Kundmachungen der Gemeindevorstehung !
Tisis.
Mitteilung
über die am.6. August 1918 stattgesundene Ausschuß-
sitzung unter dem Vorsitze des Vorstehers Gsteu und der m
Anwesenheit von 8 weiteren Mitgliedern gefaßten Be
schlüsse.
Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung, begrüßte die
Erschienenen und gibt hieraus die Tagesordnung bekaimt.
Bevor über dieselbe eingegangen wird, meldete sich Ge
meinderat Gehrmann Lorenz zum Wort.
Geehrte Herren!
Vas Ableben unseres geehrten Herrn Lehrers Gsteu
verpflichtet uns, auch seiner an dieser Stelle in Dankbar
keit zu erinnern und zum Ausdrucke zu bringen. Der beste
Beweis der Dankbarkeit und Ehrung wird sein, seine m
mehr als 50 Iahren gegebenen Belchrungen und Mah
nungen in der Tat zu befolgen, seine dem Wohle der Ge
meinde und Bürger erworbenen Verdienste zu wahren
und zu schützen und ersuche ich, unser Beileid durch Er
heben von den Sitzen zum Ausdrucke zu bringen.
Ferner, wie euch allen bekannt, glaubte dre Ge- ।
meindevertretung, anläßlich des Ablebens unseres Herrn
Vorstehers Anton Beck von einer Kranzspende absehen
zu wollen und dafür lieber einen Betrag zu einem wohl
tätigen Zwecke, speziell für Kinder, zu widmen, wie es
denn auch bereits, wie sie alle wissen, geschehen.
Mehr noch verdient es Herr Lehrer Gsteu, daß m
ähnlicher Weise etwas geschehe, daß die dankbare Lnn-
nerung an ihn für fernere Zeiten sesthatten wird. Dies
bezüglich erlaub ich mir, folgenden Vorschlag zu machen:
Zur dankbaren, fortwährenden Erinnerung an den
verstorbenen Herrn Lehrer Gsteu, der durch mehr als 50
Iahre aufopfernd und' segensreich an unserer Volksschule
gewirkt und sonst in so vieler Beziehung und in ver
schiedenen Stellungen, als Vorsteher, Gemeinderat, Or
ganist usw. so viel des Guten für die Gemeinde geleistet,
errichtet die Gemeinde Tisis eine Lehrer Gsteu-Stiftung,
deren Erträgnis alljährlich vielleicht als Weihnachtsgabe
oder am Schulschlusse an hiesige Schulkinder zur Ver
teilung gelangen soll.
Zu dieser Stiftung wollen die Gememdekasse 200
Kronen und die Bürgerkasse Z00 Kronen widmen,' je mehr,
desto lieber. , .
Ls wird zugleich auch der Wunsch ausgesprochen und
der Hoffnung kaum gegeben, daß diese Stiftung durch Zu
wendung gütigst gespendeter Beiträge von Seite wohl
wollender kinderfreunde wachsen möge und immer mehr
Zinsen zu Gunsten der Kinder trage. Es soll dies eine
Anregung sein, wenn die Gemeindevertretung dies als
Antrag gellen lasse, Zusätze oder Abänderungen, Verbes
serungen jedwelcher Art machen will, bitte ich den Herrn
Vorsteher hierüber die Debatte zu eröffnen, event, nach
erfolgter eingehender Beratung hierüber Beschluß fassen
zu lassen. , ,
Der Vorsitzende eröffnete hierüber die Debatte. Nach
eingehender Besprechung wird obige Ausführung einstim
mig zum Anträge und zum Beschlusse erhoben mit der
Einladung und dem Wunsche, es mögen Freunde des ver-
storbenen, Bürger und Bewohner der Gemeinde Tifis, als
auch kinderfreunde dieser Erstlingsstiftung durch Barmittel
folgen.
Diese Lehrer Gsteu-Stistung wird separat angelegt
und verwaltet und alle ihr früher oder später zukommen
den Beträge mittelst eines anzulegenden Verzeichnisses
der Spender sestgelegt und beigeschlossen. Der jeweilige
Grtsschulrat hat über die Verwendung des Zinserträgnisses
in oben angeführtem Zinne zu verfügen.
