Finanzplanung vor zehn Monaten die

endgültigen



Kosten für den

Spitalsneubau mit 705

Mi'l(llionen

Schilling angibt

und ein Jahr

später

diese ohnehin zu hohe Summe auf 753

Milliionen Sch

illing berichtigt.

Dafür kann die

ÖVP weder den Baukostenindex noch den

medizinisch-technischen Fortschritt verantwortlich

 machen. Dies allein schon deshalb

nicht,

weitl die

Finanzplanung

des Jahres 1984 für das

kommende Jahr keinen

einzigen

Groschen

mehr für den

Spitalsneubau

vorsah. Nun will/l

die

Mehrheitspartei

neuerlich

31,5

Mill(lfionen

SchiGilC'ng

für die

ang

ebl i che

Fertigstellung

des

neuen

Spitals flüssig machen,

obwohl sie dies

selbst vor einem Jahr bei der feierlichen

Eröffnung gar

nicht vorhatte. Hier fehlte es

einfach an einer

pflichtbewußten,

sauberen

Vorausschau auf den Bedarf

jener Steuergelder,

die die

Bürger aufzubringen

haben.

Im

übrigen

werden wir den

Rechnungshofbericht

 über den

Spitalsneubau,

sobald er

eingelangt ist,

einer

genauen Überprüfung

unterziehen. Es ble:fbt zu hoffen,

daß der Herr

Bürgermeister ungeachtet

der bevorstehenden

Wahlen diesen Bericht den Fraktionen in der

Stadtvertretung umgehend

nach

Einlangen

zur

Kenntnis

bringt.

Der Neubau kostet den Dornbirnern beinahe

800 Mi(31ionen wobei

zugegebenermaßen

 auch Bund,

Land und

Patientengemeinden

 mitzahlen. Nicht

miteinbeg

riffen sind in

diesem

Betrag

Zinsen für die Schulden rückzahlung



aus dem

Spitalsneubau.

Dafür muß die

Stadt Dornbirn

jährlich

mehr als 25 Millil!ionen

Schiit!ing nur für die

Verzinsung

der Schulden

also ohne

eigentliche Rückzahlung

des Darlehens,



aufbri

ngen.

Die Gesamtschul}denlast aus

dem

Spitalsneubau

wird am Ende des

Budgetjah



res 1985

übrigens 317,3

Millilfionen

Schi;ldling

betragen

und 650/0 aller Schulden der Stadt

Dornbirn

am

Ende des nächsten Jahres ausmachen.



Und nun zu den

Folgekosten

des neuen

Spitals.

1979 belief sich das Jahresdefizit aus der

Betriebsführung

des alten 200 Bettenspitals

noch auf bescheidene 12 Millionen

Schilling.

Im

Vergleich

dazu

steigt

das Defizit aus dem

Spitälsbetrtjeb

für das kommende Jahr auf

118 Millionen

Schilling.

Das kommt einer

Verzehnfachung

des

jährlichen Betriebsabganges

 gleich.

Dabei hat der Neubau 300 Betten,

von denen durchschnittlich nur 225 Betten

belegt

si nde

Ortsdurchfahrt: OVP wollte eine Stadtautobahn!

Seit Jahren wartet die

Bevölkerung

auf eine

Entscheidung

bei der neuen Ortsdu rchfahrt und
            
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