Standschützen-Ausstellung
des Dornbimer Hei.mab11useum.svereins
Im heurigen Mai sind es 70 Jahre, seitdem die Standschützen wegen der Kriegserklärung Italiens zu
den Fahnen geruten wurden und Österreichs bedrohte Südgrenze ohne lange Vorbereitung verteidigen
mußten. Aus diesem Anlaß veranstaltet der Dornbirner Heimatmuseumsverein in Zusammenarbeit mit
dem Kameradschaftsbund Dornbirn im Lorenz-Rhomberg-Haus eine Ausstellung, in der Bilder, Ausrüstungsgegenstände
und sonstige Erinnerungsstücke des Standschützenbataillons Dornbirn zu sehen sind.
Diesem Bataillon, das im 1. Weltkrieg in heiß umkämpften Stellungen harte Pflicht erfüllte und hernach
erschöpft und ausgehungert noch ein Jahr Gefangenschaft erdulden mußte, gehörten die Schützen des
ganzen damaligen Gerichtsbezirkes an, also neben Dornbirn, Hohenems, Ebnit und Lustenau auch
diejenigen vom Rheindelta. Hier standen Nachbar neben Nachbar und 60-jährige Männer neben
16-jährigen Burschen. Kaum einer von ihnen, die auch nach der Heimkehr die treue Kameradschaft
fortgesetzt haben, ist 70 Jahre danach noch am Leben, aber in etlichen traditionsbewußten Familien
sind Erinnerungsstücke erhalten geblieben, die als Leihgaben die Ausstellung bereichern. Der Amateurfotograf
Franz Beer hat damals in diesem Metier die ersten Sporen verdient, und die Texte zu den
hinterlassenen Negativplatten konnten teilweise rekonstruiert werden, nicht zuletzt dank des längst vergriffenen
Buches von Rudolf Huchler über den Kriegseinsatz dieser heimatlichen Einheit. Da ein Reprint
wegen des alten Drucksatzes von der jüngeren Generation kaum angenommen würde, liegt eine Kurzfassung
aus der Feder von Dr. Rudolf Fischer auf. Eme Besonderheit stellen die Bilder und Erinnerungsstücke
des „Standschützen" Stefanie Hollenstein dar, die zuerst illegal mit ihrer Lustenauer Kompanie
einrückte und dann auf Grund ihres Zeichen- und Maltalents als Kriegsberichterstatterin legitimiert wurde.
Die Ausstellung soll im Jahr der Zeitgeschichte nicht alte Wunden aufreißen oder gar zur Verherrlichung
des Krieges beitragen. Die Veranstalter wollen damit jener Heimatsoldaten gedenken, die in schwerer
Zeit in harter Pflichterfüllung ihre besten Tugenden unter Beweis gestellt haben. Unsere Jugend wird
nur dann gegen böswillige Schlagworte gefeit sein, wenn sie sich an unverfälschter Geschichte orientiert.
Hier handelt es sich um hautnahe Geschichte, um einen Lebensabschnitt der Großväter und Hausnachbarn.
Die Ausstellung ist vom 4. bis 27. Mai geöffnet.
Öffnungszeiten: Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertag 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr (außer Pfingstsonntag)
und Donnerstag 19 bis 21 Uhr.