Restantenunwesen, Interesselosigkeit an Veranstaltungen usw.)
Es sollen hier berechtigte Verdienste um eine Sache durchaus
nicht geschmälert werden, aber es zeigte sich mit den Jahren
eine Verkrampfung in längst überlebten Anschauungen, die von
der jüngeren Generation nicht mehr verstanden wurde, und die
deshalb auch dementsprechend sauer reagierte. Alt werden ist
weder ein Verdienst noch ein Vergehen, sondern lediglich eine
Gnade. Man kann auf Grund langen Verweilens auf einem
Platze, das man übrigens nur einer teilweisen Lethargie ver
dankte, keine Beharrungsrechte ableiten. Wer das nicht ein
sehen will, der wird gelegentlich durch ein etwas hart scheinen
des Urteil eines Besseren belehrt und sollte wenigstens dann
die notwendigen Konsequenzen ziehen. Die völlig haltlosen
Auslassungen des ehemaligen Obmannes konnten das Ergebnis
nicht im geringsten ändern. Diese jedem vernünftigen Menschen
unverständliche Stellungnahme enthüllte aber ein bisher un
bekanntes Gesicht und ließ es zur Fratze werden. — Inzwischen
hat sich einiges geändert und vieles gebessert. Die als
unerfreuliches Erbe übernommenen Schlampereien wurden in
kürzester Zeit beseitigt. Das Vereinsleben nahm bald einen
erfreulichen Aufschwung, was allein schon die am 18. Juni
abgehaltene Johannisfeier bewies, bei der der neue Obmann
über 200 Kollegen und Kolleginnen begrüßen konnte. Auch die
Mitgliederbewegung zeigt nun nach Jahren wieder eine
steigende Tendenz.
1961: Die Generalversammlung, die in diesem Jahre wesentlich
zahlreicher besucht war, als die ganzen Jahre vorher, bestätigte
in einer noch nie verzeichneten Einmütigkeit den Kollegen
Lorenz Kirchmayr wieder als Obmann. Das war ein sehr erfreu
licher Auftakt zur Weiterentwicklung der Landesstelle Vorarlberg.
Die Veranstaltungen dieses Jahres: Johannisfeier, Weihnachts
feier, Buchdruckerball sowie verschiedene Bildungsvorträge
waren durchwegs besser besucht, als dies in früheren Jahren
der Fall war. — Am 30. Oktober ist die wesentlich verbesserte
neue Lohntabelle in Kraft getreten.
Nachwort
Das Jahr 1962 steht nun im Zeichen der 90-Jahr-Feier der Vor
arlberger Buchdruckergewerkschaft. Es soll diese Tatsache für
uns alle ein Anlaß zur Besinnung sein.
Die Buchdrucker wurden einst als die „Pioniere" der Arbeiter
schaft bezeichnet. Das war ein Ehrentitel und besagte zugleich,
daß gerade die Buchdrucker es waren, die dem Fortschritt der
Arbeiter unter unsäglichen Mühen und Opfern den Weg in eine
schönere Zukunft ebneten. 31