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Marianna muszte ihren Bruder unb das Elternhaus verlassen und zog in
das Heim (Haus No. 60 n) im Weiher in Bauten ein. — In strenger
Pflichterfüllung, Friede, Eintracht unb innigster Gemeinschaft stand sie ihrem
Manne zur Seite, unb nie wurden Worte ber Klage ober des Unfriedens
laut. Ein Sohn unb zwei Töchter waren bie Frucht dieser Ehe. Ersteren
mußten sie schmerzerfüllt in bet schönsten Blüte des Lebens (Herzfehler) dem
Schöpfer wieder zurückgeben, während bie Töchter in guter unb liebens-
würdiger Weise erzogen wurden unb heute ein gutes Dasein fristen.
Liebe unb Dankbarkeit wuszte Marianna auc ihren innigstgeliebten
Eltern zu erweisen. Nachdem ihr Bruder Johann Ludwig sich ebenfalls um
eine Lebensgefährtin umsehen muszte, bie am 18. April 1887 feierlich in ben
Bäckereibetrieb im Gänsebach in Mauren ben Einzug hielt, ftanb ihm durch
drei Jahre hindurch auch seine liebe Mutter noc zur Seite. Nachdem das
alte, ohnehin schon gebrechliche Mütterchen im gleichen Jahrzehnt noch einen
schlimmen Schenkelbruch erlitten hatte, konnte sich bie arme Person nur noch
auf Krücken fortbewegen unb bedurfte daher einer besonderen Pflege. Mari-
anna nahm daher ihre liebe Mutter um das Jahr 1890 zu sich unb ließ es
ihr nicht nehmen, ihrer vielgeliebten Mutter sorgfältigste, liebevollste unb
innigste Pflege zukommen zu lassen bis zu ihrem Tode, ber sie am 29. April
1894 erreichte.
Wie sie nun ihrer lieben Mutter Liebe unb Anhänglichkeit erwies,
erntete Marianna in ihren alten Tagen auch liebe unb treue Pflege bei
ihrer verheirateten Tochter Ottilia, im Gasthaus zum Hirschen in Mauren,
woselbst auch ihr geliebter Gatte, Andreas Mündle, freundliche Aufnahme
fanb, nachdem er seinen Landwirtschaftsbetrieb seiner älteren, verheirateten
Tochter überlassen hatte.
Denken wir zurück an die liebevolle Gattin unb Mutter, an bie vielen
Jahre emsiger Arbeit im Hause, auf bem Felde, in Handel unb Gewerbe,
bie Marianna mit Liebe, Treue unb Vorbildlichkeit ausführte, denken wir
an ihre Tätigkeit im Handel; wieviele Male ging sie jeweils am Dienstag
auf ben Markt nach Feldkirch, um eigene, wie fremde Landwirtschafts-
produkte, wie Butter, Käse, Eier, Obst, Gemüse unb drgl. zu verkaufen;
denken wir an ihre Freundlichkeit unb Liebenswürdigkeit gegen jedermann,
unb wir werden bem guten Wesen, das am 22. August 1926 nac langer,
schwerer, mit gröszter Geduld ertragener Krankheit heimgegangen ist, ein
gutes Andenken bewahren. Die Erde sei ihr leicht!
Stifter zur Beleuchtung des Heiligen Grabes.
Jüngling Franz Joseph Matt stiftete anno 1792 Kapital 20 3,
Zins 1 ß. (Urbarium 1665, Blatt 88.)
Der Stifter wurde geboren am 1. Juni 1771 als Sohn des Johann
Georg unb ber Maria Barbara Alberin, aus ber Peter-Linie. Er starb
am 10. November 1792. (Siehe Band I, Seite 40.)