Der Vorsitzende dankt in seinem und im Namen ferner
Geschwister der löbl. Gemeindevertretung für die beschlos
sene Stiftung und Ehrung seines verstorbenen Vaters.
hieraus wird zur Tagesordnung übergegangen.
1. Das Protokoll der letzten Sitzung vom.30. Juni
1918 wurde verlesen, in seiner Fassung als richtig an
erkannt, genehmigt und gefertigt. ,
2. Zwecks einer geordneten, gleichmäßigen Verteilung
des Gbftes auf der Allmein, Eigentum der Bürger von
Tisis, ist wie folgt vorzugehen: .
Alle in der Gemeinde Tisis wohnenden parieren,
welche auf Ankauf von Obst auf der Allmein reflektieren,
haben sich bis einschließlich 13. August 1918 beim Ge
fertigten zu melden.
In erster Linie werden alle jene berücksichtigt werden,
die gar kein eigenes Obst besitzen. Bei der jetzigen Lebens-
Mittelknappheit muß auch diesbezüglich Mr das allgemeine
/Wohl gesorgt werden. .
Lin Verkauf nach auswärts oder Handel ist absolut
ausgeschlossen und wird im Uebertretungsfalle unnach
sichtlich strenge bestraft.
Vas Obst auf den Bäumen wird von der, aus dem
Vorsteher Gsteu, Gemeinderat Gehrmann, Kaspar Gsteu,
Xaver Gsteu, Speckle Franz Ioses, Isidor Müller und
Michael Schmidle bestehenden Kommission abgeschätzt, ta-
I xiert und die Bäume nummeriert und hieraus in der Ge-
! meindekanzlei an einem durch Anschlag noch bekannt zu
! gebenden Tag und Stunde verlost werden. Alle näheren
I Bestimmungen werden vor der Versteigerung bekannt ge-
j geben werden. ' „ ,
I 3. Der Antrag des Landesausschusses, zwecks Ueber
nahme der 15 Prozent Teuerungszulage für Lehrpersonen
I der hiesigen Gemeinde, wird ohn^ Einwendung ange-
! nommen. - ~T .
4. Dem Ansuchen des Ferdinand Schmiedle um Rach-
I laß seines Hauszinses, wird Folge gegeben.
Unter Mitteilungen und fteie Anträge wurde be
schlossen: f
Ls ist die Gemeindevorstehung Tasters emzuladsn,
die aufgelaufenen kosten bezüglich der Absolvierung des
hebammenkurfes für Isabella Peter in Tisis nach einer
früheren Vereinbarung auch diesmal gemeinsam zu tragen.
Das Referat des Vorsitzenden über Wohnungs-Ange
legenheit wurde zur Kenntnis genommen und der Beschluß
hierüber bis zur nächsten Sitzung vertagt.
Der Wasserzins soll ehestens eingehoben werden.
Die Aeste im Rüttele werden dem Knsucher, Bäcker
meister Schnell, um 60 Kronen offeriert.
' Die Bestellung und Ausführung der Feldwache wird
dem Vorsitzenden überbunden.
Fritsch Michael und Selb werden beauftragt, den
ehemals Liseneggerschen Stall zu besichtigen, event. Vor
schläge über Verwertung oder Wiederherstellung in bau
lichen Zustand, zu machen.
Streue und Heu im Rüttele und Käferriedle wird an
Ortsbewohner vergeben. .
1 wenn der Straßenmeister die nötigen Arbeiter be
kommt, soll die Ausbesserung der Straße von Haus Nr. 43
aufwärts gegen Fritsch, ausgeführt werden.
Soltte bis 12. August dem Beschluß von der Sitzung
vom 30. Iuni 1918 unter Punkt 7 nicht stattgegeben wer-
den, ist die Gemeindevorstehung beauftragt, das Nötige aus
behördlichem Wege zu erwirken.
Um die jetzt schon sich häufenden Felddiebstähle
hintanzuhalten, wird eine Feldwache bestimmt. von abends