DORNBIRNER
GEMEINDE-BLATT
AMTLICHE NACHRICHTEN
KURZBERICHT
über die am 5.
April
1988 unter dem Vorsitz des Herrn
Bürgermeisters
Rudolf SOHM
abgehaltene
141.
Sitzung
des Stadtrates.
1. Über
Mitteilung
des Vorsitzenden wird nachstehender
Jahresbericht der
Anästhesie-Abteilung
des
Krankenhauses Dornbirn über das Jahr 1987 zur
Kenntnis
genommen (Leiter:
Prim. Dr. Manfred Ried-
mann):
a) Tätigkeit
im Bereiche
Anästhesie,
Reanimation
und
Notfallmedizin:
3921 Narkosen
174
Erstbehandlungen
im Schockraum
23 Reanimationen
(Wiederbelebung)
111 Zentralvenenkatheter
11 Einsätze mit der Feuerwehr am
Unfallort
13
Transportbegleitungen vorwiegend
ins
LKH Feldkirch
Der
größere
Teil der Narkosen wurde in Form
der
Allgemein-Anästhesie,
der
geringere
Teil als
Regional-Anästhesie (=
örtliche
Betäubung
über den Rückenmarkskanal,
Nervenblocka-
den, Umspritzungen
des
Operationsgebietes
usw.) durchgeführt.
Die
Einplanung
und Installation des Schock-
raumes im neuen
Spital
im Bereiche der Patien-
teneinlieferung
sowie in Nähe der
Röntgenab-
teilung
samt
Computertomographie
kann retro-
spektiv
als
äußerst
wertvoll betrachtet werden.
Es kann dadurch die
nötige Diagnostik
und
Therapie
bei
Notfallpatienten
innerhalb weni-
ger
Minuten
begonnen
werden.
Die Mitarbeit des Ambulanzarztes und Anä-
sthesie-Pf1egepersonales
bei Einsätzen der Feu-
erwehr am
Unfallort
hat sich als sehr
gute
Einrichtung erwiesen, vor allem, solange
kein
Notarztwagensystem
vorhanden ist. Dasselbe
gilt für
die
Transportbegleitungen.
Auf
dem
personellen
Sektor
gab
es beim Nar-
kose-Pflegepersonal
zwei
Abgänge
durch Pen-
sionierung
bzw Heirat. Die
freiwerdenden,
Dienststellen konnten
sofort
wieder neu besetzt
werden.
b) Tätigkeit
im Bereiche der
Chirurgischen.
Wachstation:
300
1485
4,9
Tg,
Intensiv-Patienten
Pflegetage
Verweildauer im Schnitt an
Tagen
4,0
Pat.
Auslastung
mit Intensiv-Patienten
11
2
3
2
pro Tag
im Schnitt
Künstliche
Beatmungen
über län-
gere
Zeit
Tracheotomien
(Luftröhren-
schnitte)
Rückenmarks-nahe
Langzeitkathe-
ter
(für Schmerzbehandlung)
Hämofiltrationen
74 % der Patienten kamen von der
Chirurgi-
schen
Abteilung,
der Rest teilte sich in ambu-
lant
eingelieferte
Patienten und solche aus
anderen
Fachgebieten
des Hauses
auf.
Die
längste Verweildauer eines Patienten
war 120
Tage.
8.
April
1988
-
Seite 3
Durch die Zunahme
großer Baucheingriffe
(z.
B.
ausgedehnte Darmoperationen und Ein-
griffe
an der
Bauchspeicheldrüse)
kam es auch
auf
der Wachstation zu einer
Steigerung
des
Schweregrades
der erkrankten Patienten und
dadurch zu einer
Erhöhung
des ärztlichen und
pflegerischen Aufwandes.
Die im Herbst 1987
angeschaffte Hämofiltra-
tionsmaschine
(sie
dient der
Blutreinigung
bei
akutem
postoperativem Nierenversagen
bzw.
zur
Entfernung
von
Giften
bei
Intoxikation)
wurde 1987 zweimal
erfolgreich angewendet
und wird in
Zukunft
die sonst bei manchen
Patienten
erforderliche Überstellung an die
Dialysestation
des Landeskrankenhauses Feld-
kirch
überflüssig
machen.
1987
erfolgte
auch ein
gelungener
Umbau der
Wachstation. Es kam hiedurch zu einem
Raumgewinn
am
Arbeitsplatz
mit mehr Stau-
raum,
verbesserten Sicht zu den einzelnen
Patienten, verbesserten
hygienischen
Bedin-
gungen.
Auch die
Störung
der
Überwachungs-
patienten
durch Lärm und Licht
infolge
der
laufend anfallenden
Arbeiten bei schwerster-
krankten Intensiv-Patienten konnte dadurch
wesentlich vermindert werden.
2. Uber
Mitteilung
des Vorsitzenden wird nachstehender
Tätigkeitsbericht
der
Kinderabteilung
des Kran-
kenhauses Dornbirn über das Jahr 1987 zur
Kenntnis
genommen (Leiter:
Prim. Dr. Norbert Rüm-
a)
Im
abgelaufenen Jahr
1987 wurden an der
Kinderabteilung insgesamt
1449
(1351)
Patienten stationär
aufgenommen.
(In
Klammer
jeweils
die Zahlen des
Jahres
1986
zum
Vergleich).
Davon
entfallen
1157
(1037)
Patienten
auf
die
Kinderabteilung,
292
( 324)
Patienten
auf
die
Kinderinfektion.
Die durchschnittliche Verweildauer
pro
Patient
sank
auf 6,57 (7,24) Tage
an der Kinderabtei-
lung,
bzw.
11,13
(11,39) Tage
an der
Infektions-
abteilung.
Dadurch sanken die
Belegstage auf
7604
(7672),
bzw. 3251
(3530).
An der
Frühgeburten-und Säuglingsintensivsta-
tion wurden 68 Kinder betreut. Davon scheinen
50
Frühgeburten
in den ersten zehn bis 15
Lebenstagen
in der Statistik nicht
auf,
da diese
Kinder mit der
gleichzeitig
im Haus
aufgenom-
menen Mutter
„mitlaufen". Effektiv
sind also
die
Belegszahlen
nach oben zu
korrigieren:
Den
ausgewiesenen Belegstagen
sind 700
(!) Tage
zuzurechnen, den
Auslastungsprozenten
sind
5,5 %
zuzuschlagen (ausgewiesene Auslastung
63,13 %,
tatsächliche
Auslastung
69—70
0/0).
87 Mütter bzw. Väter mzrden mit ihren
erkrankten Kindern
mitaufgenommen.
b)
Ambulante Patienten:
Die
pädiatrische
Ambulanz soll sich nach wie
vor nur
auf
die
Versorgung
von Notfällen
beschränken, so wie es die „Ambulatoriums-
ordnung für
das KH Dornbirn
ß 2)"
vorsieht.
Lever
muß festgestellt
werden,
daß
sich in der
letzten Zeit die
zahlenmäßige Beanspruchung
der
Abteilungsärzte
durch ambulante Patien-
ten
sprunghaft vervielfacht
hat. Die Kinderab-
teilung muß
mit allem Nachdruck die Bevölke-