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Full text : Dornbirner Gemeindeblatt 1986 (1986)

DORNBIRNER

GEMEINDEBLATT

Kulturhaus mit Millionen-Defizit

Ein

Kapitel

für sich stellt das Kulturhaus dar.

Wir erinnern nur an die vielen

Anfangsfehler,

mit denen dieses

Objekt

behaftet war. Unbegreiflich



ist

es,

daß von der

Planung

her für

dieses zugestandermaßen

viel benützte Gebäude



gar

keine Bewirtschaftung vorgesehen

war. Heute erscheint es wie ein schlechter

Witz,

daß

vorgesehen war,

die

Verpflegung

der Kulturhaus-Besucher von außerhalb mit

Warmhaltepackungen

und Containern durchzuführen.

 Schon daran kann man erkennen,

daß bei diesem

Projekt

die falschen Leute

anschafften. Der stadteigene

Kontrollamtsbericht



greift

das

gastronomische Mißgeschick

bekannlich ebenfalls von neuem auf.

Schlimmer noch als die Fehlplanungen

ist die

Entwicklung

des

jährlichen

Betriebsabganges.

Während die

zuständigen

ÖVP-Mandatare ein

von uns vorausgesagtes

Defizit in der Höhe

von zwei Millionen Schilling jährlich

als Unterstellung



entrüstet von sich wiesen,

sind wir

jetzt genau

bei diesem

Betrag angelangt.

Nicht nur diese zwei Millionen Schilling jährlich

hat die Stadt an die Kulturhaus- und Stadthalle

Betriebsgesellschaft

zu entrichten,

sie muß

auch noch die Vereine,

die dieses Kulturhaus

benützen,

subventionieren damit sie sich das

Kulturhaus

überhaupt

leisten können. Auch

hier entdecken wir also wieder versteckte

Zahlen,

die uns das Kulturhausbudget

selbst

nicht

preisgibt.

Ungelinderte

Wohnraumnot

Keine Zahlen über Wohnungssuchende

erfährt

man seit neuestem mehr vom Amt der Stadt

Dornbirn. Früher einmal hörte man von 700,

800 und

gar

1.000 Wohnungssuchenden. Später

bemühte sich die Stadt

eifrig,

diese Horrorzahlen

 herabzudrücken, aber eben nur die

Zahlen. Sind es nun 400,

500 oder 600,

die in

Dornbirn als Wohnungssuchende registriert

sind, so mildern statistische Zauberkunststückchen

 die Wohnungsnot

nicht im

geringsten,

auch dann nicht, wenn man die Leute,

die sich

mangels Wohnung

in einer echten

Notlage

befinden,

in drei

Kategorien je

nach Dringlichkeit

 einstuft oder wenn man berücksichtigt,

daß nicht

jedem jede Wohnung zusagt. Nein,

Zahlenspielereien

helfen hier wirklich nicht.

Was helfen kann,

sind Taten.

Wir müssen uns fragen,

was aus

jener groß

angekündigten

Aktion

geworden ist,

mit der

man den Altwohnungsmarkt

reaktivieren

wollte. Auf die Unsicherheit des Mietrechtsgesetzes,



die

angeblich

alles Handeln vereitelt

hat,

darf sich die ÖVP nicht berufen,

hätte

doch die Stadt die Garantie für

Kündigung

auf

zeitgerechte Räumung

vermieteter

Wohnungen

übernehmen können.

Die Tatsache,

daß die

Wohnungsnot

in Dornbirn

nach wie vor

drückend

ist,

wird durch Notstandsfälle

 nach

Wohnungs-und

Hausbränden

erhärtet. Garnicht oder selten oder nur mit

17. JÄNNER 1986

großer

Mühe kann eine

stadteigene Wohnung

für Abbrändler

bereitgestellt

werden.

In diesem

Zusammenhang

macht unsere

Fraktion

übrigens

den

Vorschlag,

im Rohrbach

günstige Mietwohnungen

zu bauen. Die Stadt

hat bekanntlich für eine

Hauptschule

Grund

angekauft.

Da sie nun keine Anstalten

macht,

darauf die einst

geplante Hauptschule

Rohrbach

zu bauen, sollte der

brachliegende

Grund

Wohnungszwecken zugeführt

werden.

Rathaus-Unterführung gestrichen

Es wäre natürlich

verfehlt, zu behaupten,

die

ÖVP

produziere

eine

Fehlleistung

um die

andere. Es

gibt

Gott sei Dank auch Erfreuliches

von der anderen Seite zu berichten. Am erfreu-[ichsten

 von unserer Warte aus ist,

und dabei

dürfen wir schon etwas Schadenfreude

zeigen,

daß die ÖVP einen Fehler

eingesehen

und zum

Rückzug geblasen

hat. Geschehen ist das im

Zusammenhang

mit der um 10 Mill.

Schilling

geplanten Fußgängerunterführung

für die neue

Stadtdurchfahrt vor dem Rathaus. Damt hat die

ÖVP

bewiesen, daß auch sie eine

Fehlplanung

eingestehen

und revidieren kann. Unseres

Wissens ist das bei der

Mehrheitspartei zum

erstenmal

geschehen,

und wir würden uns

freuen, wenn sie in Hinkunft

häufiger

eine

sachbezogene

Politik betreiben könnte.

Überhaupt

beweist die Partei des Herrn

Bürgermeister

in Sachen Straßenbau nicht die

geschickteste

Hand. Bei der

Aufzählung

vorhandener

 sachlicher

Argumente

müßte es

geradezu

ein Leichtes

sein,

den

zuständigen

Landesrat,

Parteifreund und

Mitbürger

von

Dornbirn,

Günter

Vetter, zu

überzeugen,

daß

für die S 18 nur der Anschluß {in Lauterach

und nicht

jener

in

Dornbirn-Nord,

in

Frage

kommt. Die

politische Ausstrahlung,

die

Dornbirn nach außen hin besitzt—das konnte

früher bei der Ortsdurchfahrt

festgestellt

—

scheint nicht die

überzeugenste

werden

zu sein.

Schulbau auf Initiative der SPO

Es hat viel

gebraucht, um die ÖVP zu überzeugen,



daß

irgendwann

einmal auch die älteste

und

baufälligste

Schule erneuert werden muß.

Wir freuen

uns,

daß die SPö

entsprechend

dazu

beitragen konnte, daß die Volksschule

Mittelfeld im Hatlerdorf nun doch

gebaut

wird.

Der

derzeitige

Zustand ist eine

Zumutung

für

Lehrpersonen

und Kinder. Uns

wundert, warum

die ÖVP nicht schon früher diesen Zustand

beendet hat.

Eine

Zumutung

bleibt nach wie vor der Raummangel



in den

Hauptschulen

Lustenauerstraße

und

Baumgarten

sowie im

Polytechnischen

Lehrgang.

Es fehlen dort so viele Klassenräume,

daß eine neue Hauptschule

im Hatlerdorf kein

Luxus mehr wäre. Auch an der Sonderschule

ist der

notwendige

Raumbedarf noch

lange

nicht

gegeben.

Denn sonst wäre es n
            
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