Kundmachungen der Gemeindevorstehung
Sulz.
Samstag, den 1. Apstl, abends halb 9 Uhr findet in
der Gemeindekanzlei eine Ausschuhsitzung statt mit
folgender
Tagesordnung:
1. Vorlage und Prüfung des letzten SitzungSproto-
kolles vom 22, Februar 1916
2. Vorlage der Voranschläge 8er Gemeinde, Schule
und des ArmenfondeS pro 1916 zur Ueberprüfung und
Genehmigung
8. Zuschrift der k. k, Bezirkshauptmanns chaft vom
14. d. Mts., Zl. 78/779 res bezüglich Beschlußfassung in
Kriegsfürsorge-Angelegenheiten.
4. Sollen die rückgefallenen Gemeindeteile nur unter
den hiesigen Gemeindebewohnsry verpachtet werden?
S Ansuchen der freiwilligen Feuerwehr um Bezahlung
des Gauverbavdsbeitrages pro 1916 aus der Gemeindekasse.
6. Allfällige Anträge und Einlaufstücke -werden der
Beschlußfassung
Vorbehalten.. *
Im Sinne der Zuschrift der k. k. Bezirkshauptmann
schaft Feldkirch vom 25. März d. Js., Zl. 98/830 res
dürfen Stiere und andere schlachtbare Tiere (Rindvieh,
Kälber, Schafe, Kitze und Schweine) nur Über behördliche
Bewilligung verkrust oder geschlachtet werden. Ebenso hat
auch bei jeder Notschlachtung die behördliche Anzeige sofort
zu erfolgen und sind auch Besitzer von Haustieren, welche
solche zum Eigenbedarfs schlachten, an die Einholung der
vorherigen Schlachtungsbewilligung gebunden.
Sulz, am 29. März 1916.
Marte, Vorstehers
Kundmachungen der Gemeindevorstehung
Röthis.
Mitteilung
der in der Ausschußsitzung vom 29. März gefaßten Be
schlüsse.
1. Als Kommissionsmitglied zur Pferdeklassifikation
wurde Koch Albert bestimmt.
2. von einer Eingabe der Gemeinde um Beistellung
von Pferden und Mannschaften (Arbeitspartien zu je 20
Männl zur Besorgung landwirtschaftlicher Arbeiten wurde
Kbstand genommen.
3. 3um Erlasse der k. k. Bezirkrhauptmannschaft
vom 14. März 1916, Zl. 78/779 betreff Unterstützung
bedürftiger Familien der Gemeinde wurde beschlossen,
dieselben durch kostenlose Abgabe von Lebensmitteln zu
unterstützen.
4. Sur Behebung der Schwierigkeiten betreff Fahr
recht im untern Büchel wurde die Erstellung eines ein
fachen Fahrweges mit dem Anschluß an die Bruchgasse
als sehr wünschenswert bezeichnet, die Durchführung dieser
Arbeit, die nicht unbedeutende Kosten macht, mit Rück
sicht aus die dermaligen schwierigen Verhältnisse ver
schoben.
3. Es sand betreff Beschaffung der notwendigsten Le
bensmittel ein längerer Meinungsaustausch statt.
Diese Beschlüsse werden mit dem Bemerken verlaut
bart, daß Einwendungen innerhalb 14 Tagen im Wege
der Gemeindevorstehung an den Landesausschuß zu rich
ten sind.
Zum Beschlusse betreff Unterstützung von in Notlage
geratenen Familien wird bekannt gegeben:
Familien, welche infolge der derzeitigen schwierigen
Verhältnisse in Notlage gekommen sind und dabei keine
anderweitige Unterstützung genießen, können sich inner
halb 8 Tagen Hieramts melden, damit ihnen durch kosten-
lose Abgabe von Lebensmitteln etwas geholfen werden
kann.
*
von der Militärverwaltung werden zur Durchführung
von landwirtschaftlichen Arbeiten Pferde bereitgestellt. Für
je zwei Pferde wird auch ein Mann beigestellt. Der
Arbeitgeber hat dem Begleitmann eine ortsübliche Enk
lohnung zu geben. Die Anforderung von Pferden ist
seitens der betreffenden Bewerber im Wege der Polin?
scheu Behörde an die Landes-Arbeitsnachweisstelle zu
richten. .
* W
Ls wird hiemit bekannt gegeben, daß die nicht fist
die Heereslieferung oder zur Weiterzucht bestimmten Stiere
und anderen schlachtbaren Tiere (Rindvieh, Kälber, Schafe,
Kitze und Schweine) nur mit Bewilligung der k. k. Le-
zirkshauptmannschaft verkauft oder geschlachtet werdet»
dürfen.
vom Landeskomitee für soziale Fürsorge kommen
eine größere Partie Käse — halbemmenthaler, Hand
magerkäse, Zentrifugenkäse — zur Abgabe. Die Preis«
werden sich wesentlich unter den derzeitigen Handels
preisen halten. Bestellungen werden Hieramts bis kom
menden Sonntag abends entgegengenommen.
*
Die Molkereigenossenschaft Nöthis und Umgebung
hat ihren Betrieb wieder eröffnet. Die Milchzusuhr ist
aber noch so gering, daß der Betrieb nicht weiter geführt
werden kann, wenn das Milchquantum nicht größer wird.
Es werden deshalb alle jene Parteien, welche etwas
Milch erübrigen können, dringend ersucht, dieselbe in die
Sennerei zu geben. Der Milchvieh stand ist bei uns noch
fast normal. Sm Vorjahre wurden rm Monat März mehr
als 20.000 Liter Milch versennt.
Der Milchmangel kann also nicht die größte Ursache
det jetzigen Verhältnisse sein. Darum auf zur Tat! Er
wäre doch zu beschämend, wenn die vor 2 Zähren niit so
viel Hoffnung und Stolz eröffnete ganzjährige Sennerei
ein zweites Mal wegen Milchmangel geschlossen werden
müßte.
Nöthis, am 30. März 1916.
Lreuß, Vorsteher.
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