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Full text: Gemeindeblatt Rankweil 1915 (1915)

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3l. 9747. 
Merkblatt 
für Pferde- und viehbesitzer bezüglich der Fütterung. 
Ver gegenwärtige Rriegszustanü hat die Futter- 
beschaffung für Pferde und andere landwirtschaft- 
ttche Haustiere äußerst schwierig gestaltet. Vie Ernte 
wichtiger Futterproduktionsländer steht Heuer nicht 
zur Verfügung, auch die haferernte Ungarns war 
eme nicht ganz befriedigende,' dessen ungeachtet muß 
der erhöhte Bedarf der Heeresverwaltung an Futter­ 
mittel für die Rriegspferde in erster Linie befriedigt 
werden,' ist doch die hinreichende Versorgung der 
Rrmee mit ihren wichtigsten Bedarfsartikeln eine 
Hauptbedingung für den glücklichen Rusgang des 
uns aufgezwungenen Rrieges. 
... ^ ^ft Umstände haben eine Rnappheit an 
natürlichen Rraftfuttermitteln mit sich gebracht. 
Mit dem Ersätze aller derzeit fehlenden Futter­ 
mittel kann jedoch noch für längere Zeit nicht gerech­ 
net werden, weil Hafer erst nach der neuen Ernte 
m größerer Menge zu haben sein wird und die 
Rohstoffe für manche künstlichen Rraftfuttermittel 
derzeit schwer oder gar nicht zu beschaffen sind. 
va aber die Erhaltung unserer Bestände, so­ 
wohl an Pferden als an Rindern und Schweinen 
gerade in gegenwärtigem Zeitpunkte von beson­ 
derer Wichtigkeit ist, muß mit allen Mitteln ge- I 
pachtet werden, die Fütterung den gegebenen schwie­ 
rigen Verhältnissen anzupassen und mit den zur 
Verfügung stehenden Lrsatzfuttermitteln das Rus- 
langen zu finden. 
Im Folgenden werden Ratschläge erteilt, auf 
welche Rrt und Weise die Bestände an Pferden, 
Rindern und Schweinen unter Heranziehung von I 
Lrsatzfuttermitteln ohne empfindliche Beeinträchti- 
gung d« Ernährungszustandes über die kritische s 
Zeit hinüber gebracht werden können. 
2 Kg Hafer, 5 kg Heu, 1½ kg Rohzucker, 
1 kg Rleie, 2 kg Häcksel,' 
c) für leichte Pferde von ungefähr 350 kg 
Lebendgewicht: 
2 kg Hafer, 4 kg Heu, 1 kg Rohzucker, i/2 kg 
Rleie.(ver in den vorstehenden Passierungen ange- 
> gebens Rohzucker kann durch das doppelte Huan- 
: I tum Melasse ersetzt werden. Es erscheint empfeh- 
lenswert, dem verwendeten Rohzucker Schlemmkreide 
i im Rusmaße von 2 Prozent zuzusetzen). 
2. Rindvieh. 
a) Rrbeitsochsen: möglichst viel Heu bei nor­ 
maler anstrengender Rrbeit außerdem 1 bis 1½ kg 
I Kleie, eventuell eine geringe Zugabe von Rüben- 
I schnitzeln,' 
b) Rühe und Jungvieh: Oie Fütterung ist in 
I der gewohnten Weise nach Maßgabe der vorhan- 
I denen Futtermittel fortzusetzen. 
3. Schweine. 
Oie Fütterung ist nach Maßgabe der vorhan- 
I denen Futtermittel einzurichten. Rußer Rleie, nicht 
l mahlfähigem Hintergetreide und Rusreut, ferner 
l Magermilch wären insbesondere die Rüchenabfälle 
l Zur Fütterung heranzuziehen. 
k Ruch Rohzucker und Reisfuttermehl werden, 
l soweit verfügbar, heranzuziehen sein. 
Bezüglich aller Tiergattungen kann nicht drin- 
l gend genug daraus hingewiesen werden, welche 
! Wichtigkeit ganz besonders unter den gegenwärti- 
gen schwierigen Verhältnissen die Weide besitzt. Er 
I wird unbedingt zu trachten fein, so bald nur irgend 
| möglich, und im größten Ausmaße die Weide aus­ 
zunützen. Insbesondere Sucht- und Iungschwelne 
s sollen, wo immer es angeht, aus die Waldwelde ge- 
Es wird vorausgeschickt, daß bei allen derar 
tigen Futterpassierungen in erster Linie daraus ge­ 
achtet werden muß, daß mit der neuen Fütterung l bracht werden, was gleich nach der Schneeschmelze 
nicht plötzlich begonnen, sondern eine allmähliche möglich ist. 
Anpassung der Tiere an diese Fütterung Herbeige- l 
Mrt werde. Ls kann daher nicht dringen- genug [ 
empfohlen werden, zunächst mit kleinen Gaben -es 
vom k. k. Ackerbauministerium 
Wien, am 10. März 1915. 
Senker. 
neuen Futters neben -em gewohnten zu beginnen 
un- -iefe so zu steigern, -aß nach ungefähr einer 
Woche -er llebergang vollen-et ist. Sollten sich s 
während dieser Uebergangszett bei einzelnen Tie- f 
reit Symptome davon zeigen, -atz -ie neue Fütte- ! Laut telegraphischer Rnordnung der k. k. Statt, 
rung nicht anstandslos vertragen wird, so wird Waltere! in Tirol und Vorarlberg vom 30. März 
der llebergang zu verlangsamen sein. £ 1915 ist das Feilbieten von Ostereiern in der heu- 
Unter Berücksichttgung dieses Grundsatzes wird ! rigen Osterzett verboten. 
Anwendung folgender Futterpassierungen emp- l Uebertretungen dieser Verfügung werden aus 
' , I Grund der kaiserlichen Verordnung vom 20. Rpril 
^'p?rde: Z854 Nr. 96 gestraft. 
crb-L-Lch!^mch,AS^ °°" '°° '- °>°- >" '" ortsüblicher wq° ,u °°r,«tb-r.. 
2 Kg Hafer, 10 kg Heu, 2 kg Rohzucker [ ^ "" ^r dortigen Rmtstafel anzuschlagen. 
JX^ ^5' ? ^. btwhäcksel, 2 kg Rüben-' Feldkirch, am 30. März 1915. 
schnitzel und 1 kg Reisfuttermehl,' l 
b) für Pferde von ungefähr 450 kg Lebendge- l Der k. k. Statthaltereirat und Leiter der / 
lvicht (mittlere Rrbeit): ve-irkshauptmannschast: i. v. Fischer. 
31. 145/34 res. Aundnrachung.
	        
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