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Full text : Sozial-Bericht der Wollgarn-Spinnerei Schoeller Bregenz für das Kalenderjahr 1940

Jahresbericht über das Kalenderjahr 1940.

• Allgemeine Geschäfts- und Beschäftigungslage

Bei Betrachtung der Verhältnisse des Jahres 1940
ist es notwendig vergleichsweise auf das Jahr 1939 zurück
 zu blicken mit seinen 8 Friedensmonaten und 4 Kriegsmonaten.
 Am deutlichsten sprechen die Kurven der Schaubilder,
 die im Anschluss an den Text diesem Bericht beigegeben
 sind.

Die einschneidenden Massnahmen der Kriegswirtschaftsverordnung
 haben sich in der Zeit vom 1.September bis
Ende November in einer wesentlichen Änderung der gesamten
Lage ausgewirkt. Seit Anfang des Jahres 1940 ist der Gefolgschaftsstand
 nahezu gleich geblieben, wenn auch ständig
 in schwachem Mass absinkend. Ein plötzlicher Abgang
im August und September trat durch Entzug einiger weiblicher
 Arbeitskräfte für einen Lebensmittelbetrieb durch
das Arbeitsamt ein. Im ersten Vierteljahr arbeitete ein
Teil der Gefolgschaft noch kurz, jedoch konnte ab April
die volle Arbeitszeit wieder aufgenommen werden und bei
gleichbleibendem Gefolgschaftsstand auch beibehalten werden.
 Die Produktion lag am tiefsten im Dezember 1939,
stieg dann Mitte des Jahres wieder auf das Doppelte und
erreichte im letzten Vierteljahr den Durchschnitt, wie
aus den Kurven deutlich zu entnehmen ist.

Die Aufträge erfolgten fast ausschliesslich durch
die Verteilungsstelle für die Kammgarnspinnereien in Berlin,
zum Teil auch durch die Wehrmachtsbeschaffungsämter, Der
Export konnte nur noch in einem ganz bescheidenen Umfang
erhalten werden.

Die straffe Produktionslenkung seitens der Wirtschaftsführung
 und das Kriegs-Produktionsprogramm, das von dieser
aufgestellt wurde, brachte für uns eine vollkommene Umwälzung
 in unserem Produktionsplan. Während früher die
Handstrickgarne das Hauptkontingent der Produktion ausmachten
 und das Verhältnis z.B. im Jahre 1938 noch rund
76 % Handstrickgarne und 24 % Maschinengarne betrug, verlagerte
 sich die Produktion im Jahre 1940 nunmehr auf nur
12 % Handstrickgarne und 88 % Maschinengarne, (Siehe
Schaubild: Packerei-Produktion). An den Verkäufen gemessen
 lag das Verhältnis zunächst noch etwas anders n.zw.

28 % Handstrickgarne und 72 % Maschinengarne.
            
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