Skip to main content

Full text: Geschäftsbericht / Vorarlberger Siedlungsgesellschaft 1940 (1940)

fein als die blosze Summe der einzelnen Teile. Viel wichtiger als die Erzielung einzelner Höchitlei- 
sungen ist eine anständige Gestaltung aller Einzelschövfungen und deren Zusammenklang zu einem 
wertvollen Gesamtbild. Nur so können wieder einheitliche Siedlungsbilder entstehen, die der Kultur- 
sendung des deutschen Volkes im gleichen Masze würdig sind wie es die Bauschöpfungen früherer Zeit 
waren 
Die Planungsarbeit ging vom Grundsatz aus: 
Anständig bauen, auf Grundlage der herkömmlichen Bauweise im Handwerklichen und Gestalterischen 
nac Maszgabe des Erfordernisses im Sinne der Befriedigung neuzeitlicher Bedürfnisse. 
Bei der Ausarbeitung her Typen wurhe versucht, von den tatsächlich erforderlichen Wohnflächen aus- 
zugehen. Es Würben hie Rohbaumasze auf Grund einer überlegten Möbelstellung festgelegt. Aus diesen 
Erwägungen heraus waren anfänglich folgende Wohnflächen angeordnet: 
Wohnküche 16—18 m2, Elternschlaszimmer ca. 15 m2, Kkinderschlaszimmer 10—12 m2. 
Nac diesen Anordnungen würben hie zuerst in Angriff genommenen Bauvorhaben durchgeführt. 
Der bahnbrechende Führererlasz vom 15. September 1940 bestimmte neue Mindestmasze her Woh- 
nungsgröszen. Danach haben sich sowohl bie Ausmasze der Wohnküche und des Elternschlaszimmers 
wie auch huret) Schassung von Nebenräumlichkeiten bie Gesamtausmasze her einzelnen Wohnungen 
vergröszert. Auch im urspünglichen Verhältnis her Drei- und Mehrraumwohnungen trat eine begrü 
szenswerte Verschiebung nac oben ein. Zweiraumwohnungen kommen bei ben jüngeren Bauvorhaben 
überhaupt nicht mehr vor. Das Hauptgewicht wird nunmehr auf bie Vierraumwohnung gelegt, die 
auf Grund ber früheren Anordnungen bei ben erften Bauvorhaben nur im beschränkten Umfange 
zur Ausführung gelangen tonnte. Auch bie Zahl ber Fünfraumwohnungen fonute auf Grund des 
Führererlasses verstärkt werben. Diese Entwicklung hat dem Wohnbedürfnis in erfreulicherweise Rech- 
nung getragen. Das Zusammenlegen von Küche und Wohnraum vereinsacht ben Grundrisz wesent- 
lich. Es wirb dadurch ein Raum gewonnen, her bei heu Kleinwohnungen heu notwendigen Ausgleich 
erbringt zu ben immerhin etwas knappen übrigen Räumen. Im übrigen ift eS billiger, einen Raum 
zu bauen statt zwei. Zum gröszten Teil würbe diese Wohnküche so gegliedert, dasz eine klare räum 
liche Trennung des Kochteiles vom Wohnteil sich ergibt. Diese Anordnung hat bei ben Mietern allge- 
mein Anklang gesunden. Anschlieszend an hie Kochnische folgt aus installationstechnischen Gründen 
meistens her Raum für Vad und Abort, soweit es bie Lage hinsichtlich her Himmelsrichtung gestat- 
tete. Das Elternschlafzimmer ift in ber Regel vom Flur aus zugänglich, während bie Ktinderzimmer 
vom groszen Wohnraum aus erschlossen werden. Bei den neueren groszen Wohnungen Würbe ein Ktin- 
derzimmer in unmittelbare Verbindung mit hem Elternschlaszimmer gebracht. 
Bet Anordnung des Treppenhauses würbe bte geradläufige, ein- und zweiarmige Treppe bevorzugt, 
bie zweiarmige Treppe jedoch mit bem Podest an ber Innenwand, sodass eine Versetzung bes 
Treppenhausfensters gegenüber ben übrigen Stociwerkssenstern vermieden Wirb. Bei einer oft—west- 
lichen Bebauung kann das durch ben ganzen Bautörper hindurchgehende Treppenhaus angeWenbet 
werben. Dadurch kommt eine günstige Verbindung sämtlicher Wohnungen zum Garten zustande. Vor 
allem fann dieser Typ sowohl auf ber Nordseite als auch auf ber Südseite ber Strasze angeorbnet 
werben. 
Ein Kellerausgang bezw. ein Zugang vom Freien in bas Ulntergeschosz Würbe bei jedem Hause vor- 
gesehen. Die bequeme Unterbringung ber Fahrräder wirb dadurch im naheliegenden Abstellraum 
gewährleistet. Jede Wohneinheit erhielt einen Kellerraum. Auf ben Baustellen, bei welchen bie ein- 
zelnen Häuser feine Waschküche haben, wirb eine Sammelwaschküche erstellt. Dies trifft zu bei ben 
beiben erften Bauvorhaben Bregenz-Rheinstrasze unb Dornbirn Sala, wo sich biefe Lösung fast 
zwangsläufig aus Kanalisierungsschwierigkeiten ergeben hat. 
Auch für bie Ausstattung ivurbe Sorge getragen. Die Wohnküchen würben in her gesonderten Koch- 
nische mit einem kohlekombinierten Elektroherd unb einem Spülbecken versehen. Die Küchen ber 
Dachgeschoszwohnungen sind mit einem elektrischen Warmwasserspeicher ausgestattet, während in den 
Küchen ber übrigen Wohnungen Vorerft nur bie Anschluszleitungen hiezu vorgesehen sind. Mit Aus- 
nähme her Dachgeschoszwohnungen haben alle Wohnungen ein Badezimmer. Die Beistellung ber 6
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.