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Full text : Dornbirner Gemeindeblatt 1986 (1986)

DORNBIRNER GEMEINDEBLATT

nem Ressort scheinbar damit

revanchiert, daß

er

dafür alles in der Stadt

planen will, bei diesen



Planungen

erklärt „die

Ermittlung

der

Kosten der

Eigenplanung

ist irrelevant".

Wenn die eine

(Planungs-)Arbeit gemacht wird,

bleibt eben die andere Arbeit

liegen,

also sind

die Kosten nicht irrelevant.

Bei den Schulen

wird, wie dies seit Jahren

üblich

ist, sehr viel Geld investiert. Hier sind

wir der

Meinung,

daß

generell

neue

Konzepte

entwickelt werden

sollten, sowohl was die

Energieplanung anbelangt

mit Wärmerückgewinnung,

 Schülerabwärmenutzung etc.

—

aber auch bei der

Gesamtausstattung: Weg

von

der Kunststoffwelt

zu einer

Gestaltung

mit

natürlichen Stoffen und zu mehr

Sorgfalt und

Liebe zum Detail! Eine lieblose Architektur in

der Schule wird auch den Geschmack der

nächsten Generation

prägen.

Eine Gartenzwergarchitektur

 wird

Gartenzwerge produzieren.



Ich wiederhole hier

nochmals,

daß ich den

Zubau bei der

Hauptschule

Markt für eine

Fehlplanung

halte. Die Parole heißt hier scheinbar

 Schulbus statt Schulbau. Die sozialen

Kosten

wegen längerer Schulwege

und Verkehrsbelastung



werden eben leider nie veranschlagt,



sonst würde manche

Entscheidung

anders lauten.

Kindergärten:

Dem

Budget vermag

ich nicht zu entnehmen,

ob nun die industriestadt Dornbirn

(mit

einem

extrem hohen Anteil an Frauenarbeit in der

Industrie)

einen

Ganztagskindergarten plant.

Wer im

Wege

über die

Eheberatung

etwas Einblick

 hat in viele familiäre Verhältnisse wundert

sich,

daß

Dornbirn, aus welchen

ideologischen

oder finanziellen Gründen auch immer,

hier

noch nichts unternommen hat. Denn bei einem

Arbeiter mit einem Monatseinkommen von

S

9.000,—und

z. B. bei zwei Kindern muß die

Frau arbeiten

gehen,

um nicht weit unter das

Existenzminimum zu

geraten.

Jugendherberge:

Für den Fremdenverkehr werden recht ansehnliche



Beträge ausgegeben.

Eine

Jugendherberge



fehlt

jedoch

in Dornbirn,

obwohl

gerade

dies

aufzeigen würde, wie touristenfreundlich

gerade gegenüber

Leuten mit kleinen Brieftaschen

 diese Stadt ist. Und der Kostenfaktor

Jugendherberge

ist

erfahrungsgemäß gering.

Ich verweise auf die Städte Feldkirch und

Bregenz.

Zu den

Sportanlagen:

Bei den

Sporthallen

fehlen

mittelfristige

Baukonzepte,



was dazu

führt, daß

(siehe Beispiel

der Messehalle)

immer wieder neu dazu improvisiert



wird. Dies führt zu einer wesentlichen

Verteuerung,

weil

das, was

gerade gebaut

wurde,

wieder

abgebrochen

werden muß.

17. JÄNNER 1986

Kultur:

Der seit Jahren

ausgeschriebene Preis für wissenschaftliche

 und künstlerische

Leistungen

in Höhe von S

40.000,—wird, so hoffen

wir,

bald

ergänzt

durch einen

Komponistenpreis

und einen

Dramatikerpreis.

Wenn man berücksichtigt,



wie sehr die Zahl der Musikschüler

zugenommen hat, so wäre es durchaus wünschenswert,

 wenn hier ein weiterer

Impuls

zu

nicht nur zu reproduzierender, sondern auch

zu kreativer

Tätigkeit gegeben

wird. Man darf

doch nicht

übersehen, daß für die Abonnementkonzerte

 S

450.000,—jährlich

Subvention

gegeben werden, wieviel wird für

Komponisten

gegeben?

Das kulturelle Niveau der Stadt

Dornbirn wird historisch, aber nicht nach der

Zahl der Konzerte und der im Konzertsaal

getragenen

Nerze

beurteilt, sondern nach der

kreativ künstlerischen

Lebendigkeit

einer Stadt.

Bei der bildenden Kunst stellen wir schon

länger

die

Frage: „Was wird

angekauft

und

wer wählt aus?"

Die Literatur ist in Dornbirn offiziell nicht nur

sprachlos,

sondern auch

geldlos.

Für sie

gibt

es keinen

Budgetposten. Gerade im Zusammenhang



mit dem

geplanten

Stadtbuch und

weiteren Kulturinitiativen wäre es kein Schaden,

 wenn die

Formulierungen

nicht in Funktionärs-

 oder

Beamtendeutsch, sondern von

jenen gemacht werden, die einen

sorgfältigen

Umgang

mit der

Sprache pflegen

oder

pflegen

sollten, eben den Schriftstellern.

Der

Budgetposten „Heimatmuseum" wird

hoffentlich bald zu einem

eigenen

Posten:

„Stadt- und Industriemuseum" weichen und

eine

Einrichtung bringen,

die die

gleiche

Lebendigkeit

 entwickelt, we die

Vorarlberger

Naturschau. Wir wollen

ja

nicht mit Alberschwende

 konkurrenzieren.

Einer der erfreulichsten

Budgetposten

ist die

Ortsbildpflege.

Ich

glaube,

hier haben wir alle

erkannt, daß Dornbirn einen

sorgfältigen

Umgang



mit seiner

alten,

aber auch mit neuer

Bausubstanz samt Umraum

dringend benötigt.

Zum

Kapitel

Soziales:

Nur zwei Stichworte:

Krisenwohnung: Sie soll doch auch in Dornbirn

kommen.

Bei der

Pflegestation konnten wir noch kein

Konzept feststellen, ob es nun für chronisch

Kranke oder für

Pflegefälle oder für beides und

in wessen

Kompetenz geführt

werden soll. Ein

Sterbeheim für alle alten Leute des Landes

Vorarlberg

sollte es nicht werden, auch wenn

seine

Lage

an der höchst

frequentierten

Straßenkreuzung

der Stadt, durchaus eine

makabre Sterbehilfe bedeuten könnte.

Bei den Straßenbauten hat die Trendwende

noch nicht

begonnen.

Die

Versiegelung

der

Landschaft

geht

weiter. Statt

14,4

Mill. 1985

sind 19 Mill.

Schilling

1986

budgetiert. Die
            
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