rest Verhandlungen auf das Ziel abgesteckt wurden, das Stammkapital soweit zu erhöhen, dasz die Gesellschast
in die Lage versetzt wird, auf längere Zeit ihren wachsenden Ausgaben gerecht zu werden.
Schlieszlic wurde folgendes Ergebnis erzielt:
1. Die 11 Vorarlberger industriellen Gesellschafter übertrugen int April 1941
ihre Geschäftsanteile auf die „Treuhandgesellschaft für die wirtschaftlichen
Unternehmungen der Deutschen Arbeitsfront G. m. b. H." Berlin-Wilmersdorf,
im Betrage von .......................................................................................................NW 105.300.—
2. das Land Vorarlberg, nunmehr „Die Selbstverwaltungskörperichaft Vorarlberg
im Reichsgau Tirol und Vorarlberg" übernahm weitere Stammeinlagen
in Höhe von NM 150.000.—, sodasz der nunmehrige Geschästsanteil
dieses Gesellschafters beträgt ........................................................................NM 310.000.-3.
die „Neue Heimat", Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft
der Deutschen Arbeitsfront im Gau Tirol-Vorarlberg, G. m. b. »., Innsbruck,
beteiligte sich an der endgültigen, auf der Generalversammlung vom
6. Juli 1941 beschlossenen Stammkapitalerhöhung mit ...............................VVI 2,584.700.-sodasz
das Gesellschaftskapital nunmehr beträgt.............................................................NM 3,000.000.
Jene Beträge, welche drei ehemalige Gesellschafter, ferner die Vorarlberger Landesfeuerversicherungsanstalt
und 32 Firmen der Industrie und des Handels Vorarlbergs in Höhe bon zusammen Reichsmark
191.000.— im Winter 1939/40 auf die am 8. November 1939 beschlossene, aber nicht durchgeführte
Stammkapitalerhöhung einbezahlt hatten, mürben im Zuge der endgültigen Vereinigung der
Stammkapitalfrage als Darlehen mit l'7oiger Verzinsung zurückbezahlt. Die Gesellschaft besteht daher
heute nur noch aus den oben ermähnten brei Gesellschaftern.
2. Die Bauprogramme
Es entspricht dem gesunden Streben des schassenssrohen unb sparsamen Vorarlbergers, menn schon
halb nach ber Gründung Hunderte bon Anfragen aus allen Teilen des Landes an bie Gesellschaft gcrichtet
mürben, mie man am besten unb schnellsten zu einem eigenen Häuschen gelangen fönne. Der
minderbemittelte Volksgenosse erblickte im Kleinsiedlerhaus mit möglichst groszem Gartenland bie Ersüllung
feines Wunsches; wer sich schon etwas mehr erspart hatte, besaszte sich mit bem Plane der
Errichtung eines Eigenheimes auf einem in ber Siegel schon früher erworbenen Bauplatz. So bewegten
sich bie ersten Vorbereitungsarbeiten ber Gesellschaft im Sommer 1939 nach diesen beiden Richtungen:
Kleinsiedlung unb Eigenheim. Daneben liefen auch Verhandlungen wegen Errichtung von
Volkswohnungen in jenen größeren Gemeinden, in benen ber Wohnungsmangel am stärksten mar.
Durch ben Ausbruch beS Krieges geriet bie weitere Verfolgung ber vielen Keleinsiedlungsprojekte inS
Stocken. Lediglich nachstehende Kleinsiedlungen tonnten noch im Herbst 1939 in Angriff genommen
werden:
1. Kleinsiedlung Schwarzac mit 22 Gruppen- unb 7 Eigensiedlerstellen,
2. Kleinsiedlung Lauterach mit 25 Gruppensiedlerstellen,
3. Kleinsiedlung Hard mit 30 Gruppensiedlerstellen.
Die Kleinsiedlung Nenzing mit 9 Gruppensiedlerstellen mürbe von ber Gesellschaft erst nach Baubeginn
zur meiteren Ausführung übernommen, nachdem bie schon Vor bem Umbruch gegründete Bau- unb
Siedlungsgenossenschaft Nenzing die Gemeinnützigkeit nicht zuerkannt erhalten hatte unb deswegen in
Liquidation getreten mar.
Die Siedlerstellen in Nenzing mürben im Sommer 1940, jene bon Schwarzach, Lauterach unb Hard in
ben Monaten Oktober 1940 bis Januar 1941 bezogen. Mit bem Van ber Kleinsiedlung Schlins (acht
Gruppensiedlerstellen) founte erft im November 1940 begonnen werden.
Die Ausführung her vielen, ber Gesellschaft in Auftrag gegebenen Eigenheime mürbe durch ben
Kriegsausbruch abgestoppt. Nur brei Eigenheime tonnten noch vor Kriegsausbruch in Angriff ge- 4