auf der anderen Seite geht man dann her und verlängert sie
freiwillig selbst. Das ist aber nicht der Sinn der Abmachung.
Unsere Landesstelle steht nun schon seit vielen Jahren im
Zeichen starker Abwanderung der Jungkollegen in die Schweiz.
Dadurch besteht bei uns im Lande anhaltend ein Mangel an
Fachkräften und dieser wird vielfach mit Überstunden aus
geglichen. — Die Jugendgruppe unternahm eine Exkursion nach
Stuttgart in die Schriftgießerei Weber. — Mit den Unternehmern
wurden Zwischenprüfungen für die Lehrlinge vereinbart.
1958: Auch in diesem Jahr mußte viel gegen die Überstunden
schinderei gepredigt werden. Vielfach werden Anschaffungen
auf Ratenzahlungen eingegangen und schließlich kommt man
darauf, daß man sich dabei übernommen hat. Nun werden
natürlich Überstunden geleistet, obwohl man weiß, daß dies
nur in Ausnahmefällen gestattet ist. — Vom 15. bis 17. Mai fand
ein Ausflug ins Südtirol statt, der allerdings sehr unter Schlecht
wetter litt.— Das Restantenunwesen nimmt immer umfangreichere
Formen an. — Die Interesselosigkeit der Mitglieder lähmt den
ganzen Vereinsbetrieb. — In Wien wurden sehr zähe Verhand
lungen um die Arbeitszeitverkürzung in den Kartonagebetrieben
geführt. — In diesem Jahre fanden auch wieder Verhandlungen
wegen einer Sonderzahlung statt, die aber vorerst ergebnislos
verliefen. Darauf wurde von der Zentrale die Leistungs
verweigerung von Überstunden angeordnet. In einigen Fällen
wurde auch passive Resistenz geleistet. Schließlich erklärten
sich die Unternehmer zu weiteren Verhandlungen bereit und
bewilligten eine starre Zulage von wöchentlich S 14.- für Fach
arbeiter und S 10.- für Hilfsarbeiter. Das Ergebnis entsprach
nicht ganz den Erwartungen. Die Anordnung der Überstunden
verweigerung wurde leider nicht in allen Betrieben eingehalten.
1959: Im Oktober bezogen wir ein eigenes Zimmer in dem neu
erbauten Gewerkschaftshause in Bregenz. Somit haben wir
endlich ein eigenes Heim für Sitzungen, Parteienverkehr usw. —
Das Leben in der Jugendgruppe läßt in der letzten Zeit sehr
zu wünschen übrig. Das ganze Vereinsleben krankt schon seit
Jahren an Überalterung der Spitze. Es war schon längst kein
richtiger Schwung mehr in der Führung dieser Gruppe, man
verlor sich in Halbheiten und unersprießlichen Debatten über
Dinge, die keinen interessierten. Lobhymnen auf die geheiligte
eigene Person waren schon längst nicht mehr gefragt. Auch
der Mitgliederstand zeigte mit 298 eine auffallend sinkende
Tendenz.
1960: Dieses Jahr brachte endlich den längst notwendigen Um
schwung in der Zusammensetzung der Landesleitung. Es sind
da seit Jahren Mißstände festzustellen, die bei einiger Auf
merksamkeit und entsprechender zeitgerechter Intervention
unbedingt zu vermeiden gewesen wären. (Beitragsunehrlichkeit, 30