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Schätzen der Gnade, der Erfahrung und des Trostes die die Kirche durch
den Beichtvater darbietet; wen det euch an ihn, der nicht wegen den Gesun den
auf guter W eide, s ondern gerade wegen den Kra nken und Verirr ten jeden
Sonnabend und an jedem heil. Tag im Beichts tuh l s itzt, um zu helfen, zu
trösten und zu erl ösen“. — „Der Priester an Gottes Statt sol lte nun
Wohl beschreibt Felder in
sprechen und seinem Herzen Ruhe gebieten“. —
den „Sonderlingen“ Band 2 S. 296 ff. den Einzug und das Wirken des
neuen Pfarrers, „der noch allen der Mann nach ihrem Herzen , ihr Rathgeber,
Tröster, Hel fer war“, mit solchem Pathos, daß Dire ktor Sander,
um Felder s scheinbare Achtung gegen die Geistlichen zu beweisen
, diese Beschreibung einfle chten zu müssen glaubte in seine am
1. September 1889 in Au gehaltenen Festrede, die so herrlich war, daß es
der Mühe werth g ewesen wäre, ihretwegen 50 Paare eiserner S chuhe abzulaufe
n, wie ein fanatischer Auer Correspondent der „Landeszeitung“ schrieb.
Allein solch e Stellen sind nur vereinze l t, fast so selten wie ein weißer Rabe,
und sind ohne Zweifel von Felde r a bsichtlich eingest reut, um das Gift zu
verhüllen, oder, wie er selber sagt (Sander S. 241): „Es ist zart gehalten
und ver meidet alle Reflexion, um desto mehr auch in den Kreis en zu
wi rken, welch e der Hauptf rage (welcher?) aus dem Wege gehen“
Sonst aber bezeu gt er den Geistlichen jene Mißachtung, die er ausdrückt
, wenn er vom Geis tlichen sagt, daß „er das Unheiligste bekreuzigt
und seg net“ (Arm und Reich S. 383); oder wenn er auf den Rath Moosbruggers,
er solle das Volk sich am K rämer (in „Arm und Reich“) rä chen
la ssen, statt daß den Krämer die Furcht vor dem selbstgeschaffenen Gespenst
ins Verderben t reibt, entgeg net: „Ich bleibe dabei, das ist die Arbeit des
Dramati ker s, das große Traue rspie l der Gegenwart zu schreiben. Heute
wurde das Pfaffenthum auf dem Grabe jubeln. Ein Trauerspiel wär's
noch trotz des Jubels am Ausga ng, aber wer gewinnt, wenn man es
schreibt? Die Bourgeoisie.“
Das ist und bleibt also erwiesen, daß Felder in höhn enden und bele
idige nden Ausdrücken gegen die Geist liche n ge schrie ben hat, daß er sie entehre
nder Handlungen zieh und seine Verachtung gegen sie zur Schau trug.
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V. Felder und sein „innig religiöles Gefühl“
Bei Gelegenheit der Festversammlung in Au zur Feier des 50. Geburtsfest
es des Franz Michael Felder am 1. Septemb er 1889, welche — an das
soll hier schon eri nnert werden — nur von L iberalen ve ranstalte t und,
außer einigen Neugierigen, auch nur von Liberalen besucht war, sprac h
Direktor Sander über die Bedeutung Felders als Dichter und Mensch und
bemerkte unter anderm auch, daß Feld ers „innig religiöses Gefühl“ in
sein en Werk en zum Ausdruck komme. Das soll te nun freilich sein, denn
Franz Michael Felder war katholisch g etauft und erzo gen worden, wozu das
„Gottle“ Dorothea beitrug und Pfarrer Stockmayr, „wel cher, wie Felder
bemerkt (Sander S. 201), ihm „die Lehre Jesu vortrug“ und ihn denken
kehrte.“ Er erfüllte auch, wenigstens äußerlich, die Pflichten eines Katholiken
und starb versehen mit den hl. Sterbsakramenten. All ein die Behauptung
San ders über das „innig religiöse Gefühl“ Felders als Katholik (denn ein